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Marie Curie Die erste Frau der Wissenschaft von Goldsmith, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.05.2017
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)

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Marie Curie

Marie Curie war eine Besessene, deren wissenschaftliche Karriere alle Rekorde brach. Sie ist die einzige Frau, die zwei Nobelpreise bekam, die erste, die diese Auszeichnung überhaupt erhielt. Bahnbrechend waren ihre Forschungen über Radioaktivität. Die renommierte Journalistin Barbara Goldsmith hat für die Recherche an diesem einfühlsamen Porträt noch immer schwer radioaktive Zeitdokumente eingesehen: Tagebücher, Briefe und Aufzeichnungen einer Ausnahmewissenschaftlerin und Frau, die für ihre Leidenschaft den eigenen Tod in Kauf nahm.

Barbara Goldsmith ist Historikerin und Journalistin. Sie schreibt für New York Times, Vanity Fair und The New Yorker. Ihre Bücher landen in Amerika regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Ausgezeichnet wurde sie u.a. mit dem 'Emmy Award'. Schon als junges Mädchen war sie eine glühende Verehrerin von Marie Curie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 02.05.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492977029
    Verlag: Piper Verlag
    Originaltitel: Obsessive Genius
    Größe: 4232 kBytes
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Marie Curie

I

Frühe Einflüsse

»Eine große Entdeckung entspringt nicht fix und fertig dem Gehirn eines Wissenschaftlers wie Minerva in voller Rüstung dem Kopf Jupiters; sie ist das Ergebnis langer Arbeit«, schreibt Marie Curie. Und von Louis Pasteur stammt der Ausspruch: »Das Schicksal bevorzugt den Geist, der vorbereitet ist.« Doch große Leistungen erfordern mehr als wissenschaftliche Vorbereitung, nämlich einen Menschen, der sich mehr als alle anderen für die Lösung der Aufgabe eignet. Und Marie Curie, deren Persönlichkeit durch Diskriminierung und Entbehrungen, elterlichen Druck und Ehrgeiz, Patriotismus und Pazifismus geformt wurde, war ein solcher Mensch.

Als Vierjährige stand sie fasziniert vor einer Vitrine »mit mehreren Fächern, in denen es zahlreiche wunderliche, zierliche Dinge zu sehen gibt, gläserne Röhren, leicht gefügte Waagen, verschiedene Mineralien und sogar ein Elektroskop mit einem Goldblatt«[5]. Professor Wladislaw Sklodowski erklärte seiner staunenden Tochter, das sei seine »Physikausrüstung«. Maria Salomee Sklodowska, genannt Mania[6], aus der später die weltberühmte Madame Curie werden sollte, hatte keine Ahnung, was er damit meinte, aber die Worte ihres Vaters blieben ihr im Gedächtnis. Diese Anekdote, die Ève Curie schildert, deutet auf ein frühes Interesse für die Naturwissenschaften hin und sagt etwas über das Verhältnis der Kleinen zu ihrem Vater aus. Die Vitrine blieb verschlossen, seit die Kurse von Professor Sklodowski nach dem blutig niedergeschlagenen Januaraufstand des Jahres 1863 nicht mehr stattfinden durften. Marie Curie schreibt, ihr Vater sei durch russische Unterdrückung um eine möglicherweise herausragende Wissenschaftlerkarriere gebracht worden. »Mein Vater hatte kein Labor und konnte folglich keine Experimente durchführen.«[7] Mania sollte wie so viele andere Kinder die unerfüllten Träume des Vaters verwirklichen.

Professor Sklodowski führte in jenen Jahren ein unsicheres Dasein als Unterinspektor und Lehrer in einem kaiserlichen Jungengymnasium in Warschau. Solche russischen Gymnasien waren die einzigen Bildungseinrichtungen, die Zeugnisse ausstellen durften. Viele der polnischen Lehrer in diesen Schulen galten bei ihren Landsleuten als durch die Russen »vergiftet«. Wladislaw glaubte jedoch, die polnische Kultur durch seinen Unterricht am Leben erhalten zu können. Früher war Polen ein stolzes Land gewesen, aber nach der endgültigen Niederlage Napoleons in der Schlacht von Waterloo 1815 wurde der russische Zar Alexander II. beim Wiener Kongress zum »König von Polen« ernannt und das Land der gemeinsamen Kontrolle von Russland, Preußen und Österreich unterstellt. Sogar die Bezeichnung »Polen« tilgte man von vielen Landkarten und nannte das Gebiet »Wisla« [Weichsel], nach dem Fluss gleichen Namens. Die Russen gingen besonders grob zu Werke. Die polnische Sprache wurde in den Schulen genauso verboten wie der Unterricht in polnischer Geschichte und Literatur. Die offizielle Sprache war Russisch, und alle Straßen- und Ladenschilder mussten in Kyrillisch beschriftet werden.

Zwei Aufstände gegen die russische Besatzung waren fehlgeschlagen; beide hatten unmittelbare Auswirkungen auf die Familie Sklodowski. Während des ersten im November 1830 kämpfte Wladislaws Vater Josef, ein angesehener Physik- und Chemielehrer, in der Artillerie. Als die Russen ihn gefangen nahmen, musste er barfuß über 200 Kilometer zu einem Lager marschieren. Dabei verlor er fast 20 Kilo Gewicht. Seine Füße, nach dem Gewaltmarsch blutig und angeschwollen, sollten ihn den Rest seines Lebens quälen. Wie durch ein Wunder entkam er.

Der Aufstand vom Januar 1863 wurde ein katastrophaler Fehlschlag. Eineinhalb Jahre lang kämpften Polen, manche lediglich mit Spaten, Knüppeln und Hacken ausgerüstet, gegen die Armee des Zaren. Am Ende waren Tausende polnische Aufständische tot oder wurden nach Sibirien verbannt. Ein Onkel von Mania wurde bei den Auseinandersetzungen

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