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Tugenden für eine bessere Welt von Boff, Leonardo (eBook)

  • Verlag: Butzon & Bercker
eBook (PDF)
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Tugenden für eine bessere Welt

Eine bessere Welt ist möglich - das ist die tiefe Überzeugung von Leonardo Boff, die er mit einer immer stärker werdenden weltweiten Bewegung teilt. "Es sind Werte, die die Menschen bewegen. Es sind Tugenden, die unser Handeln auf das Leben der Menschen und der Erde, unseres gemeinsamen Hauses, hin ausrichten. Für die Menschheit beginnt die Ära eines Weltethos, das sich in ganz neuen Tugenden verwirklicht: Gastfreundschaft, Zusammenleben, Respekt, Toleranz, Tischgemeinschaft und ein Leben in Frieden . .. Es wird auf der Welt keinen Frieden geben, solange es leere Mägen und einen Mangel an Solidarität und Mitleid mit den Allerbedürftigsten gibt" (Leonardo Boff)

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 353
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783766641076
    Verlag: Butzon & Bercker
    Größe: 389 kBytes
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Tugenden für eine bessere Welt

Erster Teil Gastfreundschaft: Recht und Pflicht aller

I. Die planetarische Phase der Erde und der Menschheit

Wir treten gerade in eine neue Phase des Evolutionsprozesses der Erde und der Menschheit ein, in die planetarische Phase. Die auf die Kontinente zerstreuten und auf ihre jeweiligen Nationalstaaten begrenzten Völker beginnen sich nun innerhalb des Gemeinsamen Hauses, des Planeten Erde, zu bewegen.

Es wächst das Bewusstsein, dass wir nur diesen einen, kleinen und mit begrenzten Ressourcen ausgestatteten Planeten haben, auf dem wir leben können. Wir müssen ihn mit Sorgfalt behandeln, damit er alle Menschen, die gesamte Kette des Lebens und aller Lebewesen beherbergen kann. Wir möchten, dass er noch einer langen Geschichte entgegensieht.

Wir entdecken auch etwas, was uns zutiefst bewegen kann: die Perspektive der Astronauten von ihrem Raumschiff aus. Aus dieser Perspektive ist es nicht mehr möglich, Erde und Menschheit, Erde und Biosphäre zu unterscheiden. Sie bilden eine einzige, große und komplexe Wirklichkeit. Wir haben denselben Ursprung und dasselbe Schicksal. Deshalb begreifen wir uns als ein einziges Subjekt angesichts der Zukunft.

Dieses Faktum führt nach und nach zu einem neuen Bewusstsein. Vom ethnisch und durch soziale Klassen bestimmten Bewusstsein gelangen wir zum Bewusstsein der Gattung homo sapiens et demens. Wir entdecken uns selbst als Mitglieder der großen Menschheitsfamilie und der Gemeinschaft des Lebens, Brüder und Schwestern, Cousins und Cousinen anderer Vertreter der immensen Vielfalt des Lebens: von Pflanzen und Tieren, aus denen die Biosphäre besteht – jene feine Schicht, die die Erde umhüllt und das System Leben bildet. Sie ist nur der am deutlichsten sichtbare Teil des Planeten Erde selbst, der als lebendiger Großorganismus verstanden werden muss, als Große Mutter, Pachamama und Gaia.

Von diesem neuen Moment unserer gemeinsamen Geschichte fühlen sich alle berührt. Wir alle beginnen uns zu fragen: Worin besteht die Rolle einer jeden einzelnen menschlichen Person, der Kulturen, der Nationen und Religionen? Konkret gesprochen: Werden unsere Traditionen, unsere regionalen Kulturen, unsere Überzeugungen, unsere Künste und unsere Religionen, mit einem Wort: all das, was unsere Identität ausmacht, noch in irgendeiner Weise zählen? In welcher Weise müssen wir uns verändern, um auf der Höhe der Zeit zu sein und mit dieser neuen Phase mithalten zu können, die jetzt heraufkommt? Was müssen wir sein?

Der immer schneller werdende Prozess der Globalisierung kann eine dramatische Weichenstellung für die Menschheit bedeuten. Er kann die Gelegenheit für eine Begegnung aller mit allen aus den unterschiedlichsten Kulturen und Traditionen schaffen. Dabei handelt es sich um die erfreuliche Erfahrung der Entdeckung von Unterschieden, die uns neue Formen der Teilhabe und des Zusammenlebens ermöglichen.

Auf der anderen Seite kann diese Globalisierung zu einer Erfahrung der Fremdheit führen, die Misstrauen, Ressentiment, ja sogar Angst vor dem Anderen weckt. Und das Näher-Zusammenrücken kann alten Hass, Spannungen, Verbitterungen und Vorurteile, die sich über die Jahrhunderte angesammelt haben, zwischen Regionen und Völkern neu entflammen.

Jetzt ist die Gastfreundschaft, die gegenseitige Annahme, die großzügige Offenheit als Voraussetzung für die Beseitigung von Verurteilungen und Vorurteilen dringlicher denn je. Nur auf diese Weise können wir die Andersheit als Andersheit und nicht als Ungleichheit und Unterlegenheit bzw. als bloße Verlängerung dessen, was uns selbst eignet, begreifen. Und dann bedarf es des Willens, im selben Gemeinsamen

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