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Walkability Das Handbuch zur Bewegungsförderung in der Kommune

  • Verlag: Verlag Hans Huber
eBook (PDF)
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Walkability

In Kontrast zu einer vorwiegend individuumszentrierten Bewegungsförderung liegt diesem Buch die Überzeugung zugrunde, dass eine nachhaltige und bevölkerungsweite Bewegungsförderung nur über einen transdisziplinären und intersektoral abgestimmten Ansatz erreicht werden kann, der bewegungsfreundliche Lebensbedingungen und Wohnumgebungen schafft. Hierzu ist der Walkability-Ansatz ein mögliches Schlüsselkonzept. Walkability umfasst dabei nicht nur die Begehbarkeit, sondern die gesamte Bewegungsfreundlichkeit von Straßenzügen, Wohnvierteln, Stadtteilen und urbanen Räumen.
Dieser Grundlagenband ist die erste deutschsprachige Einführung in den Walkability-Ansatz. Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen dieses innovative, komplexe und vielversprechende Konzept zur Bewegungsförderung aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen und Anwendungsfelder vor. Neben theoretischen Grundlagen, methodischen Standards und empirischen Befunden werden auch konkrete Beispiele für einen Praxistransfer vorgestellt.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 353
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456953519
    Verlag: Verlag Hans Huber
    Größe: 3388 kBytes
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Walkability

Saelens und Handy, 2008)2. Empirisch haben sich als relevante Kenngrößen der Walkability die sogenannten fünf "D" bewährt und etabliert (Ewing und Cervero, 2010):
- "Density" kann als Verdichtungsgrad eines spezifischen geographischen Raums mit Bezug auf Personen (z.B. Einwohnerdichte), Arbeitsplätze oder bestimmte Bebauungsarten beschrieben werden. Je höher die Dichte ist, desto häufiger werden alltägliche Erledigungen zu Fuß absolviert, desto geringer ist die Autoabhängigkeit und desto besser ist die Verkehrsinfrastruktur.
- "Diversity" entspricht der Nutzungsmischung. Gemeint ist damit die Vielfalt in der Flächennutzung und damit an Menschen und Orten innerhalb eines geographischen Raums. Eine hohe Diversity macht eine Wohnumgebung interessanter und ermöglicht einen besseren Zugang zu vielen Anlaufpunkten.
- "Design" umfasst Aspekte wie die Verfügbarkeit und Gestaltung der Straßen, der Fußund Radwege sowie die Vernetzung der Straßen. Räume mit einem attraktiven Design laden zum Zufußgehen ein und haben einen
- "Destination accessibility" meint insbesondere die Entfernung zu wichtigen Zielpunkten des täglichen Bedarfs wie Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Grünräume und andere Anlaufpunkte. Die Auswahl ist in zentral gelegenen Räumen typischerweise höher als in Räumen der Peripherie. Geographische Räume mit einer guten "Destination accessibility" haben einen dichten Charakter, sind vielfältig und bieten geeignete Möglichkeiten für das Zufußgehen.
- "Distance to transit" gilt insbesondere beim transportbezogenen Gehen als eine zusätzliche Komponente der Walkability. Sie wird in der Regel als die kürzeste Wegstrecke von der eigenen Wohnung oder der eigenen Arbeitsstelle zur nächsten Haltestelle des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gemessen. Geographische Räume, die ein dichtes Netz an ÖPNV-Haltestellen haben und viele Anlaufpunkte miteinander verbinden, reduzieren die Autoabhängigkeit und begünstigen das Gehen.

Manche Autoren lassen die "Distance to transit" als Spezialfall des transportbezogenen Gehens aus und sprechen von den "4 D" (Frank und Kavage, 2009). Da die verschiedenen "D" untereinander korrelieren (Ewing et al., 2011), hat u.a. eine Forschungsgruppe um das International Physical Activity and the Environment Network IPEN (www.ipenproject.org) einen kumulativen Walkability-Index entwickelt (Frank et al., 2010).

Für Erwachsene konnte in mehreren Ländern ein Zusammenhang zwischen dem Walkability-Index und dem transportbezogenen Gehen und Fahrradfahren sowie dem Gesamtausmaß an Bewegung nachgewiesen werden (Owen et al., 2007; Sallis et al., 2009; Van Dyck et al., 2010). Während Studien auf Basis dieses engen Verständnisses für Erwachsene optimistisch stimmen, legen derartige Studien für Kinder und Jugendliche eine differenziertere Betrachtung der Walkability nahe, die stärker auch auf Elemente der Freizeitgestaltung abzielen sollte (Buck et al., 2011; De Meester et al., 2012; De Meester et al., 2013). Für ausführliche Betrachtungen sei auf die Kapitel 18 bis 20 verwiesen. Dies leitet zu einem weiten Walkability-Verständnis über.

1.4.2 Weiter Walkability-Begriff

Das weite Verständnis des Walkability-Begriffs umfasst eine bewegungsfreundliche und -förderliche Gestaltung eines Wohnquartiers, in dem man sowohl der persönlichen aktiven Mobilität als auch der freizeitlichen Bewegungsaktivitäten nachkommen kann. Ein weit gefasster Walkability-Begriff ist anschlussfähig an allgemeine Definitionen zur Charakterisierung der physischen Umwelt im Kontext der Bewegungsförderung. Vor dem Hintergrund der Arbeiten von Davison und Lawson (2006) und Pikora et al. (2003) erscheinen folgende Aspekte für ein weites Walkability-Verständnis relevant und begründen den nachstehenden Definitionsvorschlag in der Infobox 1-1.

Auch andere Autoren fordern eine Ausweitung des ursprünglich engen Verständnisses der Walkability (Lo, 2009). Moudon et al

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