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Psychologie und Palliative Care Aufgaben, Konzepte und Interventionen in der Begleitung von Patienten und Angehörigen

  • Erscheinungsdatum: 16.08.2012
  • Verlag: Kohlhammer
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Psychologie und Palliative Care

Die psychologische Behandlung und Begleitung von Patienten und deren Angehörigen ist essenzieller Bestandteil von Palliative Care, um eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten sowie um psychosozialen Belastungen und Gefühlen wie Hoffnungslosigkeit und depressiven Reaktionen entgegenzuwirken. Daher werden Psychologen immer stärker in die stationäre und ambulante Palliativversorgung einbezogen. Das Werk bietet einen fundierten Überblick über die Aufgabenfelder, Interventionsmethoden und psychologischen Kernkonzepte. Themen sind u. a. Kinder, alte Menschen und Angehörige in der Palliativversorgung, Kommunikation mit Patienten, Lebensqualität, Krankheits- und Trauerverarbeitung. Weiterhin werden verschiedene psychotherapeutische Ansätze sowie Interventionen bei Kernsymptomen beleuchtet. Ein Blick auf die Versorgungsstrukturen und praxisnahe Fallbeispiele runden das Werk ab. PD Dr. Dipl.-Psych. Martin Fegg, Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor, Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin der Universitätsklinik München. Dipl.-Psych. Jan Gramm, Ambulantes Palliativ-Team Wetterau, Friedberg, Institut für Palliativpsychologie, Frankfurt a.M. Dr. rer. med. Dipl.-Psych. Martina Pestinger, Systemische Familientherapeutin, Hypnotherapeutin und Supervisorin von 2003 bis 2011 in der Klinik für Palliativmedizin, Universitätsklinikum Aachen. Seit Mai 2011 freiberuflich tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 16.08.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170274785
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 9728 kBytes
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Psychologie und Palliative Care

2 Aufgabenfelder

2.1 Psychologische Unterstützung von Patienten in Palliative Care

Martina Pestinger und Martin Fegg
Einleitung

Menschen mit einer weit fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankung sind vielfältigen und meist schweren Belastungen ausgesetzt. Sie leiden sowohl unter körperlichen Symptomen als auch unter psychischen Beschwerden (Tab. 1), wobei diese in einem engen Zusammenhang mit der Erkrankung verstanden werden können. Sowohl körperliches wie seelisches Leid zu ertragen als auch die sozialen Veränderungen, die mit dem Verlauf einer nicht heilbaren Erkrankung einher gehen können, stellen hohe Anforderungen an Patienten und ihre Familien. Der zunehmende Verlust körperlicher Funktionen, Schmerzen, Schwäche oder Einschränkungen in der Mobilität, Rückschläge im Zusammenhang mit Therapieversuchen sowie psychosoziale Probleme können zu erhöhtem Belastungserleben und Stressreaktionen führen. Das Aufgreifen dieser Probleme mit einem ganzheitlichen Behandlungsansatz findet sich in der Definition der WHO zu Palliative Care wieder.

Tabelle 1: Symptome bei Krebspatienten (Portenoy 1994)

somatische Symptome

psychische Symptome

Schwäche

73 %

Besorgnis

72 %

Schmerzen

63 %

Trauer

67 %

Benommenheit

60 %

Nervosität

62 %

Mundtrockenheit

55 %

Schlafstörungen

53 %

Übelkeit

45 %

Reizbarkeit

47 %

Appetitlosigkeit

45 %

Konzentrationsst örungen

40 %
1 Die psychologische Basisversorgung

Das Angebot der psychologischen Unterstützung ist in der Palliativmedizin als ein Teil des multiprofessionellen Behandlungskonzepts vorgesehen. Psychologen sind in ihrer Arbeit auf der Palliativstation einerseits in die allgemeine Behandlung der Patienten eingebunden, z. B. durch die Teilnahme an Visiten, Übergabegesprächen, Fallkonferenzen und Familiengesprächen. Dabei beinhaltet die psychologische Behandlung auch die Beratung der Ärzte und Pflegenden, z. B. zur Verbesserung der Kommunikation. Andererseits liegt der Hauptfokus psychologischer Arbeit in der individuellen Diagnostik, Beratung oder Psychotherapie für Patienten und deren Angehörige. Diesem Angebot geht eine spezifische Indikationsstellung durch Gespräche mit Patienten und/oder deren Angehörigen sowie eine Besprechung der Behandlungsziele im Team voraus. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass etwa ein Drittel der stationär behandelten Patienten in der Palliativversorgung eine individuelle psychologische Behandlung benötigen. Die Indikationen hierfür sind u. a. Ängste und depressive Verstimmungen, die Unterstützung der Krankheitsverarbeitung oder die Vorbereitung und Begleitung von Veränderungsprozessen, wie z. B. bei Entlassung in ein Hospiz oder bei der Entscheidungsfindung bezüglich der Durchführung oder des Verzichts auf medizinische Maßnahmen. Das Spektrum psychologischer Interventionen umfasst edukative Maßnahmen, ressourcenorientierte Ansätze, symptomorientierte Maßnahmen und Kriseninterventionen (Keller 2004). Ziel der Behandlung ist die Reduktion krankheits- und therapiebedingter Beschwerden und eine psychische Stabilisierung.
2 Die Auseinandersetzung mit dem Tod

Bei aller Unterschiedlichkeit der Verläufe chronisch

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