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Migration und schulische Mehrsprachigkeitsförderung in Schweden und Deutschland Ein Vergleich der schulischen Sprachbildungsmaßnahmen im Bereich des Zweitspracherwerbs. von Niehaus, Kevin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2012
  • Verlag: GRIN Verlag
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Migration und schulische Mehrsprachigkeitsförderung in Schweden und Deutschland

Examensarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache, Note: 1,3, Universität Duisburg-Essen (Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache), Sprache: Deutsch, Abstract: 'Mehrsprachigkeit ist heute die Grundlage für soziale Integration, für wirtschaftliche Erfolge in einer globalisierten Welt, für das friedliche Zusammenleben der Völker und damit für de Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft.' Die Examensarbeit befasst sich in Anbetracht der Diskussion um Sprachförderung sowie Sprachförderungsmaßnahmen im deutschen als auch schwedischen Bildungs- bzw. Schulsystem. Dabei sollen mögliche Impulse des ehemaligen skandinavischen Bildungsvorreiters auf Übertragbarkeit bzgl. des deutschen Bildungssystem genauer überprüft werden. Insbesondere wird dabei auf den Vergleich von Sprachfördermaßnahmen im Zweitspracherwerb von Kindern mit Migrationshintergrund abgezielt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 118
    Erscheinungsdatum: 27.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783656321347
    Verlag: GRIN Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V202530
    Größe: 5730kBytes
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Migration und schulische Mehrsprachigkeitsförderung in Schweden und Deutschland

2. Migration und Einwanderung in Schweden

2.1. Migrationsentwicklung im Überblick

Bevor es um die Darstellung der schwedischen Migrationsentwicklung im historischen Verlauf geht, muss vorab geklärt werden, was genau unter dem Migrationsbegriff verstanden wird. Schlägt man diesen Begriff nach, so lassen sich unterschiedlichste Formulierungen finden. Trotz verschiedenster Ausführungen ist allen Definition gemeinsam, dass unter Migration die Wanderung von Individuen bzw. Gruppen im geographischen oder sozialen Raum innerhalb oder zwischen Ländern [4] verstanden werden kann. Dies führt zu der Schlussfolgerung, dass der Begriff der Migration sowohl die Einwanderung (Immigration) als auch die Auswanderung (Emigration) in ein Land umfasst. Somit stellt jeder Einwanderer auch gleichzeitig einen Auswanderer dar. Das Migrationsverket [5] verwendet den Begriff der Migration relativ universell, d.h. neben der Verwendung für erzwungene Wanderungen oder Übersiedlungen (Vertreibung bzw. Flucht) wird auch im Kontext von Umzügen oder aber bei freiwilligen Wanderungen (bspw. aus arbeits- oder familiären Gründen) von Migration gesprochen.

Im Folgenden sollen die vier wichtigsten Phasen der schwedischen Migration in ihren Grundzügen dargestellt werden.

2.1.1 Vom Auswanderungs- zum Einwanderungsland

Wie Grafik 1 des Anhangs bereits erkennen lässt, stellt Schweden seit dem späten 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts mitunter einen Hauptausgangspunkt transnationaler Migrationen dar. [6] Ein halbes Jahrhundert (1865-1925) war Schweden vor allem durch starke Emigration geprägt und stellte somit eher ein Auswanderungsland dar. [7] Gründe der hohen Auswanderungsbewegungen waren unter anderem Armut, fehlende Zukunftsperspektiven aber auch politische Restriktionen. Die im Vergleich zu Deutschland später einsetzende Industrialisierung [8] Schwedens und der starke Bevölkerungszuwachs im 19. Jahrhundert, welcher sich vor allem in den ländlichen Regionen vollzog [9] , führte unumgänglich zu einer erhöhten Anzahl an Landlosen. Ein weiterer Effekt des Bevölkerungsanstiegs bezog sich auf den Arbeits- und Wohnungsmarkt. Dieser befand sich mehr und mehr in einem Ungleichgewicht, welches sich durch eine erhöhte Nachfrage bei gleichzeitig konstant bleibendem Angebot deutlich machte. Die Situation in Schweden stellte sich demnach insgesamt als äußerst schwierig dar.

Dem gegenüber stand das Angebot Amerikas, das durch den Homestead Act [10] die Möglichkeit bot, Land zu relativ geringem Preis zu erwerben. Dies erschien der erhöhten Nachfrage der schwedischen Bevölkerung nachzukommen, so dass um 1880 regelrecht von einer Aufbruchstimmung der schwedischen Jugend gesprochen werden kann. Wie die Grafik zu Beginn des Kapitels zeigt, gab es ab 1880 zahlreiche Auswanderungswellen, welche ihren Höhepunkt in den Jahren 1881/1882 sowie 1887/1888 erreichten. Auch hier spielten wieder sozial-gesellschaftliche Faktoren eine Rolle, so dass durch die landwirtschaftliche Krise Schwedens das Angebot Nordamerikas zunehmend attraktiver wurde, ln der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts emigrierten durchschnittlich 20% der geborenen Männer und 19% der Frauen nach Amerika. Auch nach dem ersten Weltkrieg setzte sich die Auswanderung, jedoch auf niedrigerem Niveau, fort. Nachdem sich die Lebensbedingungen in Schweden durch die voranschreitende Industrialisierung verbesserten, wurde die Attraktivität Nordamerikas auch durch den Börsencrash zu dieser Zeit geringer. Ungeachtet dessen muss angemerkt werden, dass die bis dahin in Schweden verbliebenen Bürger von der hohen Auswanderung ihrer Mitmenschen vorerst profitierten. Dies liegt vor allem an den sich dadurch verbesserten Lebensbedingungen (weniger Menschen bedeutet mehr Land und Arbeitsstellen zur Verfügung). [11]

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