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Die Verzauberung der Welt Eine andere Geschichte der Naturwissenschaften von Fischer, Ernst P. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2014
  • Verlag: Siedler
eBook (ePUB)
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Die Verzauberung der Welt

Higgs, Hubble und der liebe Gott. Eine Anleitung zum Staunen Die meisten Menschen glauben, die Naturwissenschaft habe die Welt entzaubert, was berechnet werden könne, berge keinerlei Geheimnis mehr. Ganz im Gegenteil, schreibt Bestsellerautor und Wissenschaftspublizist Ernst Peter Fischer in seinem neuen Buch - erst durch unablässiges Forschen, durch stetes Nachfragen und unbändige Neugier, kurz: durch die genaue Kenntnis der Naturwissenschaften enthüllt sich uns das wahre Geheimnis der Welt. Fischer, einer der renommiertesten Vermittler von populärer Wissenschaft, zeigt in seinem neuen Werk, dass wir uns die Neugier und das Staunen bewahren müssen, um "das Gefühl für das Geheimnisvolle", wie Einstein es nannte, wiederzuerlangen. Denn für die großen Fragen und Phänomene der Wissenschaft - Was ist Schwerkraft? Was ist Licht? Was ist Zeit? - gibt es keine einfache Erklärung, keine alleingültige Antwort, sondern eine Geschichte, die sich ständig erneuert, und ein "tiefes Geheimnis", das es zu entdecken gilt. Nur durch das Vordringen zu diesem Geheimnis erfahren wir den Zauber der Welt. Ernst Peter Fischer entwickelt diese Kerngedanken am Beispiel der großen Wissenschaftler und ihrer "Entdeckungen" vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart, und schreibt auf diese Weise eine gänzlich "andere Geschichte der Naturwissenschaften". Ein aufregender Streifzug durch die moderne Wissenschaft - und eine Anleitung zum Staunen. Ernst Peter Fischer, geboren 1947 in Wuppertal, studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology. 1987 habilitierte er sich im Fach Wissenschaftsgeschichte und lehrte in den Jahren darauf an den Universitäten Konstanz und Heidelberg. Als Wissenschaftspublizist schreibt er unter anderem für Die Welt und Focus. Fischer ist Autor zahlreicher Bücher, darunter der Bestseller "Die andere Bildung" (2001) und die Max-Planck-Biographie "Der Physiker" (2007). Für seine Arbeit erhielt er mehre Preise, u. a. den Sartorius-Preis der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Bei Siedler erschien zuletzt "Die Verzauberung der Welt. Eine andere Geschichte der Naturwissenschaft" (2014).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 22.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641061227
    Verlag: Siedler
    Größe: 3056 kBytes
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Die Verzauberung der Welt

VORWORT

Das verlorene Gefühl

Man wird nicht sagen dürfen, daß die Physik
die Geheimnisse der Natur wegerkläre, sondern daß sie
sie auf tieferliegende Geheimnisse zurückführe.

CARL FRIEDRICH VON WEIZSÄCKER

Das Schönste, was ein Mensch erleben kann, ist, so Albert Einstein, das Geheimnisvolle. Einstein nennt es "das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Wissenschaft und Kunst steht". Und dieses Gefühl geht den Menschen in diesen Tagen auf vielfache Weise verloren oder wird ihnen genommen – etwa wenn manche Sozialphilosophen verkünden, die aufklärenden Naturwissenschaften sorgten für eine "Entzauberung der Welt". Zahlreiche journalistische Vermittler unterwerfen sich diesem Diktum, wenn sie mit kühnen Überschriften wie "Schwänzeltanz entzaubert" ihren Lesern ein Wissen über das Leben und Weben von Bienen vorgaukeln – ein Wissen, das sie nicht haben können, weil das angesprochene Phänomen keineswegs vollständig erklärt ist. Häufig wetteifern mediale Kommunikatoren darin, dem Publikum vorzuführen, was die Naturwissenschaften scheinbar alles erklären können, ohne dass eine Frage offen bliebe: Krebs entsteht durch entartetes Zellwachstum. Farben versteht man durch unterschiedliche Wellenlängen. Wasser bekommt seine Oberflächenspannung durch die Gestalt seiner Moleküle. Licht wird von Atomen ausgesandt. Energie wird durch Kernspaltung oder Fusion frei. Und so weiter und so fort.

Bereits vor einiger Zeit hat der Literaturwissenschaftler Erich Heller darüber geklagt, dass die bunten Bildchen, die im Fernsehen als wissenschaftliche Erklärung etwa von Viren und ihren Wirkungen angeboten werden, kaum für ein Verstehen sorgen und mehr dafür, dass sich die Zuschauer "im Nu in einer Walt-Disney-Welt von farbigen Absurditäten" wiederfinden. Das zappelnd bunte Geflimmer hektischer Bildschnitte raubt ihnen jedes Gefühl für das Geheimnisvolle, das die Natur demjenigen bietet, der sie aus der Nähe sieht und sie wahrnimmt.

Menschen sind primär nicht rational urteilende, sondern sinnlich wahrnehmende – also ästhetisch empfindsame – Wesen, die sich ganz selbstverständlich darum bemühen, das Schöne in der Welt zu entdecken. Sie erfahren dabei unter anderem Freude an dem, was Licht so alles vermag. Licht funkelt, strahlt, leuchtet, scheint, wärmt, erhellt, glitzert, blitzt auf, wird gespiegelt, polarisiert und inzwischen in höchst raffinierten Leuchtdioden produziert oder auf besondere Weise in Form von Laserstrahlen frei- und eingesetzt. Licht bietet auf seine Weise viele sinnlich zugängliche Geheimnisse, die Lust auf mehr Phänomene machen – sofern sie einem nicht ausgetrieben wird, etwa in der Schule. Denn dort werden diese Phänomene in der Regel unter den schwarzen Strichen versteckt, mit denen Schulbücher Strahlengänge etwa bei Fernrohren, Mikroskopen oder Prismen nachzeichnen und vorführen. Diese glatten Linien der Pädagogen erfassen unter anderem das Reflexionsgesetz, bei dem Licht auf einen Spiegel trifft, der merkwürdigerweise ebenfalls bevorzugt als schwarze Linie erscheint, sodass ein schwarzer Strich auf einen anderen trifft – was mit dem, was Kinder sehen, endgültig nichts mehr zu tun hat. Mit den schwarzen Linien ist alles klar, man hat alles erklärt und in eine Formel gebracht, die in Prüfungen als Wissen abgefragt wird.

Und niemand bemerkt, dass dabei das vergnügliche Verstehen ausgeschaltet und dem Licht mithin jeglicher Zauber genommen wird. Mit den schwarzen Strichen der Pädagogik verschwindet die ästhetische Neugierde der Schüler auf den sc

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