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Gesundheitsverhalten bei Klinikärzten: Eine quantitative Analyse auf Basis von Individualdaten 2013 von Becker, Nicole (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2014
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
29,99 €
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Gesundheitsverhalten bei Klinikärzten: Eine quantitative Analyse auf Basis von Individualdaten 2013

In jüngster Zeit gab es im medialen Diskurs verstärkt Debatten zur Arbeitssituation deutscher Ärzte. Thematisiert wurde dabei die stetig wachsende Arbeitsbelastung z.B. durch überdurchschnittlich lange Arbeitszeiten. Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit dem Gesundheitsverhalten bei Klinikärzten. Untersucht wird der Einfluss der Stressbelastung am Arbeitsplatz in Bezug auf das Rauch-, Ernährungs- und Sportverhalten sowie den Alkoholkonsum. Ferner werden weitere Faktoren (u.a. Alter, Geschlecht, Einkommen) überprüft, die das Gesundheitsverhalten potentiell beeinflussen können. Die Stressbelastung am Arbeitsplatz wird mittels Regressionsanalyse auf signifikante Effekte auf die Dimensionen Rauchen, Sport, Ernährung und Alkoholkonsum getestet.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 105
    Erscheinungsdatum: 01.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842840218
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 575kBytes
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Gesundheitsverhalten bei Klinikärzten: Eine quantitative Analyse auf Basis von Individualdaten 2013

Textprobe: Kapitel 2.3, Transaktionales Stressmodell nach Richard Lazarus: Es ist nicht neu, dass Ärzte einer stressigen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind, denn der Wandel der ärztlichen Profession im Zuge der Arbeitsweltveränderung verlangt Ärzten im 21. Jahrhundert mehr Flexibilität, ständige Weiterbildung oder auch mehr ökonomische Effizienz ab (Klemperer 2006). Schelten schreibt zum Wandel der Arbeitswelt, dass die Anforderungen enorm angestiegen sind (Schelten 2012: 143). Damit verknüpft ist die Zunahme der Stressbelastung im Beruf, die sich durch äußere Strukturen produziert. Das Patientenaufkommen und administrative Aufgaben nahmen zu und die Liegezeiten pro Patient nahmen ab. Diese Verdichtung der ärztlichen Tätigkeit geht mit größerem Zeitdruck und längeren Arbeitszeiten einher (Rosta 2007: A2417). Hervorzuheben ist auch, dass sich insbesondere Universitätskliniken als Institutionen verstehen, die Forschung zum Zwecke medizinischer Erkenntnisse und Weiterentwicklungen betreiben (Buser 1977: 19). Durch diese Besonderheit werden Universitätsklinikärzte zusätzlichen Anforderungen und Erwartungen ausgesetzt, die sich über zeitintensive Forschungstätigkeit oder Konkurrenzdruck definieren. Gleichzeitig bedingen auch innere Motive z.B. der Wunsch nach sozialem Aufstieg im sozialen Raum (Karriere) den Anstieg von Stress. Dabei ist anzumerken, dass diese inneren Motive ebenfalls von außen - durch starre, hierarchische Klinikstrukturen - mit verursacht werden. Der Wandel der Arbeitsweltanforderungen und die daraus resultierende Zunahme der Stressbelastung am Arbeitsplatz sind Gründe dafür, davon auszugehen, dass sich - unter Berücksichtigung der kognitiven Ebene - das gruppenspezifische ärztliche habituelle Verhalten verändern kann, aber nicht muss. Eine Studie der Universität Heidelberg bestätigt, dass der Arztberuf im 21. Jahrhundert vielen exogenen Faktoren wie z.B. Personalmangel, hohen Leistungsanforderungen, Arbeitsverdichtung inklusive der damit verbundenen hohen zeitlichen Beanspruchung, eigenen Ansprüchen an Erreichbarkeit und Präsenz, hohes Patientenaufkommen oder der Ökonomisierung des Gesundheitswesens ausgesetzt ist (Zwack et. al. 2011: 495), die zu einer Überlastung des Arztes führen können. Geuenich weist darauf hin, dass Ärzte versuchen mittels Alkohol oder Medikamente die nötige Entspannung zu finden, die aufgrund des stressigen Klinikalltags zu kurz kommt (Geuenich 2011: 73). Wie kommt es, dass eine Stressbelastung am Arbeitsplatz den gruppenspezifischen ärztlichen Habitus verändern kann? M.E. sind kognitive Prozesse, die im transaktionalen Stressmodell nach Lazarus von großer Bedeutung sind, eine Antwort auf diese Frage. Der Fokus hinsichtlich einer Veränderung des ärztlichen Habitus liegt auf dem Individuum selbst: weg vom gruppenspezifischen ärztlichen Habitus hin zu einem individuellen (kognitiven) ärztlichen Habitus. Zunächst soll definiert werden, was allgemein unter Stress zu verstehen ist. 'Streß ist ein Muster spezifischer und unspezifischer Reaktionen eines Organismus auf Reizereignisse, die sein Gleichgewicht stören und seine Fähigkeiten zur Bewältigung strapazieren oder überschreiten. [...] Die Streßreaktion ist zusammengesetzt aus einer vielfältigen Kombination von Reaktionen auf unterschiedliche Ebenen, einschließlich physiologischer, verhaltensbezogener, emotionaler und kognitiver Veränderung' (Zimbardo 1992: 477f.; Hervorhebung im Original), so die Definition des Psychologen Philip Zimbardo. Ableitend von dieser allgemeinen Definition wird Stress im Modell von Lazarus als 'kognitiver Bewertungsprozess innerhalb einer Person-Umwelt-Transaktion' (Buchwald 2002: 39) verstanden. Oder genauer gesagt: 'Psychological stress is a particular relationship between the person and the environment that is appraised by the person as taxing or exceeding his or her resources and endangering his or her well-being' (Lazarus/Folkman 1984: 19; Lazarus 1990: 3). E

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