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Lehrbuch Palliative Care

  • Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
eBook (PDF)
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Online verfügbar

Lehrbuch Palliative Care

Das praxisorientierte und interdisziplinäre Lehrbuch für Pflege- und Gesundheitsberufe, um schwer und chronisch Kranke, alte und sterbende Menschen kompetent zu betreuen und zu begleiten.Wie können schwer und chronisch Kranke, alte und sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase umfassend und interprofessionell versorgt, gepflegt und begleitet werden? Wie kann rechtzeitig eine integrierte Versorgung aufgenommen werden, um diesen Menschen zu ermöglichen, ihren Bedürfnissen, Werten und Vorstellungen entsprechend, ein aktives und selbstbestimmtes Leben bis zuletzt mit zu gestalten? Welche Voraussetzungen und Kompetenzen sind dafür erforderlich? Diese und andere Fragen werden von der Herausgeberin Cornelia Knipping und einem internationalen AutorInnenteam mit langjähriger Erfahrung und Expertise im Bereich der Palliative Care reflektiert und erschlossen.Das Lehrbuch stellt das gesamte Palliative- Care-Konzept erstmalig umfassend, interdisziplinär, organisationsübergreifend und praxisorientiert dar. Es zeigt, dass Palliative Care nicht erst mit dem Sterben beginnt! Es stellt von Anfang an den betroffenen Menschen und seine Familie in den Mittelpunkt und leitet davon die patientenbezogenen Behandlungs- und Versorgungskonzepte ab. Es wirbt dafür, Haltung und Kultur im Umgang mit schwer und chronisch Kranken, alten und sterbenden Menschen zu entwickeln, um diese kompetent und würdevoll zu pflegen, zu behandeln und zu begleiten bis zuletzt. Es wendet sich an Pflegende und Personen in anderen Gesundheitsberufen, die schwer kranke und sterbende Menschen in verschiedenen Settings der palliativen Spezialversorgung und in der Normalversorgung, sei es zu Hause oder in Alters- und Pflegeheimen, betreuen. Das ®Lehrbuch Palliative Care¯ wird das zukünftige Standardwerk für alle sein, die sich in ®Palliative Care¯ fort- und weiterbilden oder ein Studium absolvieren.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 741
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456944609
    Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
    Serie: Fachpflege
    Größe: 23761 kBytes
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Lehrbuch Palliative Care

10.1 Ethik und Palliative Care – Das Gute als Handlungsorientierung (S. 520-521)

Settimio Monteverde

" O Herr, gib jedem seinen eignen Tod. Das Sterben, das aus jenem Leben geht, darin er Liebe hatte, Sinn und Not. Denn wir sind nur die Schale und das Blatt. Der große Tod, den jeder in sich hat, das ist die Frucht, um die sich alles dreht ." (Rainer Maria Rilke: Das Stundenbuch, 1903)

Abstract

Therapeutisches Handeln angesichts von Sterben und Tod wird durch gesellschaftlich akzeptierte Vorstellungen eines guten Todes normiert. Diese kreisen um die konträren Intuitionen der Leidenslinderung und des Wartenkönnens auf den Tod, welche zentrale Werte des Ethos der Palliative Care bilden. Im Extremfall können sie gegensätzliche therapeutische Implikationen haben, die von der Leidenslinderung unter Inkaufnahme des Todes bis zur Lebenserhaltung um jeden Preis reichen. Einerseits generiert also das Ethos selbst moralische Probleme, so vor allem im Bereich von Sterbehilfen, Sedation und Forschung am Menschen.

Andererseits reflektiert Palliative Care als Zweig der medizinischen Grundversorgung allgemeine Grund- und Zielkonflikte der Medizin. Hier gliedert sich auch Palliation in den medizinethischen Diskurs ein, der in der Mitte des letzten Jahrhunderts als Reaktion auf die Ausweitung der therapeutischen und diagnostischen Möglichkeiten initiiert worden ist und nach den inneren Werten fragt, die ärztliches und pflegerisches Handeln leiten sollen. In den Prinzipien "Autonomie", "Gutes tun", "Nicht schaden" und "Gerechtigkeit" wurden Leitideen solchen Handelns erkannt. Diese fließen in Güterabwägungen ein, mit denen sich die ethische Entscheidungsfindung im klinischen Kontext strukturieren lässt.

Studienziele

Palliative Care wird mit Grundhaltungen assoziiert, die stark auf die moralische Dimension hinweisen, mit denen unsere Kultur dem Thema "Sterben und Tod" begegnet. So ist es nicht verwunderlich, dass den Themen "Ethik" und "Palliative Care" ein hoher Verwandtschaftsgrad zugesprochen wird. Nach Abschluss dieses Kapitels wird die bzw. der Lernende in der Lage sein:

nachzuvollziehen, dass die medizinethische Reflexion trotz dieser Nähe eigenständig ist und alle Bereiche pflegerischen und ärztlichen Handelns umfasst.

zu verstehen und nachzuvollziehen, dass für den Kontext der Palliative Care divergierende Vorstellungen eines guten Todes spezifisch sind, welche moralische Probleme generieren können, für die durch eine Abwägung von Gütern und Übeln eine verantwortbare Entscheidungsfindung angestrebt wird.

Schlüsselwörter

Ethik, Ethos, Moral, Intuition, moralische Irritation, Konflikt, Dilemma, "informed consent", Tugend, Kasuistik, ethisches Prinzip, "principlism", Autonomie, Gutes tun, Nicht-Schaden, Gerechtigkeit, Güterabwägung, Menschenwürde, Gesetz der Doppelwirkung, Sterbehilfen, Sedation, Forschungsethik, Risiko-Nutzen-Abwägung

Der gute Tod – Ethos und Ethik in der Palliative Care

Einleitung – Ars vivendi und Ars moriendi

Die berühmten Worte des Dichters Rainer Maria Rilke (1875–1926) aus dem "Stundenbuch" sind ein Ausdruck der Erkenntnis, wie stark die Verfügbarkeit medizinischen Wissens und Könnens die Wahrnehmung von Leben, Sterben und Tod beeinflusst hat. Für den Kritiker Rilke ist es lediglich der kleine Tod, der in den Institutionen der Medizin gestorben wird, der sich einschleicht in die Lüc

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