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Der Unterschied Was den Mensch zum Menschen macht von Suddendorf, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.10.2014
  • Verlag: Berlin Verlag
eBook (ePUB)
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Der Unterschied

Thomas Suddendorf legt ein Standardwerk vor, das unser Bild von unserem Platz in der Natur verändert. Von der Psychologie und Verhaltensbiologie über die Evolutionsgeschichte bis hin zu den Neurowissenschaften verknüpft er erstmals die jüngsten Erkenntnisse aller relevanten Wissensgebiete. Fesselnd berichtet er, wie er die frühkindliche Entwicklung und das Verhalten von Menschenaffen erforscht. Suddendorf zeigt, dass die Alleinstellung des Menschen dadurch entstand, dass wir andere menschenähnliche und sogar eindeutig menschliche Spezies ausrotteten. Er warnt davor, die Kluft durch die Auslöschung der Menschenaffen noch zu vergrößern. Verblüffend ist, dass offenbar alle einzigartigen Eigenschaften des Menschen auf nur zwei grundlegende Besonderheiten zurückgehen: unsere unbändige Imaginationskraft und das Bedürfnis, unsere Gedanken mit anderen zu teilen. Ein bahnbrechendes Buch, das "auf seinem Gebiet wohl allein dasteht" (Richard Leakey).

Thomas Suddendorf, geboren 1967 im münsterländischen Vreden, promovierte an der Universität von Auckland (Neuseeland). Er lehrt in Australien als Professor für Psychologie an der renommierten University of Queensland in Brisbane, wo Suddendorf mit seiner Familie lebt. Die Evolution des menschlichen Geistes ist das Spezialgebiet des Entwicklungspsychologen. Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u. a. von der American Psychological Association und der Association for Psychological Science.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 06.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827076885
    Verlag: Berlin Verlag
    Größe: 2003 kBytes
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Der Unterschied

EINS

Die letzten Menschen

Dieses Buch handelt von dir, von deinem Wesen und von deiner Herkunft.

Nach den Kategorien der Biologie bist du zweifelsfrei ein Organismus . Wie alle lebenden Organismen besitzen Menschen einen Stoffwechsel und können sich reproduzieren. Dein Genom benutzt dasselbe Wörterbuch wie eine Tulpe – und überschneidet sich in beträchtlichem Ausmaß mit dem Erbgut von Hefe, Bananen und Mäusen. Du bist ein Tier . Wie alle Tiere musst du andere Organismen verspeisen, um dich zu ernähren, seien es Pflanzen, Pilze oder Tiere. Was du gerne essen möchtest, zieht dich meistens an, während du alles meidest, was dich gerne verspeisen möchte – ganz wie dies für Spinnen gilt. Du bist ein Wirbeltier . Wie bei allen Wirbeltieren besitzt dein Körper ein Rückenmark, das mit dem Gehirn verbunden ist. Dein Skelett folgt demselben Bauplan – vier Gliedmaßen und fünf Finger bzw. Zehen – wie das eines Krokodils. Du bist ein Säugetier . Wie alle Höheren Säugetiere wuchst du in deiner Mutter heran und erhieltst nach der Geburt ihre Milch (oder die eines anderen weiblichen Wesens). Dein Körper weist dieselben Terminalhaare auf wie der eines Pudels. Du bist ein Primat . Wie andere Primaten hast du opponierbare Daumen, was ungemein nützlich ist. Deine Sicht der Welt basiert auf derselben Farbwahrnehmung wie die eines Pavians. Du bist ein Hominide . Wie alle Hominiden hast du Schultern, die deinen Armen eine volle Drehbewegung erlauben. Dein engster lebender Verwandter im Tierreich ist ein Schimpanse. Aber bevor ich dich einen Affen nenne, sollte ich wohl besser erst mal auf sichere Distanz gehen.

In der Regel halten sich Menschen für besser, oder zumindest für anders als alle anderen Arten auf unserem Planeten. Doch jede Spezies ist einzigartig, und so gesehen gibt es keine Sonderstellung des Menschen. Im Baum des Lebens bildet jede der Arten einen eigenen Zweig mit Besonderheiten, durch die sie sich von den anderen abhebt. Menschen unterscheiden sich von Schimpansen und anderen Primaten in einigen bemerkenswerten Aspekten. Wir können unsere Knie gerade durchdrücken, haben längere Beine als Arme und gehen gewöhnlich aufrecht, was unseren Händen erlaubt, andere Dinge zu tun, als unser Gewicht zu tragen. Wir haben ein Kinn. Die Oberfläche unseres Körpers ist mit Schweißdrüsen ausgestattet, die ein effizienteres Kühlsystem darstellen als das anderer Primaten. Wir haben unsere Reißzähne und einen Großteil unseres schützenden Fells verloren, auch wenn unseren männlichen Artgenossen ein anscheinend nutzloser, aber beharrlich sprießender Bart geblieben ist. Die Iris unserer Augen ist verhältnismäßig klein und von einer weißen anstatt dunklen Lederhaut umgeben, was es uns erleichtert, die Blickrichtung eines anderen zu erkennen. Menschenfrauen zeigen keineäußerlichen Anzeichen ihrer fruchtbaren Phasen, und Menschenmänner haben keinen Penisknochen.

Das sind keine wirklich bahnbrechenden Besonderheiten, verglichen etwa mit der Entwicklung von Flügeln bei Vögeln, die ihren Trägern selbstverständlich eine ganz neue Dimension von Möglichkeiten eröffnete. Doch trotz dieser dürftigen Liste eigenständiger körperlicher Merkmale ist es uns gelungen, den Großteil unseres Planeten unter unsere Kontrolle zu bringen. Das liegt daran, dass unsere außerordentlichen Kräfte nicht aus Muskeln und Knochen erwachsen, sondern aus unserem Geist.

Es sind unsere geistigen Fähigkeiten, die uns ermöglichten, das Feuer zu zähmen und das Rad zu erfinden. Sie versetzen uns in die Lage, Werkzeuge zu fertigen, die uns st&aum

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