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Spielräume von Theater Das Kindertheater als Grundlage zur Einübung von Strategien zur Alltagsbewältigung. von Nowak, Dana (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.02.2010
  • Verlag: GRIN Verlag
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Spielräume von Theater

Examensarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Pädagogik - Schulpädagogik, Note: 1,3, Universität Koblenz-Landau, Veranstaltung: ästhetische Grundbildung (Grundschulpädagogik), Sprache: Deutsch, Abstract: Das Theaterspiel ist unzweifelhaft für ein besseres Einprägen des Unterrichtstoffes förderlich und somit ist die Aufnahme in die heutigen Lehrpläne nachvollziehbar, aber ist dieses zweckmäßige Verarbeiten im Sinne von 'Lernen mit Kopf, Herz und Hand' zu verstehen? Mein Standpunkt ist, dass es gar nicht um das stoffliche Erarbeiten durch das Theater geht. Es geht vielmehr darum, dem Kind einen Raum zu eröffnen, in dem es sich entwickeln kann, indem es Verhaltensweisen erproben und Erfahrungen machen kann. Früh begonnen kann es sich darüber ein größeres Handlungsrepertoire aneignen, das es nicht nur später zielorientiert anwenden, sondern sogleich auf seine Alltagserfahrungen und -situationen übertragen kann. Auch für neu erlernte Handlungsmuster braucht ein Kind einen Raum zum uneingeschränkten Üben und Erproben von diesen. Das Gelingen und Misslingen der angewandten Handlungen, die Reaktionen von der Umwelt darauf und die Reflexion vom Kind selbst fügen sich zusammen zu einem Erschaffen von Möglichkeiten und damit wiederum zu Bewältigungsstrategien. Probleme, die im Alltag des Kindes auftauchen, könnten so besser und schneller gelöst werden und haben somit einen positiven Einfluss auf die Psyche des Kindes. Nicht nur das Erlernen von Handlungen, und somit von Fähigkeiten und Fertigkeiten, erzeugt ein gutes Selbstbewusstsein im Theater. Das Selbstbewusstsein entwickelt sich auch durch die neuen Erfahrungen, die das Kind macht, wie Bewegungen zu denen es lernt fähig zu sein oder emotionale Erfahrungen, die es beim Theaterspiel machen kann. Damit wird die wichtigste Grundlage geschaffen, die zur Problembewältigung des Kindes beiträgt. Zu mehr das Kind lernt fähig zu sein, desto positiver wirkt sich dieses Wissen auf die Entwicklung des Kindes aus. Aber das Theater in der Schule kann sicherlich noch mehr bieten. Wichtig ist, dass das Spiel bei der Entwicklung der Persönlichkeit und damit der Identität ansetzt. Darauf basieren überhaupt erst Handlungsmöglichkeiten und das Verständnis von sich selbst und der Welt. Auf dem Körper fundiert das Verständnis der Welt und die Entwicklung findet auch über ihn statt. Damit wird deutlich, dass der Körper einen hohen Stellenwert hat in der Entwicklung des Selbstbewusstseins, der Identität und damit der Findung von Handlungsmöglichkeiten und der Bewältigung des Alltags. Welche Faktoren genau das Erreichen dieser Ziele ermöglichen und wie sie im Einzelnen zusammenhängen, soll in der folgenden Arbeit geklärt werden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 86
    Erscheinungsdatum: 15.02.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783640536047
    Verlag: GRIN Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V143756
    Größe: 326kBytes
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Spielräume von Theater

4. Begriffseinordnungen

4.1. Entwicklung der Identität

Wenn von der Entwicklung einer Identität gesprochen wird, muss herausgestellt werden, warum das so wichtig ist. Was also bringt es dem Kind seine Identitätsentwicklung zu fördern und was bringt es der Schule, diese zu unterstützten?

