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Dein Gehirn weiß mehr, als du denkst Neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung von Birbaumer, Niels (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.04.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Dein Gehirn weiß mehr, als du denkst

Depressionen, Epilepsie, Schlaganfälle und ADS lassen sich kontrollieren, und zwar nur durch Lernen und ohne risikoreiche Medikamente. So lautet die bahnbrechende Erkenntnis des renommierten Hirnforschers Niels Birbaumer. Denn das Gehirn verfügt über fast grenzenlose Potentiale und gleicht bei der Geburt einer Tabula rasa: Nur wenig ist festgelegt, das meiste wird geformt. Darum haben wir großen Einfluss auf unser Denken und Handeln - und unser Gehirn kann sich selbst aus dem Sumpf seiner Erkrankungen ziehen. 'Wissenschaftsbuch des Jahres 2015', Buchkultur, Österreich Niels Birbaumer, geboren 1945, ist Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen. Er wuchs in Wien auf und studierte dort Psychologie und Physiologie. Gastprofessuren führten ihn in die USA, sogar bis nach Hawaii. Für seine Forschung erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und 2010 die Helmholtz-Medaille für sein Lebenswerk. Sein Buch "Dein Gehirn weiß mehr, als wir denken" war Wissenschaftsbuch des Jahres 2015 in Österreich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 11.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843707060
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2316kBytes
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Dein Gehirn weiß mehr, als du denkst

Vorwort
Warum wir uns wandeln
"Panta rhei". So soll es der griechische Philosoph Heraklit bereits vor knapp drei Jahrtausenden formuliert haben. Sein Credo: Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln. Die meisten von uns nicken diesen Satz vorbehaltlos ab. Zeigt doch die tägliche Erfahrung, wie sich alles verändert, und das gilt nicht nur für die Welt, sondern auch für den Menschen selbst. Aus Kindern werden -Erwachsene, aus redegewandten Professoren demente Pflegefälle und aus liberalen Demokraten ultrakonservative Dogmatiker, die angepasste Ehefrau verwandelt sich in einen wollüstigen Vamp, der liebevolle Ehemann in einen brutalen Vergewaltiger, der Studienabbrecher wird zum Dotcom-Milliardär und das Mauerblümchen zum Showstar, der schließlich als Alkoholiker endet. Was den Lebenslauf eines Menschen angeht, gibt es nichts, was es nicht gibt. Das ist manchmal faszinierend, manchmal auch erschreckend, in jedem Falle aber spannend.
Dennoch neigt der Mensch dazu, sich und seine Artgenossen in bestimmten Situationen "einzufrieren". Er spricht von geborenen Rednern, Künstlern und Forschern, aber auch von geborenen Verlierern und Verbrechern. Er glaubt nicht daran, dass aus dem abgebrühten Psychopathen jemals wieder ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft werden kann, und fordert, ihn für immer wegzusperren. Dem Locked-in- oder Wachkoma-Patienten, der nur noch komplett gelähmt und abhängig von lebenserhaltenden Maschinen im Bett liegt, wünscht er ein "humanes" Ende, dass man also die Maschinen abstellt und ihn endlich "von seinem Leiden erlöst". Selbst aufmerksamkeitsgestörten, chronisch depressiven oder ängstlichen Menschen wird oft nicht mehr zugetraut, ihr Leben wieder "auf die Reihe zu kriegen". Besser, so das auch von Medizinern und Therapeuten immer wieder zu hörende Argument, man setzt sie lebenslang unter Drogen, bevor sie sich von der Brücke stürzen oder sogar noch andere Menschen in den Strudel ihres dunklen Schicksals hineinziehen.
"Panta rhei" – das ist Philosophie. Es klingt zwar logisch und vernünftig, aber der Homo sapiens neigt doch recht häufig dazu, gerade das Gegenteil anzunehmen, und diese Neigung ist ausgerechnet dann besonders stark, wenn es um Psyche und Verhalten geht. Gerade in ihrem Kontext herrscht die fatalistische Annahme, dass manche Menschen sich einfach nicht ändern können, weshalb es für sie nur eine Lösung gibt: Man muss irgendwie verhindern, dass sie zur Last werden oder sogar sich selbst oder anderen Schaden zufügen. Indem man sie kontrolliert, penibel isoliert oder sogar wegsperrt. Hauptsache, es ist Ruhe.
Friedrich Nietzsche sagte, dass Menschen mit ihrem begrifflichen Instrumentarium immer wieder daran scheitern müssten, das Werden auszudrücken. Weil man mit Worten, so sein Argument, zwar halbwegs erfassen könnte, was ist, aber eben nicht, was wird. Möglich, dass diese Unzulänglichkeit erklärt, warum immer wieder von unabänderlichen Wesenszügen und Charaktereigenschaften im Menschen gesprochen wird. Betrachtet man freilich die Bereiche, in denen dies überwiegend geschieht, könnte man genauso zu dem Schluss kommen, dass dahinter oft auch Ängste und Bequemlichkeiten stecken. Denn es ist letzten Endes einfacher, einen Psychopathen für immer wegzusperren, als ihn wieder in die Gesellschaft zu integrieren und dabei mög-licherweise sogar seinen Rückfall zu riskieren. Und wenn ein Locked-in-Patient "abgeschaltet" wird, erspart dies seinen Angehörigen und Freunden ebenfalls viele Mühen und Frustra-tionen. Die Frau eines unserer Locked-in-Patienten musste erkennen, dass ihr röchelnd im B

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