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Deutscher SCOR-Preis für Aktuarwissenschaften 2010 Zusammenfassungen eingereichter Arbeiten

  • Erscheinungsdatum: 25.05.2011
  • Verlag: VVW GmbH
eBook (PDF)
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Deutscher SCOR-Preis für Aktuarwissenschaften 2010

Der SCOR-Preis für Aktuarwissenschaften, der seit 1998 in Zusammenarbeit mit der Universität Ulm jährlich verliehen wird, hat sich im deutschsprachigen Raum zur bedeutendsten Auszeichnung für junge Wissenschaftler auf dem Gebiet der versicherungsmathematischen Forschung entwickelt. Wie schon in den Vorjahren spiegelten die der Jury 2010 vorgelegten Arbeiten in besonderem Maße die aktuellen versicherungsmathematischen Fragestellungen wider. Schwerpunkte waren spartenübergreifende Themengebiete rund um Solvency II und das Risikomanagement in Versicherungsunternehmen. Der vorliegende Band 11 der Schriftenreihe der SCOR Deutschland enthält wie gewohnt die Kurzfassungen von zehn ausgewählten Arbeiten aus der Gesamtheit der Einreichungen. Darunter befinden sich auch die drei prämierten Beiträge: - die Herleitung von geeigneten Stress-Szenarien mit Hilfe von Simulationsrechnungen im Rahmen eines Modells der dynamischen Finanzanalyse (3. Preis, Wiltrud Weidner), - eine umfassende Untersuchung zur Qualifizierung von versicherungstechnischen Risiken, insbesondere Kreditrisiken (2. Preis, Ramona Maier), - die herausragende Ausarbeitung zu der Abschätzung stochastischer Volatilitäten bei variablen Lebensversicherungsprodukten (1. Preis, Frederik Ruez). Die Lektüre dieser Zusammenfassungen von besonders beachtenswerten Diplomarbeiten und Dissertationen auf dem Gebiet der aktuarwissenschaftlichen Forschung vermittelt vielfältige Anregungen für Studium und Praxis.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 69
    Erscheinungsdatum: 25.05.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862980666
    Verlag: VVW GmbH
    Größe: 742 kBytes
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Deutscher SCOR-Preis für Aktuarwissenschaften 2010

The Impact of Stochastic Volatility on Pricing, Hedging, and Hedge Efficiency of Guaranteed Minimum Withdrawal Benefits for Life Contracts (S. 52-53)

Zusammenfassung der Diplomarbeit an der Universität Ulm

Frederik Ruez

Einleitung und Motivation

Variable Annuities sind fondsgebundene Policen, bei denen das vom Kunde investierte Kapital typischerweise in einen oder mehrere vom Kunden ausgewählte Investmentfonds angelegt wird. Dem Kunden steht dabei üblicherweise eine Vielzahl unterschiedlicher Fonds zur Auswahl. Diese Produktart wurde in den 1970er in den USA eingeführt. Zwei Jahrzehnte später, Ende der 90er Jahre, begannen Versicherer damit, auf der Grundstruktur von Variable Annuities aufbauende, zusätzliche Todesfall- (Guaranteed Minimum Death Benefits, GMDB) und Erlebensfallgarantien (Guaranteed Minimum Living Benefits) anzubieten, was zu einer signifikanten Zunahme der Popularität und des Erfolgs dieser Produktklasse führte.

Variable Annuities mit solch zusätzlichen Garantien wurden anschließend auch in mehreren asiatischen Märkten – unter anderem Japan – erfolgreich eingeführt und erreichten schließlich den europäischen Markt. Im Zuge der letzten Finanzkrise bereiteten diese Art von Garantien den Anbietern solcher Produkte jedoch beträchtliche Probleme, sodass sich viele Versicherer gezwungen sahen, ihre Produkte umzugestalten oder sich sogar komplett aus einzelnen Märkten zurückzuziehen.

Die in Variable Annuities angebotenen Erlebensfallgarantien lassen sich in drei Hauptkategorien unterteilen: Guaranteed Minimum Accumulation Benefits (GMAB), Guaranteed Minimum Income Benefits (GMIB) und Guaranteed Minimum Withdrawal Benefits (GMWB). Ein GMAB-Zusatz garantiert dem Inhaber der Variable Annuity eine Mindestsumme bei Fälligkeit des Vertrages, während eine GMIB-Garantie ihm eine nach einer gewissen Aufschubphase beginnende Mindestrente garantiert. Bei Garantien vom GMWB-Typ hingegen wird es dem Versicherungsnehmer unter gewissen Voraussetzungen ermöglicht, weiter Entnahmen aus seinem Fondsvermögen zu tätigen, obwohl das investierte Kapital seit Vertragsbeginn vollständig aufgebraucht wurde.

Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass sowohl die zu den festgelegten Zeitpunkten entnommenen Beträge, als auch die Summe aller Entnahmen gewisse Grenzen nicht überschritten haben. Eine Erweiterung dieser Garantieform stellen die sogenannten "GMWB for Life" bzw. Guaranteed Lifelong Withdrawal Benefits (GLWB) dar. Bei dieser Garantie ist die Summe aller Entnahmen theoretisch unbegrenzt, die einzelnen Entnahmen sind jedoch weiterhin nur zu fixen Zeitpunkten möglich und zudem auf die Lebensdauer des Versicherten beschränkt.

Zusätzlich dürfen die einzelnen Entnahmebeträge gewisse Grenzen nicht überschreiten, da sonst Anpassungen der Garantie drohen. Die getätigten Entnahmen werden zunächst dem Vertragsvermögen entnommen; Ist dieses aufgebraucht, so muss der Versicherer für die garantierten Entnahmen bis zum Tod des Versicherten aufkommen. Im Gegensatz zu einer konventionellen Rentenversicherung verbleibt das investierte Kapital dabei im Besitz des Versicherungsnehmers: er kann jederzeit darüber verfügen und bei Stornierung des Vertrages wird ihm das verbliebene Fondsvermögen ausbezahlt.

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