text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Windsbraut Wie ich lernte, die Sprache der Pferde zu verstehen. von Brandis, Sylvia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.03.2014
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Windsbraut

Die mit den Pferden spricht Seit ihrer Kindheit träumte Sylvia Brandis den Traum vieler 'Pferdemädchen' - ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Mit Durchsetzungsvermögen, Fleiß und etwas Glück hat sie ihn verwirklichen können. Auch wenn das Schicksal ihr manchen Hieb versetzt - die Liebe zu den Pferden ist die große Konstante ihres Lebens. Schon bald wird sie zum Geheimtipp für die Besitzer 'schwieriger' Pferde. Sie trainiert die Tiere nicht durch Dominanz und Zwang, sondern führt ein 'Gespräch' mit ihnen. Anfang der neunziger Jahre zieht Sylvia Brandis nach Schweden, wo sie heute zu den anerkanntesten Equitherapeuten gehört. Kenntnisreich und poetisch zugleich schildert sie den Alltag mit den Pferden, die Hoffnungen und Glücksmomente, aber auch die Rückschläge, die dieses Leben bereithält. 'Die Haupteigenschaft, die ein Pferd für mich begehrenswert macht, unterscheidet sich nicht wesentlich von der, die ich auch an Männern schätze - die Glut, das innere Feuer.'

Sylvia Brandis, geboren in Hamburg, studierte Veterinärmedizin, danach freiberufliche Arbeit mit Pferden und als freie Journalistin u.a. für DIE ZEIT. 1989 Preis der Kärntner Industrie im Rahmen des Ingeborg Bachmann Preises in Klagenfurt. Sie lebt seit 1992 in Schweden, wo sie als Equitherapeutin und Ausbilderin für Dressurpferde arbeitet. Die von ihr gezüchteten Friesen werden weltweit verkauft. Bei Rütten & Loening ist ihr Buch 'Windsbraut. Wie ich die Sprache der Pferde lernte' lieferbar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 20.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841207333
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 3142kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Windsbraut

PROLOG

Piets Blut

Viertausend Kronen kostet der Tod. Bar und im Voraus zu entrichten, hat man mir mitgeteilt. So also soll nun alles zu Ende gehen: ein drastischer und dennoch den Umständen nach barmherziger Schluss. Schnell und schmerzlos, zu Hause in vertrauter Umgebung und nicht begleitet von fremden Stimmen und verwirrenden Geräuschen, von Blutgeruch und Einsamkeit und Agonie. Ich rolle die inzwischen feuchtwarmen Geldscheine in meiner rechten Hand zusammen. Der Preis meiner Liebe ist höher. Ich kann und ich darf mich nun nicht drücken, so wenig ich mich dieser Art von Abschied auch gewachsen fühle. Piet in seiner letzten Stunde fremden Männern zu überlassen, wäre ein noch größerer Verrat. Er ist allzu sehr auf mich fixiert. Mein Lampenfieber vor vielen unserer Auftritte hat ihn nie angesteckt. Wenn ich nervös war, blieb er stets gelassen. Er hat mir immer vertraut. Und gerade das macht alles nun noch schwerer.

Die Haupteigenschaft, die ein Pferd für mich begehrenswert macht, unterscheidet sich nicht wesentlich von jener, die ich auch an Männern schätze. Maßgeblich ist für mich die Glut, jenes innere Feuer, das Männern Leidenschaft verleiht und Pferde zu Bewegungskünstlern macht. Ein Pferd drückt Lebenslust ganz selbstverständlich in Bewegung aus, und diese dynamische Energie ist bei einem Pferd die Voraussetzung für Schönheit und Charisma. Ein faszinierendes Pferd kann ebenso wenig phlegmatisch sein wie ein attraktiver Mann ein Kleingeist. Ein schönes Pferd will nicht nur, es muss ganz einfach tanzen.

Piet ist genau so ein heißblütiges Pferd. In all den Jahren, die er mich begleitet hat, ist er stets voller Elan und Schwung gewesen, und selbst die stärker werdenden Schmerzen seiner Arthrose hat er so lange wie möglich stoisch ertragen. Wir waren Partner, Arbeitskameraden und Freunde, wobei der Begriff Freundschaft die Beziehung zwischen Mensch und Pferd natürlich selten richtig definiert. Das besondere Band zwischen uns ist eine Mischung aus Vertrauen und Vertrautheit, Sympathie und gegenseitigem Respekt. Piet erweist mir die spezielle Höflichkeit eines selbstbewussten Hengstes gegenüber dem Menschen, dessen Leitung er sich anvertraut. Er bringt mich nach all den Jahren immer noch zum Staunen mit seiner intuitiven Klugheit, Eleganz und Noblesse. Er ist stolz, loyal und sehr gehorsam. Niemals jedoch unterwürfig. Anderen Pferden gegenüber kann er herrisch und wie ein Tyrann auftreten. Menschen hingegen behandelte er mit Huld und Sanftmut. Zuweilen, wie mir scheint, mit Nachsicht. Ich bin davon überzeugt, dass Piet sich gar nicht so selten uns Zweibeinern gegenüber ein wenig überlegen fühlt. Sechzehn Jahre lang hat er zu meinem Leben gehört, ist mehr und mehr "mein" Pferd geworden und damit ein Teil meiner Identität, und auch ich bin vermutlich inzwischen ein wichtiger Bestandteil seiner Welt. Er liest meine Stimmungen, nimmt gelassen zur Kenntnis, ob ich Liebeskummer oder Heimweh habe oder einfach aufgeräumt und glücklich bin. Er selber ist nicht launisch, sondern von einer bemerkenswerten Ausgeglichenheit. Sein inneres Gleichgewicht ist wohl die eigentliche Quelle seiner Kraft und Energie. Als Mensch hätte er vermutlich mit dem Buddhismus geliebäugelt. Ein energisches Pferd mit Vorwärtsdrang ist wie ein optimistischer Mensch, der nach vorn blickt und auf diese Weise von Neurosen verschont bleibt.

Piet K fan Veldbos. So lautet sein vollständiger Name. Selbstverständlich ist er adlig. Niemand, der ihn je gesehen hat, zweifelt daran. Er ist ganz einfach und in allem eine Majestät. Sein Vater heißt Falke, allein das klingt ja wie Poesie oder auch wie der Anfang eines Märchens. Rappen gelten seit jeher als besondere Pfer

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen