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Endspiel Wie wir das Schicksal der Tropischen Regenwälder noch wenden können von Martin, Claude (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.05.2015
  • Verlag: oekom
eBook (ePUB)
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Endspiel

'Wenn die Regenwälder verschwinden, kippt unser Klima.' Claude Martin Für die einen sind sie Paradiese, andere sprechen noch immer von der grünen Hölle. Kaum ein Lebensraum löst so viel Faszination aus und ist gleichzeitig so bedroht: Rinderherden, Palmölplantagen und der Run auf Tropenhölzer nehmen die Regenwälder von allen Seiten in die Zange. Die Situation ist unübersichtlich wie die Wälder selbst: Einerseits wird illegal gerodet, andererseits mit staatlicher Unterstützung aufgeforstet; in weiten Teilen der Tropen geht die Waldfläche stark zurück, in manchen Regionen bleibt sie konstant; vielerorts existieren noch unerschlossene 'Urwälder' neben verarmten und isolierten Formen. Claude Martin fasst den aktuellen Status quo im neuen 'Bericht an den Club of Rome' zusammen: Er blickt auf die regional verschiedenen Ursachen der Rodungen, bewertet die Chancen von Schutzmaßnahmen und wagt eine Prognose für die Zukunft. Besonders interessant ist dabei die Frage, wie die Regenwälder auf den Klimawandel reagieren werden. Die Wissenschaft ist sich einig, dass hier eine Zeitbombe tickt, wenn der Wald kollabiert und in Flammen aufgeht, weil es immer trockener wird. Für Claude Martin findet aktuell am Äquator ein großes Finale statt - ohne dass jemand wirklich weiß, wie es ausgehen wird. Der promovierte Schweizer Biologe Claude Martin hat in Tropenwäldern in Indien und Afrika geforscht. Von 1993 bis 2005 arbeitete er als Generaldirektor des WWF International. In dieser Position war er u. a. mitverantwortlich für das Zustandekommen der Allianz zum Schutz des Waldes zwischen WWF und der Weltbank und die Schutzgebietsprogramme im Amazonas- und Kongobecken. Heute lebt Martin im Westschweizer Jura und ist als Umwelt- und Nachhaltigkeitsberater für verschiedene akademische Institutionen tätig. Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit einzusetzen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 21.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865819116
    Verlag: oekom
    Größe: 14020 kBytes
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Endspiel

Einführung

"Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus." Alexander von Humboldt Als im Jahr 1972 der erste Bericht an den Club of Rome, Die Grenzen des Wachstums , veröffentlicht wurde, lebte ich gerade im Dschungel Zentralindiens, wo ich als junger und ziemlich unbedarfter Biologe arbeitete. Auf mich wie auch auf viele andere, die wegen der Konsequenzen des ungebremsten Wachstums und Ressourcenverbrauchs beunruhigt waren, hinterließ das Buch einen bleibenden Eindruck. Die Begrenztheit der tropischen Regenwälder auf der Erde war nicht Gegenstand des Berichts. Die Ausdehnung dieser Wälder kannte man damals noch nicht, und die öffentliche Diskussion über ihr Schicksal hatte noch nicht begonnen. Zwar hatten einige wenige Wissenschaftler bereits ihrer Besorgnis Ausdruck verliehen, aber der Wissensstand, diese Wälder betreffend, hatte sich kaum über das hinausentwickelt, was in den historischen Berichten der frühen Forscher, Missionare und kolonialen Forstverwalter beschrieben wurde. Viele der tropischen Länder, selbst die größten unter ihnen, hatten überhaupt keine Vorstellung davon, über welche Fläche sich der Regenwald auf ihrem Territorium ausdehnte. Seit 1972 haben wir enorm viel Wissen dazugewonnen. Die wissenschaftliche Literatur über tropische Regenwälder ist geradezu explodiert, insbesondere in den letzten beiden Jahrzehnten. Heute verfügen wir über satellitengestützte Fernerkundungstechnologien, mittels deren wir einen Elefanten im Kongobecken erkennen und Waldrodungen von der Größe eines Hinterhofes nachverfolgen können. Wir verfügen über das Handwerkszeug, um nachvollziehen zu können, was den Wandel in der tropischen Landnutzung antreibt. Wird aber die internationale Gemeinschaft diese Instrumente auch wirklich nutzen, um die tropische Entwaldung und den Verlust an Biodiversität erfolgreich zu bekämpfen? Oder werden wir den langsamen Untergang dieser Wälder erleben, so wie wir ja bereits die verheerenden Folgen des Klimawandels in vielen Teilen der Welt erfahren? Wissenschaftsinstitute wie Nichtregierungsorganisationen publizieren derzeit Hunderte von Artikeln und Berichten pro Jahr zu den unterschiedlichsten Facetten des Themas Regenwald: zur Veränderung der Waldbedeckung, Fragmentierung des Waldes, Biodiversität, Klimawandel und Kohlenstoffspeicherung. Allerdings arbeiten die meisten Wissenschaftler innerhalb ihrer eigenen wissenschaftlichen Disziplinen und veröffentlichen ihre Ergebnisse in spezialisierten Fachzeitschriften, ohne aufeinander Bezug zu nehmen oder eine Gesamtübersicht zu präsentieren. Forschungsarbeiten sind in hohem Maße fachspezifisch und für Nichtfachleute schwer zu lesen. Wenn nicht bekanntere Wissenschaftsmagazine wie Science oder Nature Forschungsergebnisse publizieren, deren Wirkung breit genug ist, um von den Medien aufgegriffen zu werden, dann kann es passieren, dass wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse von Politik und Öffentlichkeit nicht registriert werden. Sprachbarrieren verschärfen dieses Problem zusätzlich. Der größte Teil der wissenschaftlichen Literatur über tropische Regenwälder kommt heute von Universitäten in den Vereinigten Staaten oder Großbritannien, und Wissenschaftsinstitute in einigen Sprachräumen haben oft Schwierigkeiten, die aktuelle Forschung zu verfolgen. Umgekehrt trifft dies allerdings auch zu. Forschungsarbeiten zur Ökologie der Regenwälder in den ehemaligen französischen und belgischen Kolonien in Afrika tauchen selten auf dem Radarschirm englischsprachiger Wissenschaftler auf. Dies ist ein Grund dafür, warum man allgemein annimmt, die afrikanischen Regenwälder seien biologisch verarmt und nicht ausreichend erforscht und verstanden. Vielleicht ist es ja nur die Sprache der Untersuchungen, die nicht ausreichend verstanden wird. In einem wunderbaren Buch von Jean-Pierre Van de Weghe, Forets d'Afrique Centrale, la Nature et

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