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Lateinische Epigraphik Eine Einführung von Schmidt, Manfred G. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2016
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Lateinische Epigraphik

Diese Einführung bietet eine systematische Darstellung der epigraphischen Methode und ihrer Ergebnisse, ihrer Geschichte wie auch des heutigen Forschungsstandes. Nach der einleitenden Vorstellung der verschiedenen Inschriftenklassen folgt eine ausführliche epigraphische Beispielsammlung (Foto / Zeichnung, textkritische Edition, Übersetzung, Kurzkommentar). Der Leser soll damit lernen, wie aus den archäologischen, meist fragmentierten Überresten mit Hilfe der epigraphischen Methode - das heißt durch das Lesen der Inschriften, die Auflösung der Abkürzungen, notwendige oder sinnvolle Ergänzungen - eine textkritische Edition entsteht. Er wird in Stand gesetzt, Inschriften sowohl als ?Zitat? im Kontext wissenschaftlicher Literatur als auch als ?Monument? im archäologischen Zusammenhang (oder im Museum) zu verstehen und ihren Aussagewert einzuordnen.

Manfred G. Schmidt, geb. 1952, ist Leiter der Arbeitsstelle ?Corpus Inscriptionum Latinarum? an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, korrespondierendes Mitglied der ?Pontificia Accademia Romana die Archeologia? und derzeit Präsident der ?Association internationale d'épigraphie grecque et latine? (AIEGL).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 8
    Erscheinungsdatum: 01.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534740307
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 4472 kBytes
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Lateinische Epigraphik

5 II. Zur Geschichte der lateinischen Epigraphik

Antike und Mittelalter

Das Interesse an lateinischen Inschriften als philologischer oder historischer Quelle ist bereits in der antiken Literatur zu greifen - Beispiele finden wir etwa bei Livius mit den dort zitierten, gesetzlichen Bestimmungen des Jahres 186 v. Chr. (39, 18), die eine Teilnahme am Bacchanalien-Kult restriktiv reglementierten. Im Vergleich zu diesem noch heute auf einer Bronzetafel erhaltenen Senatsbeschluß (CIL I2 581 cf. Index ad n.; s. unten S. 32) zeigen die wörtlichen Übereinstimmungen im Livianischen Werk, daß der Historiker aus dokumentarischem, wohl inschriftlichem Material geschöpft hat: Und wie sollte es auch anders sein, wo doch die Inschrift in der Antike neben der Schriftrolle (und dem Papyrus in Ägypten) die gängigste Form schriftlicher Aufzeichnung war. Systematische Sammlungen inschriftlicher Zeugnisse in der Form von beschriebenen Holz- und Wachstäfelchen (tabulae ceratae) gab es insofern, als vor allem juristisch oder wirtschaftlich relevante Dokumente (Rechnungen, Pacht- und Kaufverträge und dergleichen) private wie öffentliche Archive füllten. Für politischadministrative Entscheidungen konnten die Magistrate der Stadt Rom auf die Beschlüsse und Gesetze im Senatsarchiv zurückgreifen (R. J. A. Talbert, The Senate of Imperial Rome , Princeton 1984, 303ff.). Auch führt z.B. der regelmäßige Hinweis der Militärdiplome auf ihre öffentlich ausgehängte Urschrift in Rom zu einer inschriftlichen Sammelpublikation: Die Abschrift der einzelnen, den Soldaten nach ihrer ehrenhaften Entlassung ausgehändigten Diplome folgt dem Wortlaut jener großen Bronzetafeln, die in Rom an genau bezeichneter Stelle veröffentlicht waren. Meist verweisen die Militärdiplome auf den Aushang einer Bronze, "die in Rom an der Mauer hinter dem Tempel des vergöttlichten Augustus bei der (Statue der) Minerva angebracht" war (zu den Militärdiplomen vgl. unten, S. 38f.). Inschriften wurden im alten Rom freilich nicht um ihrer selbst Willen gesammelt. So hatte der epigraphische Charakter für diese Sammlungen keinerlei Signifikanz.

Erst mit dem erwachenden Interesse des Abendlands an seiner antiken Tradition wird das epigraphische Zeugnis auch selbst Gegenstand wissenschaftlicher Erforschung. Man entdeckt neben den literarischen Texten, die ja durch Spätantike und Mittelalter handschriflich weiter tradiert wurden, die Inschrift als Teil eines Puzzles antiker Geschichte und Lebenswelt, das, bewahrt in den Ruinen antiker Stätten oder als Spolie an mittelalterlichen und neuzeitlichen Gebäuden verbaut, bei der Suche nach seinem ursprünglichen Kontext wissenschaftliche Aufmerksamkeit erregt. Gerade in Zeiten bewußter Rezeption der Antike wurde daher nicht nur der literarischen Tradition antiker Autoren nachgespürt, sondern es wurden auch Inschriften gesammelt und ediert:

6 Aus karolingischer Zeit ist eine Abschrift der ersten uns bekannten Kompilation lateinischer und griechischer Inschriften im Codex Einsidlensis (9. Jh.) erhalten, jedoch noch nicht in systematischer Ordnung, sondern an den Ortsbeschreibungen orientiert, wie sie die im Codex vereinigten, verschiedenen Berichte aus Rom, Pavia und ein sog. 'Regionator', ein Itinerar zur Stadt Rom, boten (so L. Sensi). Das Interesse an den Inschriften des paganen Altertums bleibt zunächst aber gering; selbst Ausnahmen wie jene um 1140 verfaßte Schrift über die 'Mirabilia urbis Romae' zeigen fast ausschließliches Interesse an den Monumenten und kaum an deren Inschriften. Nur die christlichen Inschriften erfreuen sich auch im frühen Mittelalter eigener Tradition - in berühmten Handschriften des 9. und 10. Jh. wie der Sylloge Centulensis oder dem Corpus Laureshamense veterum syllogarum . In der Zeit des Humanismus und der Renaissance bemühte sich die gelehrte Welt dann um ein neues Verständni

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