text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Zieht euch warm an, es wird heiß! Den Klimawandel verstehen und aus der Krise für die Welt von morgen lernen von Plöger, Sven (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.06.2020
  • Verlag: Westend Verlag
eBook (ePUB)
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Zieht euch warm an, es wird heiß!

'Sven Plöger macht keine heiße Luft, sondern bewahrt angesichts der größten Herausforderung der Menschheit einen kühlen Kopf und seinen Humor. Der Meteorologe meines Vertrauens!' Eckart von Hirschhausen Trockenheit, Waldschäden und Waldbrände, dann wieder Platzregen mit Hagel und Sturmböen - auch die Coronakrise kann nicht verdecken, dass sich unser Klima immer schneller verändert. Um das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen, müsste die Einsparung an CO2-Emissionen jährlich so groß sein wie durch den Shutdown. Genau das aber wäre möglich! Dazu müssen wir die Gier, die im jetzigen System steckt, in den Umbau der Wirtschaft lenken. Damit der Wohlstand bleibt, muss der Green Deal kommen. Der Diplom-Meteorologe Sven Plöger zeigt verständlich, wie unser Klimasystem funktioniert, wie man skeptischen Stimmen begegnet und dass die aktuelle Krise eine echte Chance ist, Weichen für unsere Zukunft und die unserer Kinder zu stellen. Mit Praxisteil: Reden Sie nicht nur übers Wetter - verändern Sie das Klima! Sven Plöger sagt seit 1999 in Funk und Fernsehen das Wetter voraus. 2010 erhielt er in Bremerhaven die Auszeichnung 'Bester Wettermoderator im Deutschen Fernsehen'. Der studierte Meteorologe hält regelmäßig Vorträge über Wetter und Klima. Im Westend Verlag erschienen von ihm bislang die Bücher 'Klimafakten' (2015) und 'Gute Aussichten für morgen' (2017).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 08.06.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864897733
    Verlag: Westend Verlag
    Größe: 2877 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Zieht euch warm an, es wird heiß!

Den Klimawandel verstehen

Wetter ist nicht gleich Klima

Mit der im ersten Buchteil geschaffenen Einordnung steht uns jetzt eine Art Weltbild unseres Erdsystems zur Verfügung, in das wir uns und unser Verhalten bereits eingebettet haben. Im Folgenden wollen wir uns die Zusammenhänge im Klimasystem rein naturwissenschaftlich zu Gemüte führen. Beginnen wir bei den Grundlagen: Der Begriff Klima beschreibt die "Gesamtheit der Wettererscheinungen an irgendeinem Ort der Erde während einer festgelegten Zeitspanne". Klima ist zunächst also nichts anderes als gemitteltes Wetter an einem Ort. Die World Meteorological Organization (WMO) hat dabei festgelegt, dass der Mittelungszeitraum mindestens 30 Jahre umfasst, der Dauer einer menschlichen Generation. Dieser Zeitraum reicht aus, um genügend Daten zu liefern, die eine längerfristige Veränderung, also einen Trend etwa bei Temperatur oder Niederschlag, erkennen lassen.

Das Wort selbst stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet in etwa "Neigung". Gemeint ist damit, ob die Sonne in steilem oder flachem Winkel auf die Erdoberfläche trifft und diese entsprechend mehr oder weniger stark erwärmt. Denn bei einem flacheren Winkel verteilt sich die gleiche Energiemenge über eine größere Fläche. Hieraus ergeben sich übrigens auch unmittelbar die verschiedenen Klimazonen der Erde. Weil die Erdachse geneigt ist - derzeit um 23,5 Grad - ändern sich diese Auftreffwinkel zudem im Verlauf eines Jahres. So entstehen die Jahreszeiten und eine scheinbare Bahn der Sonne zwischen dem nördlichen (23,5 Grad nördlicher Breite) und dem südlichen (23,5 Grad südlicher Breite) Wendekreis. Dadurch steht die Sonne bei uns im Winter 47 Grad (2 mal 23,5 Grad) tiefer als im Sommer: Wir bekommen viel weniger Sonnenenergie pro Fläche ab - es wird kälter.

Zu der zeitlichen Mittelung von Wetter an einem Ort kommt aber in Erweiterung des ursprünglichen Klimabegriffs auch noch die räumliche Dimension hinzu. Wenn man Wettererscheinungen über größere Naturräume mittelt, spricht man vom Regional- oder Mesoklima, bei Kontinenten oder gar dem ganzen Globus vom Makro- oder Erdklima beziehungsweise vom globalen Klima. Diese Begriffe werden jedoch oft vermischt, sodass in diesem Buch bei der Verwendung des Begriffs Klima immer das zeitliche und räumliche Mittel gemeint ist, andernfalls wird darauf hingewiesen.
Warum werden Klima und Wetter verwechselt?

Der Unterschied zwischen Wetter und Klima ist somit leicht zu verstehen: Klima ist schlicht die Statistik des Wetters. Dennoch werden die Begriffe in der öffentlichen Debatte gerne durcheinandergebracht. Der Stolperstein ist wohl folgender: Wetter können wir mit unseren Sinnesorganen fühlen und es zu erleben löst unmittelbar Empfindungen in uns aus. Wetter ist uns emotional also sehr nah. Klima - die Statistik - können wir hingegen nicht fühlen. Deshalb ist uns das Klima emotional fern. Das Klima setzt sich aus verschiedenen Wetterelementen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind, Bewölkung, Niederschlag, Sonnenscheindauer, Luftdruck, Schneehöhe, Strahlung oder Verdunstung zusammen. Und so denken wir beim Klima eher an die selbst wahrgenommenen Wetterelemente - und schon ist die Verwechslung oft ganz unabsichtlich passiert.

Wetter ist definiert als der "aktuelle Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt". Damit spüren wir einen Vorgang, der in höchstem Maße variabel ist, denn genau das zeichnet unser Wetter aus. Mal ist es heiß, mal kalt, mal fällt Regen, mal schneit es, mal herrscht ruhiges Hochdruckwetter mit Sonnenschein, dann kommt es wieder zu Gewittern oder Stürmen. Wenn wir das alles nun einfach mitteln, kann natürlich kein Normwetter herauskommen, so etwas gibt es nicht. Beim Wetter ist schließlich die Abweichung von der Norm die Norm! Aber ein Normwetter darzustellen ist

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen