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Gesammelte Werke: Drachen (Sage und Naturwissenschaft) + Eiszeit und Klimawechsel von Bölsche, Wilhelm (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.05.2014
  • Verlag: e-artnow
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Gesammelte Werke: Drachen (Sage und Naturwissenschaft) + Eiszeit und Klimawechsel

Dieses eBook: 'Gesammelte Werke: Drachen (Sage und Naturwissenschaft) + Eiszeit und Klimawechsel + Das Leben der Urwelt' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Wilhelm Bölsche (1861/1939) war ein deutscher Schriftsteller. Obwohl die meisten Schriften Bölsches naturwissenschaftliche Themen behandeln, war er kein Naturwissenschaftler, sondern er hat als Schriftsteller naturwissenschaftliche Themen popularisiert: Als ein fachkundiger Laie schrieb Bölsche für Laien. Inhalt: Eiszeit und Klimawechsel (1919) Drachen: Sage und Naturwissenschaft (1929)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 896
    Erscheinungsdatum: 14.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026815051
    Verlag: e-artnow
    Größe: 1886 kBytes
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Gesammelte Werke: Drachen (Sage und Naturwissenschaft) + Eiszeit und Klimawechsel

Drachen: Sage und Naturwissenschaft (1929)

Inhaltsverzeichnis

Ich war unlängst einmal wieder in einem halbwissenschaftlichen amerikanischen Film, obwohl ich eigentlich nicht besonders gern so etwas besuche. Denn ich ärgere mich durchweg nur über das Mißverhältnis zwischen den guten neuen Mitteln, die hier für wirkliche Volksbildung gegeben wären, und dem tatsächlichen Nichttalent der Leute, etwas damit zu leisten.

Immerhin ging's diesmal noch glimpflich. Man sah, mit der unvermeidlichen amerikanischen Kitsch-Beigabe, eine Expedition, die auf bisher unerstiegenem tropischen Steilhochland noch lebende Saurier der Kreidezeit entdeckte - an sich nett erfunden und in den Tieren selbst, das mußte man zugeben, mit der lebendigsten Technik herausgebracht. Aufnahmen wie aus unserm Zoo, sagte ein geistvoller Tiergartenleiter zu mir - und doch eben Sauriervolk jener unendlich verschollenen vormenschlichen Welt. Man sah die alten Hornsaurier (Ceratopsiden), von der Natur in einer ihrer verwegensten Launen einst zusammengestückelt aus Stier, Nashorn, Schildkröte, Papagei und Krokodil gleich dem tollsten indischen Götzenbild - wie sie mit ihren Jungen als entsprechenden Kleingötzchen vor einem Waldbrande flüchteten. Die wilden Raubsaurier äugten als haushohe fleischfressende Känguruhs des Reptilstamms über den Busch. Und selbst der leibhaftige Riesenflugsaurier schwebte im Gleitfluge auf der Siebenmeterspannweite seiner Häute, wenn es ihm auch da oben wohl etwas an der nötigen Fischkost gefehlt haben würde. Man staunte doch, was mit den Tricks einer an sich bewundernswerten Kunst heute schon alles möglich war. Zugleich aber gingen meine Gedanken nach zwei Richtungen.

Einmal zu der Forschung, die uns dieses uralte versteinte Abenteuer doch heute wieder so weit ausgegraben hatte, daß es wenigstens in der Idee erneut vor uns herumlaufen durfte.

Und zu dem leisen Bedauern und Traum, daß nicht doch auch das andere wahr sein sollte: der kolossale Brontosaurus etwa aus seinen Sümpfen auf der Grenze von Jura und Kreide sich wirklich noch begegnend mit - dem Menschen.

Es gehörte zu den humoristischen Schlagern des Filmmärchens, daß sie dort einen solchen lebenden Brontosaurier ernstlich in den Zoo überführen wollten und dabei die ungeheure Hängebrücke der menschlichen Weltstadt unter seinem Gewicht zusammenbrach. Warum hatte die Natur nicht ebenfalls den Witz gefunden, diese ihre beiden Rekorde, den größten wandelnden Fleischberg und das höchste Geisteswesen, unter gleicher Sonne voreinander zu stellen . . .?

Unser Wissen von dieser verlorenen Welt ist ja heute wirklich bereits merkwürdig scharf in sich abgerundet, wenige Ereignisse nur des ferneren Kosmos haben wir tatsächlich so glänzend mit dem Verstande wieder hergestellt, wobei entgegenkam, daß es sich offenbar in der Sache selber um eine der geschlossensten Episoden der ganzen irdischen Entwicklung handelte.

Diese Saurierschöpfung tauchte mit einer heroischen Stufe dieser Entwicklung auf, gewann bereits einmal eine Art Erdherrschaft, wie später nur der Mensch selbst, erlebte gleich dem Helden eines richtigen Dramas ihre "Hybris", wie die griechischen Tragiker das nannten, den Übermut des verrückten über jedes Maß hinaus, und versank wenigstens nach der gangbaren Meinung zu ihrer Schicksalsstunde ebenso wieder in dem Rest, der Schweigen ist. Wenn man in der Vergeistigung des Menschen wirklich die entscheidende Linie des irdischen Weltvorgangs sucht, so war es im ganzen eine Nebenschöpfung, ein Versuch der seitwärts sich entladenden Kraft, der doch nicht mehr an das Entscheidende rührte trotz all seiner Mittel. Abe

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