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Patientensouveränität im Pflegeheim Sichtweisen hochaltriger mehrfach erkrankter Pflegeheimbewohner, ihrer Pflegekräfte, Ärzte und privaten Bezugspersonen von Struppek, Delia (eBook)

  • Verlag: Verlag Hans Huber
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Patientensouveränität im Pflegeheim

Pflegeheimbewohner sind meist mehrfach und mindestens anteilig chronisch erkrankt, haben bezüglich ihrer Erkrankungen im Laufe der Jahre Wissen und Erfahrung gesammelt und nehmen Leistungen des Gesundheitssystems regelmäßig in Anspruch. Doch sind sie Zielpersonen der aktuellen Debatten und Vorschläge zur Förderung der Patientensouveränität?
Die konkreten Chancen und Hoffnungen, die mit diesem Ansatz verbunden sind, sind bislang noch vorwiegend jenen vorbehalten, die an einzelnen, spezifischen Erkrankungen leiden, sich selbstständig informieren und den Konflikt mit Professionellen im Gesundheitssystem nicht scheuen. Bei schwierigeren Voraussetzungen hingegen, wie etwa Hochaltrigkeit, Multimorbidität und dem Wohnumfeld Pflegeheim, erfolgt eilends die Erinnerung an die Risiken des Ansatzes: bloß nicht überfordern!
In diesem Buch wird aufgezeigt, wie sensibel, in kleinen Schritten und unter Einbeziehung aller Beteiligten Patientensouveränität auch für Pflegeheimbewohner denkbar und umsetzbar wird.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 241
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456947211
    Verlag: Verlag Hans Huber
    Größe: 1468 kBytes
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Patientensouveränität im Pflegeheim

8 Sichtweisen der Pflegekräfte (S. 135-136)

In diesem Kapitel werden die Sichtweisen der Pflegekräfte dargestellt und der Fokussierung auf die Betroffenenperspektive gemäß mit den Aussagen der Pflegeheimbewohner verglichen und in dieser Relation veranschaulicht. Die zugrunde liegende Frage dabei ist: Wie nehmen die Pflegekräfte die Patientensouveränität der Pflegeheimbewohner wahr und was tun sie selbst, um diese zu fördern?

Die Ergebnisse der vergleichenden Tiefenanalyse werden hier für die Themen vorgestellt, die für die Patientensouveränität eine Schlüsselrolle spielen oder die erkenntnisträchtige Diskrepanzen in der Einschätzung der Patientensouveränität aufweisen. Nach einem kurzen Blick auf das Leben im Heim, das größtenteils ähnlich geschildert wird, soll als erstes genauer aus der Perspektive der Pflegekräfte beleuchtet werden, welche Bedeutung die Beziehungsqualität für die Patientensouveränität einnimmt.

8.1 Leben im Heim

In mancherlei Hinsicht berichten die Pflegekräfte und Pflegeheimbewohner kongruent über Inhalte, die die Autonomie im Pflegeheim betreffen. Dies betrifft bspw. die konkrete Wohnsituation, die Beziehungen zu den Mitbewohnern, die Nutzung eigener Dienstleistungen, Interessen und Aktivitäten. Auch die Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals werden von beiden Parteien im Wesentlichen ähnlich eingeschätzt. Der Heimbeirat, dessen Grundlage sich auch den Pflegeheimbewohnern nicht erschloss, wird von den Pflegekräften zwar als Beschäftigungsmöglichkeit für die Bewohner erwähnt, doch ihr Wissen darüber ist ungleich beschränkter.

Sowohl die Häufigkeit der Treffen ("Hmm einmal im Monat? Alle sechs Wochen? Ick weeß det nicht so genau", N3P5) als auch seine Zusammensetzung, die behandelten Themen ("Weil der Fahrstuhl laufend besetzt ist oder irgendsowat. Irgendso 'ne Sachen werden dann diskutiert, die für die Senioren eben relevant sind, wa?", N6P9), als auch die Wege der Umsetzung der Ergebnisse ("Aber ich wüsste da jetzt nichts", N2P2-3) entziehen sich ihrer Kenntnis.

Die interviewten Pflegekräfte wissen, inwiefern sich die Bewohner im Heim wohl fühlen und können Gründe dafür benennen, die sie teils ahnen, teils in Gesprächen erfahren haben (N1P4). Die Grundlage zwischen beiden Parteien scheint vertrauensvoll und offen – dazu mehr im nächsten Kapitel.

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