text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Ende des Alterns Die revolutionäre Medizin von morgen (Lifespan) von Sinclair, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2019
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
20,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Ende des Alterns

Bis vor kurzem wusste die Wissenschaft nicht, warum und wie Lebewesen altern. Seit einigen Jahren fließen Milliarden in die Altersforschung; mit dem wachsenden Verständnis für die Funktionsweise des Epigenoms lösen sich viele Rätsel um die Entwicklung und die Veränderungen von Zellen und Organismen im Laufe des Lebens. David A. Sinclair ist Professor für Genetik an der Harvard Medical School und Pionier der epigenetischen Medizin. In diesem Buch erklärt er, auf welche Weise man Gesundheit und Lebensdauer steigern kann. Unser Epigenom nimmt über die Jahrzehnte Schaden. Diese Schäden lassen uns altern und machen uns anfällig für Krankheiten. Prof. Sinclair erforscht, wie man die richtigen Gene wieder aktivieren und so den Organismus heilen und verjüngen kann. Seine Forschungsergebnisse eröffnen ungeahnte Möglichkeiten für die Medizin, aber sie können auch zu gesellschaftspolitischen Verwerfungen führen. Nominiert für das "Wissenschaftsbuch des Jahres" in der Kategorie Medizin & Biologie, verliehen vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung! "Ein elegantes, spannendes Buch, das es verdient hat, aufmerksam und gründlich gelesen zu werden." Siddhartha Mukherjee, Krebsforscher und Pulitzer-Preisträger "Machen Sie sich darauf gefasst, dass es Sie umhaut. In Ihren Händen halten Sie die kostbaren Ergebnisse jahrzehntelanger Arbeit, mitgeteilt von Dr. David A. Sinclair, dem Star in der Erforschung von Alterung und Langlebigkeit." Dave Asprey, Gründer und CEO von Bulletproof und Autor des New York Times-Bestsellers The Bulletproof Diet [dt. Die Bulletproof-Diät UnDo It! Der Supercode

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 528
    Erscheinungsdatum: 01.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832184797
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Originaltitel: 'Lifespan. The Revolutionary Science of Why We Age - and Why We Don't Have To'
    Größe: 4467 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Ende des Alterns

EINLEITUNG

DAS GEBET EINER GROSSMUTTER

Ich bin am Waldrand aufgewachsen. Mein Hinterhof war - bildlich gesprochen - ein Wald von vierzig Hektar. In Wirklichkeit war er viel größer. Er nahm, so weit meine jungen Augen sehen konnten, kein Ende, und ich wurde nie müde, ihn zu erkunden. Ich wanderte und wanderte, blieb stehen, um die Vögel zu beobachten, die Insekten, die Reptilien. Ich nahm Dinge auseinander. Ich zerrieb die Erde zwischen den Fingern, lauschte auf die Geräusche der Wildnis und versuchte, ihre Herkunft zu ergründen.

Und ich spielte. Aus Stöcken machte ich Schwerter, aus Steinen baute ich Burgen. Ich kletterte auf Bäume, schaukelte auf Ästen, ließ die Beine in tiefe Abgründe hängen und sprang von Stellen, von denen ich vermutlich nicht hätte springen sollen. Ich stellte mir vor, ich sei ein Astronaut auf einem weit entfernten Planeten. Ich tat, als sei ich ein Jäger auf Safari. Ich erhob die Stimme für die Tiere, als wären sie das Publikum in einem Opernhaus.

"Cuuuey!", kollerte ich, was in der Sprache des Garigal-Volkes, das die Gegend ursprünglich bewohnt hatte, so viel wie "Komm her!" bedeutet.

Natürlich war ich mit alledem nicht der Einzige. In den nördlichen Außenbezirken von Sydney gab es eine Menge Kinder, die meine Liebe zu Abenteuern, Entdeckungen und Fantasie teilten. Bei Kindern rechnen wir damit. Wir wollen , dass sie auf diese Weise spielen.

Aber irgendwann sind sie natürlich für so etwas "zu alt". Dann wollen wir, dass sie in die Schule gehen. Später wollen wir, dass sie arbeiten gehen. Dass sie einen Partner finden, Geld sparen, ein Haus kaufen.

Denn Sie wissen ja, die Uhr tickt.

Die Erste, die mir sagte, dass es so nicht sein muss, war meine Großmutter. Oder vermutlich sagte sie es mir nicht, sondern sie zeigte es mir.

Meine Oma war in Ungarn aufgewachsen. Im Sommer war sie im kühlen Wasser des Plattensees geschwommen und an seinem Nordufer von einem Urlaubshotel aus, in dem Schauspieler, Maler und Dichter abstiegen, im Gebirge gewandert. In den Wintermonaten hatte sie in einem Hotel in den Bergen von Buda gearbeitet, bevor die Nazis das Haus übernahmen und zur zentralen Kommandostelle der SS machten.

Zehn Jahre nach dem Krieg, in der Anfangszeit der sowjetischen Besetzung, schlossen die Kommunisten nach und nach die Grenzen. Als ihre Mutter versuchte, illegal nach Österreich zu reisen, wurde sie erwischt, inhaftiert und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Kurz danach starb sie. Während des Ungarnaufstandes von 1956 schrieb und verbreitete meine Großmutter in den Straßen von Budapest kommunistenfeindliche Flugblätter. Nachdem die Revolution niedergeschlagen war, nahmen die Sowjets Zehntausende von Dissidenten fest, und meine Großmutter flüchtete mit ihrem Sohn - meinem Vater - nach Australien; weiter, so ihre Überlegung, konnte sie sich nicht von Europa entfernen.

Meine Oma setzte nie wieder einen Fuß auf europäischen Boden, aber sie hatte Ungarn in jeder Hinsicht mitgebracht. Wie man mir erzählte, war sie in Australien eine der ersten Frauen, die einen Bikini trug, und wurde deshalb des Bondi-Strandes verwiesen. Jahrelang lebte sie ganz allein in Neuguinea, das noch heute eine der ursprünglichsten Regionen der Erde ist.

Obwohl meine Großmutter von aschkenasischen Juden abstammte und selbst eine protestantische Erziehung genossen hatte, war sie ein sehr säkularer Charakter. Die Entsprechung zum Vaterunser war bei uns das Gedicht "Jetzt sind wir sechs" des englischen Dichters Alexander Milne. Es endet mit den Worten 1 :

Doch nun bin ich sechs

und bin schlau - unbeschreiblich.

Und sechs find ich prima.

Ich glaube, sechs bleib ich.

Das Gedicht las sie meinem Bruder und mir immer und immer wieder vor. Sechs Jahre, so sagte sie uns, sei das allerbeste Alter, un

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen