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Die Welt der Lisbeth Salander Die Millennium-Trilogie entschlüsselt von Burstein, Dan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2011
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
9,99 €
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Die Welt der Lisbeth Salander

Nach dem weltweiten Erfolg der Bücher über Dan Browns Werk widmen sich Dan Burstein und sein Expertenteam nun Stieg Larssons 'Millennium'-Trilogie. Mit an Bord ist John-Henri Holmberg, Stieg Larssons langjähriger Freund und Vertrauter, der fundiertes privates Hintergrundwissen beisteuert. Aus welchen Quellen schöpfte Stieg Larsson? Wer inspirierte ihn zu seiner Heldin Lisbeth Salander? Und wie geht es mit der 'Millennium'-Trilogie weiter? Ein spannender Blick hinter die Kulissen und ein Muss für alle Fans von Lisbeth Salander!

Dan Burstein ist mehrfach ausgezeichneter Journalist, Autor erfolgreicher Sachbücher und erklärter Dan Brown-Fan. Er gründetete die ' Millennium Technology Ventures' in New York, eine Firma, die in innovative Unternehmensideen investiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 624
    Erscheinungsdatum: 12.12.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641063283
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Secrets of the Tattooed Girl
    Größe: 9538 kBytes
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Die Welt der Lisbeth Salander

9. Das vierte Buch (S. 234-235)

Das Mädchen, das mit Larsson spielte

von Craig Faustus Buck

Warum sollte ein viel beschäftigter Publizist das Risiko eingehen und auf gut Glück Jahre seines Lebens darauf verwenden, eine Reihe düsterer Krimis zu schreiben? Zum Ausleben einer Midlife-Crisis wäre ein Sportwagen nicht nur praktischer, sondern wahrscheinlich auch billiger. Doch aufgrund dieser Torheit sitze ich nun hier. Die Herausgeber dieses Buchs haben mich gebeten, meinen Erfahrungsschatz anzuzapfen und daraus Vermutungen abzuleiten, warum sich Stieg Larsson in mittleren Jahren auf diese ausschweifende Tour eingelassen hat und welche Erkenntnisse er dabei gewonnen haben könnte.

In meiner Collegezeit habe ich selbst damit geliebäugelt, einen Krimi zu schreiben. Er blieb unvollendet, und das ist gut so, aber die Begeisterung für Romanliteratur war in mir geweckt. Nach dem Abschluss schob ich die literarischen Hoffnungen allerdings beiseite und wurde freiberuflicher Journalist. Die geheimen Hoffnungen starben zwar nie ganz, fielen aber in Winterschlaf. Die nächsten fünfunddreißig Jahre verbrachte ich ziemlich erfolgreich mit Schreiben – zuerst für Zeitschriften, dann folgten Sachbücher und schließlich Drehbücher fürs Fernsehen.

Der Drang, einen Roman zu schreiben, lässt sich am ehesten mit einer Erkrankung an Malaria vergleichen. Immer wieder gibt es diese symptomfreien Ruhephasen, aber ganz wird man sie niemals los. Fast ein Leben lang habe ich für Vorgesetzte gearbeitet – Lektoren, Herausgeber, Produzenten, Studiobosse usw. –, und das lässt mit der Zeit den Schriftstellervirus erstarken. Vor zwei Jahren schließlich versagten meine Abwehrkräfte vollends, und ich schrieb meinen Debütroman, einen düsteren Krimi mit dem Titel Go Down Hard. Stieg Larsson ging einen sehr ähnlichen Weg, verfiel in jungen Jahren der Belletristik – Science Fiction in seinem Fall –, wandte sich aber bald der sehr viel ernsthafteren Welt der journalistischen Arbeit an gesellschaftlichen Themen zu. Nach mehreren Jahrzehnten ließ auch bei ihm der Widerstand gegen den Virus nach.

Er beteuerte, es ginge ihm dabei ums Geld, aber ich habe den Verdacht, dass auch er an etwas litt, das ich Ermüdung des Ethos nenne – ein Übel, das besonders Publizisten befällt, die jahrelang jedes bisschen Information in ihren Texten hundertprozentig auf seinen Wahrheitsgehalt haben abklopfen müssen. Aufgrund der vielen Todesdrohungen, die Larsson von seinen politischen Gegnern erhielt, lag der Fall bei ihm ohne Frage schlimmer. Sicherlich sehnte er sich danach, einmal draufloszuschreiben, ohne sich um Rechtschaffenheit, herausgeberische Kontrolle und Faktenchecks kümmern zu müssen; etwas zu erschaffen, das nur durch seine eigene Einbildungskraft begrenzt wurde.

Er erlitt also, genau wie ich, einen literarischen Rückfall und machte sich an seinen ersten Roman. Einsatz und Hingabe für die Fertigstellung eines druckfähigen Romans lassen sich am ehesten mit den Schmerzen bei einer Geburt vergleichen: Hätte man vorher gewusst, worauf man sich einlässt, dann hätte man es sich wohl noch einmal überlegt. Kaum vorstellbar, dass Larsson sich auf Verblendung gestürzt hätte, wäre ihm klar gewesen, dass es ihn fast eine Dreiviertelmillion Wörter kosten würde. Ich war schon nach der ersten Rohfassung von Go Down Hard dem Zusammenbruch nahe, und da waren es nur hunderttausend Wörter, aber jedes einzelne von ihnen war lange abgewogen und mit Sorgfalt gewählt worden.

Ich begann mein Buch in der Absicht, eine alte Vorlage umzuarbeiten – zwei Hauptfiguren

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