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Lebensqualität in stationären Pflegeeinrichtungen fördern Konzepte und Methoden für die Praxis von Kaltenegger, Jutta (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.01.2016
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Lebensqualität in stationären Pflegeeinrichtungen fördern

Sind alte Menschen unglücklicher als junge? Kann man pflegebedürftig sein, im Pflegeheim leben und sich glücklich fühlen? Was ist das überhaupt: Glück? Wohlbefinden? Lebensqualität? Und: Können Heime die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen positiv beeinflussen? Das Buch beleuchtet den Beitrag von Pflegeeinrichtungen zur Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen jenseits gängiger Klischees über 'Heime'. Es führt in das Konzept der Lebensqualität ein und zeigt, wie die Lebensqualität von Menschen in Pflegeheimen gefördert werden kann. Es ist ein Theorie- und Praxisbuch, das wissenschaftlich fundiert Anregungen und Konzepte für die Verwirklichung von Lebensqualität im Pflegeheim vermittelt.

Jutta Kaltenegger, Dipl.-Pflegewirtin, Altenpflegerin, ist selbstständig in der Beratung von Pflegeeinrichtungen tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 165
    Erscheinungsdatum: 13.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170308244
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 3291 kBytes
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Lebensqualität in stationären Pflegeeinrichtungen fördern

Vorwort

Vorgespräch mit Hellmuth Beutel

Hellmuth Beutel: Du hast mit deinem Buch den Versuch unternommen, Pflege als eine kunstvolle Wissenschaft zu beschreiben. Beschreiben und auch darzustellen - konkret beschreiben, was möglich ist, aber auch die Offenheit darzustellen, was bei den Mitarbeitern in Heimen implizit als Werte in der Pflegearbeit erkennbar ist. Implizit meint die Haltungen - wie man auf Menschen zugeht - was nach meiner Meinung nicht messbar ist, aber spürbar. Und so definiere ich denn auch die kunstvolle Wissenschaft der Pflege als das, was explizit mitteilbar ist, und dann kommt dieses große, sehr wirksame Erfahrungswissen der Menschen zur Wirkung, die dort die Zuwendung, die Betreuung, die Pflege, sprich: die Arbeit mit diesen Menschen, die wir als pflegebedürftig bezeichnen, leisten.

Jutta Kaltenegger: Ich finde dieses Bild von der "kunstvollen Wissenschaft" sehr schön. Das würde man in der Pflege auch ganz ähnlich ausdrücken. Und dieses Bild ergibt sich aus der Tatsache, das hast Du schon sehr schön beschrieben, dass man bestimmte Dinge in der Pflege messen kann, aber den Großteil der Pflege nicht messen kann. Das ist einer der Gründe, warum ich den Begriff des Wohlbefindens oder der Lebensqualität so wichtig finde. Weil, die Qualität von Pflege objektiv zu messen, ist äußerst schwierig und nur in ganz wenigen Fällen möglich und auch nur durch ein sehr technisches Verfahren. Ich kann schon feststellen, ob eine Person vielleicht zu wenig gegessen oder getrunken hat.

Hellmuth Beutel: Ob sie einen Dekubitus hat.

Jutta Kaltenegger: Ja. Wobei der Dekubitus einer der relativ wenigen objektiven Anzeiger für Pflegequalität ist. Bei dem Thema Sturz ist es schwieriger, weil Menschen sich nicht immer für die Gesundheit entscheiden, sich auch nicht immer für die Gesundheit entscheiden können und der Bezugspunkt für die Arbeit aus Sicht der Pflegenden - und wohl aus Sicht der meisten Menschen - das Wohlbefinden der Person sein sollte. Und dann geht es nicht um die Erreichung irgendwelcher objektiver Idealzustände, die ich ja bei mir selber im Zweifel auch nicht erreichen kann, sondern darum, mit Menschen zu schauen: "Was ist Ihnen eigentlich wichtig? Wo sehen Sie Ihre Probleme? Worin können wir Sie als Pflegeperson unterstützen?" Und damit könnte man auch ein Stück aus diesen Bewertungsschemata aussteigen, die sich sehr stark an objektiven Parametern orientieren. Professionelle Pflege ist aber in erster Linie Beziehungsarbeit.

Hellmuth Beutel: Also ich führe das dann gleich weiter und übernehme die Kriterien, die wir in der Psychotherapie als Basiskriterien sehen und die vor vielen Jahren, aber immer noch sehr aktuell Carl Rogers erforscht hat. Das gilt uneingeschränkt auch für die Pflege. Erstens: Die Empathie, die Qualität der Einfühlung in die Welt, in die Gefühlswelt, in die Geschichte des zu Pflegenden. Dann die Haltung der Wertschätzung, die spürbar, aber nicht messbar ist. Und schließlich auch die Echtheit und Selbstkongruenz dessen, der diese Arbeit leistet. Und die Mitarbeiter, die in den Einrichtungen diese Arbeit leisten, brauchen gewisse Bedingungen, um sich als Person ganz in diesen Hilfeprozess, in diesen Pflegeprozess einzubringen. Ich nenne das eine personbezogene Unternehmenskultur und die hat gewisse Kriterien. Da nenne ich: Diese Einrichtung hat ethische, auch moralische Visionen. Dieses Unternehmen hat Integrität, hat herausfordernde Aufgaben, die erstens sehr stark personzentriert sind, dann mitarbeiterzentriert und drittens institutionszentriert. Diese Auflistung habe ich übernommen von Henry Ford, der das vor vielen Jahren für die Wirtschaft formuliert hat. Er hat sie die drei klassischen "Ps" genannt: "First person, then product, then profit". Leider habe ich manchmal den Eindruck, dass heute diese Skala genau auf den Kopf geste

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