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Der schwierige Weg zur Partizipation Kommunikation in der ärztlichen Praxis

  • Erscheinungsdatum: 26.04.2016
  • Verlag: Hogrefe (vorm. Verlag Hans Huber )
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Der schwierige Weg zur Partizipation

Findet eine patientenzentrierte Kommunikation wirklich statt oder bleibt sie Utopie? Der Herausgeber Norbert Schmacke, Prof. Dr. med., Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften und Leiter der Arbeits- und Koordinierungsstelle Gesundheitsversorgungsforschung der Universität Bremen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 294
    Erscheinungsdatum: 26.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456955445
    Verlag: Hogrefe (vorm. Verlag Hans Huber )
    Größe: 2937 kBytes
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Der schwierige Weg zur Partizipation

4. Zeitmessungen - ein erster Blick auf die Konsultationen (S. 53-54)

Große Aufmerksamkeit findet stets die Diskussion, ob die Gesprächsdauer von ärztlichen Konsultationen angemessen erscheint. "Mehr Zeit", häufig verbunden mit der Forderung nach besserer Vergütung für die sprechende Medizin ist fast ein Standard in entsprechenden Publikationen. Weniger gut untersucht ist demgegenüber die Frage, wie die zur Verfügung stehende Zeit genutzt wird. Die nachfolgende Analyse zeigt, wie wichtig es ist, zunächst einmal etwas darüber zu erfahren, welche Anteile die Patienten/Patientinnen und die Ärzte/Ärztinnen jeweils an der Konsultationszeit haben. Im Vorfeld zu den konversations- und den inhaltsanalytischen Auswertungen der Konsultationsaufzeichnungen und der Interviews sind deshalb verschiedene Konsultationszeiten, die Gesamtlänge der Konsultationen, die Sprechzeiten der Patienten/Patientinnen und die der Ärzte/Ärztinnen sowie die Anzahl wechselseitiger Unterbrechungen, erfasst worden. Die Zeitmessungen beziehen sich auf 14 Konsultationen (K1, K3-K15); eine Konsultation (K2) wird im Rahmen der nachfolgenden Zeitdarstellungen ebenso wie im Rahmen der konversations- und inhaltsanalytischen Auswertungen nicht berücksichtigt (zur Samplebildung s. Kap. 3.1).

Während die Länge der Konsultationszeiten wie auch der einzelnen Sprechzeiten an den digitalen Aufzeichnungen ablesbar ist, bedarf es bei der Erhebung wechselseitiger Unterbrechungen einer entsprechenden Definition für die Zählung. Als Unterbrechung wird gezählt, wenn ein Satz bzw. eine Aussage inhaltlich nicht abgeschlossen ist und sich der Redebeitrag des anderen Sprechers/ der anderen Sprecherin ohne dazwischen liegende Pause anschließt. Trotz dieser Definition bleibt zu bedenken, dass eine solche Zählung nicht frei ist von subjektiven Wahrnehmungen der Forscherin/des Forschers. Insoweit sind diese Ergebnisse nicht im Sinne eindeutiger Messungen zu verstehen. Die Redezeitverteilungen wie auch die Unterbrechungen werden im Kontext der konversationsanalytischen Darstellungen erneut aufgegriffen und anhand der Konsultationsinhalte - also anhand des empirischen Materials - vertiefend interpretiert (s. Kap. 5.1).

4.1 Länge der Konsultationen

Die durchschnittliche Konsultationsdauer bezogen auf alle vierzehn berücksichtigten Aufzeichnungen beträgt - gerundet - 24 Minuten (Abb. 4-1), das kürzeste Gespräch dauerte 4,57 Minuten, das längste Gespräch 51,27 Minuten. Dass es sich insgesamt um eine überdurchschnittlich lange Konsultationszeit handelt, zeigt beispielsweise ein Vergleich mit den Daten der EUROCOM-Studie (Deveugele et al., 2002; Bahrs, 2003).

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