text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Aufgaben im Krankenhaus neu aufteilen Chancen für Pflege, Medizin und Assistenzberufe von Wagner, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.10.2009
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Aufgaben im Krankenhaus neu aufteilen

Dieses Buch vermittelt organisatorische sowie juristische Grundkenntnisse zum Thema Neuordnung von Aufgaben im Krankenhaus. So wird z. B. der Unterschied zwischen einer Tätigkeitsverschiebung und einer Delegation dargestellt. Der Autor zeigt neue Möglichkeiten auf, die Schnittstellen hauptsächlich zwischen den Berufsgruppen Pflegedienst, ärztlicher Dienst und Service variabel zu gestalten. Dabei wird schwerpunktmäßig der professionelle Pflegedienst betrachtet. Die spezifischen Problematiken, die sich aus der Verschiebung von Tätigkeitsbereichen in der täglichen Praxis ergeben, erläutert der Autor anhand von Erfahrungen aus einem Modellprojekt in einem Frankfurter Krankenhaus. Daraus entwickelt er praxisnah Lösungsstrategien zu allen Stadien der Projektdurchführung. Dabei geht der Autor auf die aktuelle und hochbrisante Diskussion zwischen den unterschiedlichen Verbänden um die Vor- und Nachteile der Tätigkeitsverschiebung im Krankenhaus ein.

Michael Wagner ist Krankenpfleger, Dipl.-Pflegewirt (FH) und Fachautor. Er arbeitet in der Pflegedienstleitung der Sozialstiftung Bamberg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 96
    Erscheinungsdatum: 29.10.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170279322
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 7611 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Aufgaben im Krankenhaus neu aufteilen

2 Verlagerung von ärztlichen Tätigkeiten in den Pflegedienst

Es gibt also die Möglichkeit, bestimmte ärztliche Tätigkeiten Pflegenden zuzuordnen. Doch was sagen eigentlich die Beteiligten dazu? Sehen sich die Pflegenden überhaupt in der Lage, diese Tätigkeiten zu übernehmen, und wollen sie dies auch? Und wie stellen sich die Ärzte dazu, Aufgaben abgeben zu müssen? Im nachfolgenden Kapitel wird zuerst auf die Entwicklung der Pflege eingegangen, anschließend werden Stellungnahmen verschiedener Verbände aufgeführt.
2.1 Professionalisierung der Pflege

Was ist professionelle Pflege?

Begrifflich abgrenzen lässt sich die professionelle Pflege von der Selbstpflege (die Sorge um das eigene Wohlbefinden und die entsprechende Interaktion mit der Umwelt) und der Laienpflege (freiwillige, bedürfnisorientierte Sorge um Andere, welche auf einer eigenen Erfahrung fußt).

Unter der professionellen Pflege versteht McCloskey (in Kellnhauser 1994, S. 59) "die Durchführung gegen Entgelt von Aktivitäten bei der Beobachtung, Pflege und Beratung Kranker, Verletzter oder Behinderter, oder bei der Erhaltung der Gesundheit oder der Verhütung von Krankheit oder der Überwachung und Unterrichtung von Personal oder der Vergabe von Arzneimitteln und Ausführung von Behandlungen, die von einem Arzt oder Zahnarzt verordnet werden; damit verbunden sind umfassend spezialisierte Fähigkeiten bei der beruflichen Entscheidungsfindung und Fertigkeiten, die auf Wissen und Applikation von biologischen, physischen und gesellschaftswissenschaftlichen Prinzipien beruhen."
Was sagt diese Definition aus?

Unter einer "Durchführung gegen Entgelt" versteht McCloskey, dass die professionelle Pflege auf Entgelt basiert. D. h., der Bedürftige bezahlt eine Leistung, welche ihm von einem professionellen Pflegedienst oder einer professionellen Pflegeperson zur Verfügung gestellt wird. Es herrscht das Prinzip "Leistung gegen Entgelt" (im Gesundheitswesen bezahlt der Patient seine Leistungen nicht direkt, sondern indirekt über die Kranken- oder Pflegekassen).

"Aktivitäten bei der Beobachtung, Pflege und Beratung Kranker, Verletzter oder Behinderter" meint zunächst die Krankenbeobachtung. Professionell Pflegende beobachten jedes Detail am Patienten. Aufgrund dieser allumfassenden Beobachtung ist eine ganzheitliche und individuelle Pflege möglich. Professionell Pflegende führen dann bestimmte Maßnahmen aufgrund der gemachten Beobachtungen durch. So würden sie z. B. einem kaltschweißigen Patienten den Blutdruckmessen und weitere entsprechende Maßnahmen einleiten, die nur aufgrund der Beobachtung stattfinden.

Pflege lässt sich aufspalten in Behandlungs- und Grundpflege. Unter Grundpflege verstehen professionell Pflegende grundlegende Tätigkeiten wie z. B. Körperpflege, Ankleiden, Mobilisierung und Verabreichung von Nahrung (vgl. die Unterstützung bei den ATLs bzw. AEDLs). Unter die Behandlungspflege fallen dagegen jene Tätigkeiten, die professionell Pflegende ausüben, um Krankheiten, Verletzungen oder Behinderungen zu lindern, zu heilen oder vorzubeugen. So zählt das erwähnte Blutdruckmessen zur Behandlungspflege, das morgendliche Waschen zur Grundpflege.
Durch Beratung geben professionell Pflegende dem Patienten Hinweise, um

den Behandlungsprozess zu beschleunigen, oder

prophylaktisch auf den Patienten einzuwirken.

Pflegende bieten dem Patienten im Beratungsprozess Hilfestellungen und die notwendigen Informationen an, damit der Patient selbst die für ihn geeignete Entscheidung treffen kann.

Eine Beschleunigung des Behandlungsprozesses kann erreicht werden, wenn der Patient die notwendigen Erklärungen bezüglich seines Krankheitsbildes erhält und sich aufgrund dieses Wissens um seine Krankheit, Verletzung oder Behinderung entsprechend verhält. Weiß

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen