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Liebe Sophie - Liebe Valborg Eine Dreiecksgeschichte in Briefen von Lagerlöf, Selma (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.12.2016
  • Verlag: Verlag Urachhaus
eBook (ePUB)
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Liebe Sophie - Liebe Valborg

So nahe kamen wir dem Menschen Selma Lagerlöf noch nie! Erstmals liegen Teile ihrer Korrespondenz in deutscher Übersetzung vor. Über 100 Briefe der Schriftstellerin an ihre beiden engsten Vertrauten gewähren dem Leser Einblick in ein reiches und intensives Leben. Ein ausführliches Vorwort und eingestreute Kommentare erläutern Hintergründe und schaffen Zusammenhänge. Selma Lagerlöf, geboren 1858, lebte schon als Kind ganz in den Sagen und Geschichten ihrer Heimat Värmland. Den Lehrerberuf gab sie schon bald zugunsten des Schreibens auf. Ihr Erstlingswerk 'Gösta Berling' gehört heute zu den weltweit meistgelesenen schwedischen Büchern. Daneben setzte sie sich für die Rechte der Frauen ein, verhalf verfolgten Juden zur Flucht und unterstützte die unter dem Krieg besonders leidende Bevölkerung Finnlands. 1909 erhielt sie als erste Frau den Nobelpreis für Literatur. Sie starb 1940 auf ihrem Gut Mårbacka.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 365
    Erscheinungsdatum: 09.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783825161316
    Verlag: Verlag Urachhaus
    Größe: 575 kBytes
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Liebe Sophie - Liebe Valborg

Einleitung

Selma Lagerlöf und ihre Freundinnen

"Ich kann nicht ohne Dich leben", schrieb sie der einen, "Du bist meine Stütze und mein Alles" der anderen, in vielen Variationen, über Jahrzehnte hinweg. Fast zwanzig Jahre lang stand Selma Lagerlöf zwischen zwei eifersüchtigen Frauen, denen sie in tiefer Freundschaft und Liebe verbunden war und die gegensätzlicher kaum hätten sein können: Sophie Elkan und Valborg Olander.

Als Selma Lagerlöf Sophie Elkan zu Neujahr 1894 kennenlernte, war sie 35 Jahre alt und Sophie 41. Beide waren Schriftstellerinnen am Anfang ihrer Laufbahn, aber sie stammten aus unterschiedlichen Welten.

Selma Lagerlöf war als Tochter eines Leutnants und Gutsbesitzers aus der värmländischen Provinz gemeinsam mit ihren Schwestern von einer Gouvernante unterrichtet worden. Ihre Ausbildung am Lehrerinnenseminar in Stockholm hatte sie sich mit 23 Jahren gegen den Willen ihres Vaters erkämpfen müssen. Als sie Sophie Elkan begegnete, unterrichtete sie bereits seit acht Jahren in der südschwedischen Kleinstadt Landskrona, kam selbst für ihren Unterhalt auf und hatte nach dem Konkurs des elterlichen Guts die mittellose Mutter und Tante zu sich genommen. Zu ihrer Berufung, dem Schreiben, kam sie nur nachts. 1890 hatte sie jedoch mit einigen Kapiteln aus Gösta Berlings Saga den Wettbewerb der Zeitschrift Idun gewonnen und ein Jahr später mit diesem Roman debütiert. Finanziell war der Erfolg nicht so groß, dass Selma Lagerlöf ihren Lehrerberuf hätte aufgeben können, aber sie hatte Aufsehen erregt - und die Schriftstellerkollegin Sophie Elkan war auf sie aufmerksam geworden.

Die fünf Jahre ältere, verwitwete Sophie Elkan (1853 - 1921) hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Erzählungsbände und einen Roman veröffentlicht, war weltgewandt, weitgereist und finanziell unabhängig. Sie stammte aus einer vermögenden jüdischen Kaufmannsfamilie in Göteborg. Die Familie hatte in einer Wohnung mit sieben Zimmern über dem väterlichen Porzellan- und Hausratsgeschäft Salomon & Williamson gewohnt, und sie konnte Frau Bruenechs Privatschule in der Västra Hamngatan besuchen.

An Pfingsten 1872 hatte Sophie Salomon ihren neunzehn Jahre älteren Cousin Nathan Elkan, den Mitbesitzer der Musikalienhandlung Elkan & Schildknecht in Stockholm geheiratet. Beide interessierten sich für Sprachen, beherrschten bereits Französisch, Deutsch und Englisch und lernten anlässlich ihrer Hochzeitsreise auch Italienisch. Anschließend lebten sie in Stockholm in einer schönen Wohnung mit Blick auf den Berzelii Park und nicht weit von der 1870 eröffneten Synagoge entfernt. Fünf Jahre später kam die Tochter Kerstin zur Welt und Nathan Elkan erkrankte an Tuberkulose. In der Hoffnung auf Heilung reiste die Familie nach Süden, aber Nathan starb am zweiten Weihnachtstag 1879 in Nizza, die zweijährige Kerstin am Tag darauf.

Sophie Elkan zog wieder nach Göteborg und unternahm in den folgenden Jahren, häufig mit Frauen, die etliche Jahre jünger und noch ungebunden waren, ausgedehnte Reisen nach Belgien, Holland, Deutschland und England. Sie lebte ein ganzes Jahr in Südfrankreich und einen Winter in Italien. Nach dem Tod ihres Mannes und ihrer Tochter trug sie dauerhaft schwarz und meist einen Schleier. Ein großes Ölgemälde von Mann und Kind hing über ihrem Schreibtisch. Auch ihre schriftstellerische Tätigkeit entsprang dem Wunsch und der Notwendigkeit, mit ihrer Trauer umzugehen. Erst zwölf Jahre nach dem Tod ihrer Familie, im Jahr 1890, reiste sie zum ersten Mal wieder nach Stockholm. Knapp vier Jahre später kam es dort zur ersten Begegnung mit Selma Lagerlöf. Elin Wägner, die erste Biografin Selma Lagerlöfs, beschrieb die Szene folgendermaßen: "Frau Elkan bewunderte den Roman, den Selma Lagerlöf vor etwas mehr als zwei Jahren veröffentlicht hatte, allerdings nicht, denn sie gehörte zur realistischen Strömung, die Göst

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