Identität ist nach Erik Homburger Erikson das bewusste und unbewusste Erleben der Ich-Kontinuität. Der Mensch bleibt grundsätzlich der gleiche, obwohl er und seine Umwelt sich ändern. Sie entsteht aus der Erfahrung dass man selbst immer der Gleiche ist, egal wo man sich befindet, und dass andere Menschen diese Gleichheit anerkennen. "Der Weg zu einer Identität ist ein Prozess von Wachstum und Krisen, ein Weg über mehrere Krisenphasen. Das Ziel der Entwicklung ist die "gesunde", "reife" Persönlichkeit, die eine gewisse Einheitlichkeit zeigt, die Welt und sich selbst richtig erkennt und die Umwelt aktiv meistert." (Zimmermann 2006, S. 169) Die Identitätssuche ist vor allem bei Jugendlichen stark ausgeprägt, da sie ihren Platz in der Gesellschaft und mit deren Erwartungshaltung erarbeiten. (Vgl. Zimmermann 2006, S. 170)

Bei Kindern ist diese Suche nicht so stark ausgeprägt. Allerdings wird sie mitgeprägt durch die Erfahrungen, die das Kind in der Kindheit macht. Auch Kinder treten der sozialen Umwelt mit ihren Rollenzuweisungen gegenüber. Dennoch ist die "Selbstdefinition" (Zimmermann) nicht so stark von ihnen reflektierbar, wie bei jungen Heranwachsenden. Was allerdings sehr prägbar ist, ist die Fähigkeit und Offenheit gegenüber dem Problemlösen und dazugehörige Verhaltensmuster und Handlungsstrategien. Was in der Kindheit bereits erlernt wurde, kann in der Jugend angewandt werden und wirkt sich daher positiv auf die Identitätssuche und Identitätsfindung aus.

Bewältigungsstrategien, die bereits fester Bestandteil für den Jugendlichen wurden, wenden krisenhafte Formen, welche durch Individuations- und Integrationsprozessen ausgelöst werden, in der Sozialisation ab oder schwächen sie ab. "Mit Individuation ist hierbei die Entwicklung der individuellen, ganz einzigartigen Persönlichkeit mit den unverwechselbaren Merkmalen Eigenschaften eines Menschen gemeint. Dies ist gleichzusetzen mit dem Aufbau der personalen Identität, die aus den biographischen Erfahrungen eines Menschen besteht." (Zimmermann 2006, S. 171) Bei Integration handelt es sich um den Anpassungsprozess an gesellschaftliche Normen, Werte und Anforderungen. (Vgl. Zimmermann 2006, S. 171)

Nach Erikson verläuft der Persönlichkeitsaufbau über verschiedene Stufen. Das Wachstum der Persönlichkeit ist dabei immer abhängig von inneren und äußeren Konflikten, die bei Kindern vor allem aus familiärer Seite her stammen und später anderen Sozialstrukturen. Im Laufe der Zeit haben Kinder immer mehr psychosoziale Krisen zu bewältigen, die als festsetzender Bestandteil des Wachstums verstanden werden müssen. (Vgl. Zimmermann 2006, S. 24/25)

In den ersten beiden Stufen ist das Kind noch im Säuglings- und Kleinkindalter. Hierbei wird vor allem Vertrauen zur Familie aufgebaut, die da ist, egal wie man sich gerade fühlt. Auch der spätere Versuch von Autonomiebestrebungen und die Toleranz dieser seitens der Eltern spielen eine wichtige Rolle um die Grundlage für eine Ich-Identität zu erlangen. Im Spielalter beginnt das Kind erstmalig herausfinden zu wollen, wer es selbst ist und was es werden will. Dabei treten sie mit allem und jedem in Kontakt, entwickeln ein Gewissen und eine große Wissbegierde. Im Schulalter ist die Gefahr für ein Gefühl der Unzulänglichkeit und Minderwertigkeit sehr hoch. "Kinder werden jetzt lernbegierig. Erikson beschreibt diese Entwicklungsstufe mit "Ich bin, was ich lerne"." (Zimmermann 2006, S. 27) Kinder b

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