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Literarische Texte und ihre Relevanz für die Leseförderung: Evaluierung und Exemplifizierung signifikanter Lesestrategien im Bereich Kinder- und Jugendliteratur von Krätzig, Leonora (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2014
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
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Literarische Texte und ihre Relevanz für die Leseförderung: Evaluierung und Exemplifizierung signifikanter Lesestrategien im Bereich Kinder- und Jugendliteratur

Gegenstand des vorliegenden Buchs ist die Leseförderung unter Einbindung literarischer Texte im Deutschunterricht der Grundschule. Die Schule hat mit dem Lernziel Lesen einen signifikanten gesellschaftlichen Auftrag erhalten und trägt als fundamentale Instanz kindlicher Lesesozialisation maßgebliche Verantwortung für die Vermittlung benannter Schlüsselqualifikation. Eine Förderung entwickelnder Lesekompetenzen ist von unabdingbarer Notwendigkeit und hat im weitesten Sinne das Ziel, Kinder mit Büchern vertraut zu machen, das Leseverständnis zu unterstützen und ihnen das Zurechtfinden in einer kompetenzorientierten Gesellschaft zu erleichtern. Sowohl die Aktivierung der motivationalen Ebene als auch der Lesebegeisterung und Lesefreude stellen essentielle Komponenten im schulischen Leseförderungsprozess dar. Systematische Lesestrategien für den Umgang mit literarischen Texten weisen dabei besondere Qualitäten auf, da sie Lesefertigkeiten und somit auch das Leseverstehen schulen. Empirische Studien wie IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) und PISA (Programme for International Student Assessment) haben eklatante und in der Öffentlichkeit stark diskutierte Leseschwächen bei (deutschen) Schülerinnen und Schülern offenbart. Die Ergebnisse der PISA- (2000 und 2009) und IGLU-Erhebungen (2001 und 2006) weisen zwar auf eine positive Entwicklung bestehender Lesekompetenzen von Kindern und Jugendlichen hin, dennoch wird nach wie vor die Forderung nach Leseförderungsmaßnahmen erhoben. Das primäre Ziel des Buchs besteht darin, wissenschaftlich zu erörtern, ob und in wieweit literarische Texte für die Leseförderung relevant sind. Die Evaluation differenter Lesestrategien und die nachfolgende Exemplifizierung an der Kurzgeschichte ,Der Bücherfresser' von Cornelia Funke stellen das sekundäre Ziel dar.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 93
    Erscheinungsdatum: 01.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842838680
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 1396kBytes
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Literarische Texte und ihre Relevanz für die Leseförderung: Evaluierung und Exemplifizierung signifikanter Lesestrategien im Bereich Kinder- und Jugendliteratur

Textprobe: Kapitel 3.2.1, Eine produktive Methode zur Leseförderung: Der handlungs- und produktorientierte Literaturunterricht ist ein methodischer Ansatz, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler gestaltend, produktiv und handelnd mit Literatur auseinandersetzen. Er dient als Alternative zum Frontalunterricht, zu Lehrervorträgen oder zu den von Lehrkräften typisch geforderten schriftlichen Inhaltsangaben. Bei diesem produktiven Ansatz lernen die Schülerinnen und Schüler, die literarische Sprache und andere ästhetische Ausdrucksformen zu verwenden, d.h. mit literarischen Texten aktiv umzugehen (vgl. Spinner 2010, 311). Für die Kinder ergeben sich folglich Möglichkeiten, den Inhalt mit allen Sinnen über alle Sensoren aufzunehmen (vgl. Moers 2001, 89). Der handlungs- und produktorientierte Ansatz führt zu einem geschulten Umgang mit literarischen Texten und trägt zur Leseförderung und zum Leseverstehen bei. Es handelt sich um eine Gegenposition zur Textanalyse und -interpretation, welche bis Mitte der 1980er Jahre im Deutschunterricht vorherrschte. Dabei werden 'viele methodische Anregungen aus früheren Formen eines gestaltenden Umgangs mit literarischen Texten aufgegriffen und in einen übergreifenden didaktischen Begründungszusammenhang eingebracht ' (Spinner: www.didaktikdeutsch.de). Mit dem handlungs- und produktorientierten Verfahren wird ein Unterricht gefordert, bei dem die Schülerinnen und Schüler produktiv und selbstständig aktiv werden, indem sie Texte umschreiben, weiterschreiben, ergänzen, imitieren, szenisch umsetzen und in andere Medien transformieren (z.B. Malen) (vgl. ebd.). Die Konzeption eines sinnvollen literarischen Lernens in der Grundschule orientiert sich laut Haas (1998) an den lebensweltlichen Erfahrungen, Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Der Ansatz steht in Verbindung mit ästhetischen Ansprüchen und pädagogischen Kompetenzen zur Literaturvermittlung. Haas plädiert für die Einbindung einer an kindlichen Bedürfnissen orientierten Literatur im Deutschunterricht (vgl. Haas 1998, 40). Durch die Methode des handlungs- und produktorientierten Verfahrens kann bei den lernenden Leserinnen und Lesern die Freude am Lesen entdeckt und gestärkt werden, da sie sowohl Emotionen und Phantasie als auch eigene Gedanken ansprechen und zulassen. Die Schülerinnen und Schüler werden auf diese Weise in ihren Lesekompetenzen gestärkt und der Unterricht kommt damit der Forderung einer Leseförderung - welche seit den Ergebnisse der PISA- und IGLU-Studie vermehrt in den Grundschulen erhoben wurde - nach (vgl. Spinner 2010, 316). Die aktiv-gestalterische Auseinandersetzung mit literarischen Texten (z.B. Malen des emotional-behafteten Gesichtsausdrucks eines Protagonisten) kann dabei mit dem Einsatz ausgewählter Lesestrategien verknüpft werden. Strategien und gestalterische Akzente vereinen sich in einem Gesamtkonstrukt, das auf das verstehende und sinnentnehmende Lesen hinzielt. Im handlungs- und produktorientierten Unterricht nehmen Lesekisten (siehe Kapitel 2.4.1) eine signifikante Rolle ein. Durch Aktivitäten wie zum Beispiel Malen von Protagonisten eines literarischen Textes, Sammeln von (für den Text relevanten) Gegenständen oder Ausstellen von Lesekisten in Schulen und Bibliotheken können Kinder handelnd und produktiv der Literatur begegnen. Somit erhalten sie einen neuen, synästhetischen Zugang zur Bücherwelt. Auch Lesetagebücher oder die Web-basierte Plattform ANTOLIN können hier integriert werden. 3.2.2, Literaturtheoretische Hintergründe und Kritik: Die Rezeptionsästhetik (Rezeption = Wahrnehmung) trug zur Entwicklung des handlungs- und produktorientierten Verfahrens bei. Sie zeigte, dass die Leserinnen und Leser eines literarischen Textes produktiv an der Sinnbildung mitwirken und nicht nur vorgegebene Bedeutungen des Textes erschließen (vgl. Spinner: www.didaktikdeutsch.de). Dabei wird das Verhältnis von Text und Leser untersucht (vgl. Spinner 2010, 312). Fritzsche

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