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Das Buch der Farben von Kobbert, Max J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2019
  • Verlag: WBG Theiss
eBook (ePUB)
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Das Buch der Farben

Was sind eigentlich Farben und was sind Pigmente? Wie entstehen sie und was passiert, wenn man Farben mischt? Wir alle sehen Farben - jedenfalls wenn wir keine medizinisch bedingte Farbschwäche haben. Doch wie kommt es, dass unser Auge Farben wahrnehmen kann? Und wie wirken Farben auf unsere Stimmungen und Gefühle? Und ist es sogar möglich, durch Farben unsere Stimmungslage zu beeinflussen? All diese Themenbereiche und noch viele mehr fügt der Wahrnehmungs- und Kunstpsychologe Max J. Kobbert in seinem interdisziplinärem Buch zu einem faszinierendenund reich illustrierten Kompendium zusammen, bei dem zum Schluss keine "Farbfrage" offen bleibt. Max J. Kobbert, geb. 1944, war bis 2009 Professor für Wahrnehmungspsychologie an der Kunstakademie Münster und an der Fachhochschule Münster. Er ist Autor eines der bekanntesten Gesellschaftsspiele, dem Spiel "Das verrückte Labyrinth".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783806239195
    Verlag: WBG Theiss
    Größe: 57263 kBytes
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Das Buch der Farben

3

Farbe als Energie

Die Plasmafäden in der Teslakugel bewegen sich wie die Tentakel eines Lebewesens.

23 : Das Prisma war entscheidendes Instrument für die Farbforschung.
Warum blieb Goethes Wand weiß?

Um das Jahr 1670 machte Isaak Newton ein Experiment von großer Tragweite. Bis auf einen schmalen Spalt hatte er den Raum abgedunkelt. In das einfallende Sonnenlicht hielt er ein Prisma. An der Wand erschien ein Band reiner Farben, das Spektrum. Newton unterschied darin Rot, Orange, Gelb, Grün, Cyanblau, Indigoblau und Violett.

Er schloss daraus, dass sich das weiße Licht aus Anteilen zusammensetzt, die als Farben wahrgenommen werden. Führte er sie mittels einer Linse zusammen, so ergab sich wieder Weiß.

Als sein Widersacher entwickelte sich 120 Jahre später Goethe, der nicht nur Dichter, sondern auch Naturforscher war. Um 1790 betrachtete er eine weiße Wand durch ein Prisma in der Erwartung, dass sie gemäß Newton nun farbig sein müsse. Stattdessen blieb die Wand weiß, woraus Goethe schloss, dass Newtons Lehre falsch sei.

24 : Beim Blick durch ein Prisma auf eine Hell-Dunkel-Grenze erscheinen Farben.

Wohl aber beobachtete Goethe beim Blick durch das Prisma an der Grenze zwischen schwarzen und weißen Flächen Farben. Er entwickelte eine Farblehre, die er selbst für bedeutsamer als alle seine Dichtungen hielt. Die Farben der Kantenspektren interpretierte er als Mischungen von Weiß und Schwarz in Fortführung antiker Anschauungen, wie sie etwa in Platons Timaios dargestellt werden.

Die Vorstellung, dass stattdessen Weiß etwas Gemischtes sein solle, widersprach seiner Auffassung so grundsätzlich, dass er einen Großteil seiner Farbenlehre der Polemik gegen Newton widmete.

Seine Beobachtung am Prisma, dass eine weiße Wand nicht farbig wird, lässt sich mit Newton jedoch leicht erklären: Es kommt zur Überlagerung zahlloser Einzelspektren, die insgesamt wieder Weiß ergeben.

Goethe war daran gelegen, alles aus dem unmittelbar sinnlich Gegebenem abzuleiten. Heutzutage ist es selbstverständlich, davon auszugehen, dass die physikalische Realität etwa bei atomaren Vorgängen sich der direkten Sinneserfahrung entzieht. Die heutige Technologie wäre nicht entwickelt worden ohne schlüssige Theorien über die mikrokosmische Wirklichkeit einschließlich der Vorgänge, die mit dem Licht zusammenhängen.

Goethe aber gab den Erscheinungen absoluten Vorrang. Weiß erscheint nicht zusammengesetzt, also ist es nicht zusammengesetzt. Er betrieb, was man die phänomenologische Methode nennt. So wichtig diese Methode ist - hier werden ihre Grenzen erkennbar. Sie liegen dort, wo es notwendig ist, die außerhalb der Sinneserfahrung gelegenen Reizbedingungen herauszufinden und sie dem Wahrgenommenen gegenüberzustellen.

Weiß sieht nicht zusammengesetzt aus, da hatte Goethe recht. Vor allem hatte er recht insofern, als von Farben zu reden letztlich nur Sinn macht, wenn man von Erlebnissen spricht. In der Physik gibt es kein Weiß, Rot, Gelb oder Blau, sondern nur Konstrukte wie Wellen, Teilchen, Quanten, deren Beziehungen der Physiker mit seinen Formeln beschreibt.
Wir lassen farbiges Licht entstehen

Wir erfahren Licht im Allgemeinen als das Helle, Strahlende, das von der Sonne oder einer Lampe herrührt. Wir erleben es oft zusammen mit Wärme und spüren dabei leibhaftig seine Energie. Um zu verstehen, was wir uns unter dieser Energie vorzustellen haben, gehen wir zunächst von einer ungewöhnlichen Lichtquelle aus. Sie beruht auf einer Erfindung von Nikola Tesla im Jahre 1904.

25 : Berührt man die Teslakugel, so bündeln sich zahlreiche Plasmafäden zu einem einzigen und scheinen mit der Fingerspitze Kontakt

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