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Sozialmedizin - Public Health - Gesundheitswissenschaften Lehrbuch für Gesundheits- und Sozialberufe. von Klemperer, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2015
  • Verlag: Verlag Hans Huber
eBook (PDF)
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Sozialmedizin - Public Health - Gesundheitswissenschaften

Gesundheit, Krankheit und das Gesundheitssystem verstehen, eine evidenzbasierte berufliche Praxis fördern. Dieses Lehrbuch will die Gesundheits- und Sozialberufe darin unterstützen, ihre berufliche Praxis weiterzuentwickeln. Dafür ist eine breite Wissensbasis hilfreich, die dieses Buch praxisnah vermittelt. Dazu zählt das Wissen über: - Individualmedizin und Bevölkerungsgesundheit (Public Health), - Modelle von Gesundheit und Krankheit, - Epidemiologie und Forschungsmethoden, - Prinzipien einer evidenzbasierten beruflichen Praxis, - Theorie und Praxis von Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention, - soziale Ungleichheiten der Gesundheit. Systemkompetenz, also das Wissen darüber, welche Vorgaben und Regeln das Gesundheitssystem und das Handeln der darin Tätigen steuern und beeinflussen, ist grundlegend. Das Buch richtet sich sowohl an Studierende als auch an bereits Berufstätige. Angesprochen sind ebenfalls Patientenvertreter in der Selbstverwaltung, Krankenkassenmitarbeiter, Mitglieder und Mitarbeiter der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe, Journalisten und an Gesundheitspolitik Interessierte. Für die 3. Auflage wurden die Inhalte und Zahlen auf den Stand Juni 2015 gebracht, die im Juni verabschiedeten oder als Entwurf vorliegenden Gesundheitsgesetze wurden berücksichtigt, insbesondere das Präventionsgesetz.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 380
    Erscheinungsdatum: 22.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456955506
    Verlag: Verlag Hans Huber
    Größe: 10298kBytes
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Sozialmedizin - Public Health - Gesundheitswissenschaften

Kapitel 2 Gesundheit und Krankheit - Definitionen, Theorien, Modelle und Klassifikationen (s. 45-46)

Dem kleinen Tiger geht es nicht gut. Er fühlt sich matt und abgeschlagen, kann kaum noch gehen und hat überall Schmerzen. Der kleine Bär kümmert sich rührend, verbindet, bekocht und bringt ihn - nachdem das alles nicht geholfen hat - ins Tierkrankenhaus. Der Röntgenarzt Dr. Walterfrosch stellt die Diagnose: "Ich sehe durch den kleinen Tiger durch, was ihm fehlt. Aha! Ein Streifen verrutscht". Offensichtlich kommt bei dieser Diagnose nur eine Therapie in Frage: "Halb so schlimm, kleine Operation, Tiger geheilt" (Janosch 1985, S. 34).

Diese Kindergeschichte von Janosch enthält eine Vorstellung der Krankheitsursache, der Symptome und der geeigneten Therapie. Das Verrutschen eines Streifens führt zur Krankheit - im Umkehrschluss bedeutet die normale Anordnung der Streifen Gesundheit. Der Kinderbuchautor Janosch formuliert hier eine Theorie von Gesundheit und Krankheit, die in ihrer Einfachheit der Zielgruppe seines Buches angemessen ist.

Gesundheits- und Krankheitstheorien sollen, wie Theorien generell, Komplexität reduzieren, Zusammenhänge verdeutlichen und Problemlösungen ermöglichen. Für die Darstellung in diesem Kapitel wurden Theorien und Definitionen ausgewählt, die für die klinische Medizin bzw. für Prävention und Gesundheitsförderung grundlegend sind. Historische Krankheitsmodelle werden ebenfalls beschrieben, weil sich ihre Spuren in der Schulmedizin und auch in manchen Methoden der Komplementär- und Alternativmedizin finden.

2.1 Definitionen von Gesundheit und Krankheit

Weltgesundheitsorganisation
In ihrem Gründungsdokument definierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Gesundheit im Jahr 1946 folgendermaßen:
"Health is a state of complete physical, mental, and social well-being and not merely the absence of disease and infirmity." (WHO 1946) Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen.

Diese Gesundheitsdefinition stellt eine biopsychosoziale Sicht dar, sie umfasst die körperlichen, seelischen und sozialen Aspekte. Mit dem Wohlbefinden steht die subjektive Eigenwahrnehmung der Menschen im Vordergrund. Da sich ein Mensch auch mit Krankheit wohl befinden kann, ist hier die Dichotomie von Gesundheit und Krankheit aufgehoben. Damit wird die Sicht auf die Förderung des Wohlbefindens bei bestehender Krankheit gelenkt - anders als im medizinischen Modell, das allein auf die Krankheit fokussiert (S. 47 ff.). Die WHO selbst hat diese Definition ihren eigenen Strategien erst ab den 1970er Jahren zugrunde gelegt.

Im Rahmen ihrer Primary Health Care-Strategie "Gesundheit für alle - im Jahr 2000" hat die WHO im Jahr 1978 ihre Gesundheitsdefinition noch weiter gefasst:

Gesundheit ist ein grundlegendes Menschenrecht und das Erreichen des höchstmöglichen Maßes an Gesundheit ist ein überaus wichtiges weltweites soziales Ziel, dessen Realisierung das Handeln vieler anderer sozialer und ökonomischer Sektoren zusätzlich zum Gesundheitssektor erfordert (WHO 1978). Die Gesundheitsdefinitionen der WHO sind umfassend und sollten eher als Leitbild z.B. für Prävention und Gesundheitsförderung aufgefasst werden. Keinesfalls sollte gefolgert werden, dass alle Menschen krank sind, die sich nicht vollständig wohl befinden.

Sozialrecht

Das Sozialgesetzbuch V (SGB V) regelt das Recht der gesetzlichen Krankenversicherung. Auf eine positive Definition von Krankheit hat der Gesetzgeber verzichtet. Im Alltag wird jedoch eine Definition benötigt, um Leistungsansprüche der Mitglieder bzw. Leistungspflicht der Krankenkassen bejahen bzw. verneinen zu können. Die dafür erforderlichen Grundsätze sind durch Rechtsprechung festgesetzt. Das Preußische Oberverwaltungsgericht beschrieb 1898 Krankheit als "Zustand, welcher ärztliche Behandlung, Arznei oder Heilmittel notwendi

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