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Essen - Trinken - Verdauen Förderung, Pflege und Therapie bei Menschen mit schwerer Behinderung, Erkrankung und im Alter. von Damag, Annette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.02.2016
  • Verlag: Hogrefe (vorm. Verlag Hans Huber )
eBook (PDF)
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Essen - Trinken - Verdauen

Im Alltag von Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen spielen Essen und Trinken sowie Ernährung und Essenszeiten eine zentrale Rolle. Angesprochen werden Menschen mit Mehrfachbehinderungen, Menschen im Wachkoma und Menschen mit kognitiven Behinderungen wie Demenz. Das Praxishandbuch - benennt Probleme des Essens und Trinkens bei Menschen mit schweren Beeinträchtigungen und zeigt Ursachen auf, - gibt umfassende praktische Hilfen bei Menschen mit sensorischen und motorischen Problemen, bei Schluckstörungen, Aufstossen, Übelkeit sowie bei Mangel- und Unterernährung, - nennt Hilfsmittel hinsichtlich der Körperhaltung und Positionierung und zeigt Fördermöglichkeiten auf bezüglich der Technik des Essens- und Trinkenreichens, der Verdauungsförderung, der Basalen Stimulation sowie der Sondenernährung, - berücksichtigt interdisziplinäre Sichtweisen von Pädagogik, Pflege und Therapie sowie die Biografie des Betroffenen und die Zusammenarbeit mit Angehörigen bei der Förderplanung.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 137
    Erscheinungsdatum: 23.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456953427
    Verlag: Hogrefe (vorm. Verlag Hans Huber )
    Größe: 8864kBytes
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Essen - Trinken - Verdauen

3. Probleme beim Essen, Trinken und Verdauen (S. 51-52)

3.1 Ursachen und Probleme im Laufe des Lebens In diesem Kapitel sollen Probleme beim Essen und Trinken bei den verschiedenen Personengruppen umfassend erläutert werden. Grundsätzlich können Störungen des Essens, Trinkens Schluckens und der Verdauung die verschiedensten Ursachen haben, z. B.:
-- psychische Erkrankungen (z. B. Magersucht oder Essphobien) neurologische Erkrankungen (z. B. nach Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, Sauerstoffmangel)
-- neurodegenerative Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose, Parkinson-Krankheit, Muskeldystrophien)
-- genetisch bedingte Erkrankungen onkologische Erkrankungen (z. B. Tumoren im Kopfbereich)
-- Erkrankungen des Alters (z. B. Bewegungs- und Mobilitätsstörungen, demenzielle Erkrankungen, einhergehend mit Wahrnehmungsstörungen)
-- Intoxikationen (Vergiftungen mit Verätzungen des Mund- und Rachenbereichs)
-- Infektionen der Mundhöhle und des Rachens (z. B. Soor, Pilzbefall, Mandelentzündungen).
Dabei kann es vorkommen, dass mehrere dieser Erkrankungen gemeinsam auftreten.

Im Folgenden sollen wesentliche Beeinträchtigungen und Erkrankungen herausgestellt werden, die häufig mit Störungen, des Essen, Trinkens und Schluckens bei Kindern, Erwachsenen und alten Menschen verbunden sind.

3.1.1 Kinder

Besonders häufig sind Störungen des Essens, Trinkens, Schluckens und Verdauens aufgrund von neurologischen Erkrankungen und deren Folgeerscheinungen. Eine große Gruppe bilden dabei Kinder, die aufgrund von extremer Frühgeburtlichkeit, genetischer Syndrome und weiterer peri- und postnataler Schäden von einer Zerebralparese betroffen sind. Aufgrund der neurologischen Veränderung haben diese Kinder meist Probleme mit der Spannung der Muskulatur, wie z. B. Spastiken, Hypotonien oder einem schwankenden Muskeltonus, was alle Vorgänge des Essens, Trinkens, Schluckens und Verdauens mehr oder weniger stark beeinflusst. Weiterhin können diese neurologischen Veränderungen zu Fehlbildungen im Mund- und Rachenraum führen. Tonusveränderungen können auch innere Organe in ihrer Funktion beeinflussen, wie z. B. Darmbewegungen oder Verschlussmechanismen im Magen-Darm-Trakt.

Eine weitere größere Gruppe sind Kinder, die aufgrund von neuromuskulären (genetischen, progredienten) Erkrankungen, wie z. B. Muskel Esgeschrittenen Stadien Störungen beim Essen, Trinken, Schlucken und Verdauen entwickeln. Diese Kinder können zuerst selbstständig essen, verlieren diese Fähigkeit jedoch durch den Verlauf der Erkrankung.

Andere Kinder haben einen Unfall und sind dann aufgrund einer Hirnverletzung (Schädel-Hirn- Trauma) oder eines Sauerstoffmangels (Hypoxie) schwer beeinträchtigt. Auch damit können Störungen des Essens, Trinkens und Schluckens einhergehen. Viele dieser Kinder beherrschten diese Tätigkeiten vor dem Unfall und brauchen nun Unterstützung um sie wieder zu erlernen. Kinder können auch an Tumoren erkranken, die ebenfalls verschiedene Störungen der Nahrungsaufnahme und des Verdauens mit sich bringen können.

Kinder mit schweren Behinderungen und Kinder, die extrem früh geboren wurden sowie Erkrankungen verschiedenster Ursachen können aufgrund der notwendigen (intensiv-)medizinischen Eingriffe, wie z. B. Beatmung, Sondierung und Absaugen, oder bei der Mundpflege traumatische Erfahrungen im Mund- und Rachenbereich gemacht haben. Den Betroffenen fehlen dann wichtige entwicklungspsychologische Erfahrungen, wie gestillt zu werden bzw. in den Armen der Mutter an einem Fläschchen zu saugen. Die normalerweise ruhige Zeit mit den Eltern, in der das Stillen und Versorgen des Kindes im Vordergrund steht und sich die Familienmitglieder aneinander gewöhnen und aufeinander einspielen, ist häufig aufgrund der notwenigen medizinischen Versorgung gestört und findet in der Routine des Klinikalltags statt. Unter Umständen brauchen sowohl das Kind als auch seine Eltern dann längere Zeit, um eine Bindung zueinander a

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