text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Wer schneller denkt, ist früher klug Alles über das Gehirn von Nordengen, Kaja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Wer schneller denkt, ist früher klug

Unser Gehirn macht uns zu dem, was wir sind: Es ermöglicht uns, zu kommunizieren, ist für unsere Persönlichkeit und unsere Gefühle verantwortlich, speichert Erinnerungen und erlaubt uns, Neues zu erlernen. Es bringt uns dazu, uns zu verlieben, und hilft uns dabei, komplexe Muster und Informationen zu deuten. Aber das Gehirn verleitet uns auch dazu, falsche Entscheidungen zu treffen, und es belohnt Suchtverhalten. Kaja Nordengen erklärt locker und leicht verständlich, wie unser faszinierendstes Organ funktioniert und was es so einzigartig macht.

Dr. Kaja Nordengen, geboren 1987, ist Ärztin mit Spezialgebiet Neurologie am Akershus Universitätsklinikum. Außerdem unterrichtet sie an der Universität Oslo. Das Gehirn ist für Kaja Nordengen eines der faszinierendsten Organe des Menschen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 17.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641218775
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Hjernen Er Stjernen
Weiterlesen weniger lesen

Wer schneller denkt, ist früher klug

1
GEDANKEN(R)EVOLUTION

Die wellige Oberfläche des Gehirns, die an eine Walnuss erinnert, heißt Hirnrinde. Sie ist vollgepackt mit Nervenzellen und war eine Revolution in der Evolutionsgeschichte. Je größer die Hirnrinde eines Tieres ist, desto besser stehen die Chancen für hohe Intelligenz.

Vor 500 Millionen Jahren existierte nur das Reptiliengehirn, heute bekannt als Hirnstamm. Es vergingen weitere 250 Millionen Jahre, bis sich das früheste Säugetiergehirn entwickelte, das wir das limbische System nennen. Großhirn und Hirnrinde entwickelten sich bei den Säugetieren vor 200 Millionen Jahren, während das menschliche Gehirn erst vor 200.000 Jahren entstand. Evolutionsgeschichtlich gesehen ist das wie gestern.

DAS REPTILIENGEHIRN

Die große Hirnrinde des Menschen ist wahrscheinlich ein Ergebnis der Eiszeit; die Arten mit Hirnrinde passten sich den Veränderungen nämlich besser an als diejenigen, die keine hatten. Die Dinosaurier mit ihrem Reptiliengehirn ohne reguläre Hirnrinde waren daher nicht gut gerüstet, als ein Meteoriteneinschlag zu großen Klimaveränderungen führte. Der Stegosaurus wog enorme fünf Tonnen, hatte aber ein Gehirn von nur 80 Gramm Gewicht (etwa so groß wie eine Zitrone). Wenn man außerdem weiß, dass dieses Minigehirn keine Hirnrinde besaß, ist es kein Wunder, dass es diese Tiere heute nur noch im Film und im Museum gibt.

Abbildung 1. Die rechte Hirnhälfte eines menschlichen Gehirns von der Mitte aus gesehen, mit den jeweiligen evolutionsgeschichtlichen Entwicklungsstufen in verschiedenen Grautönen. Das Reptiliengehirn ist dunkelgrau, das frühe Säugetiergehirn hellgrau markiert. Das am weitesten entwickelte Säugetiergehirn, also das Menschengehirn, ist weiß dargestellt. Einzelne Hirnstrukturen, die eine zentrale und definierbare Rolle innehaben, sind speziell benannt.

Auch wenn uns die Hirnrinde zur intelligentesten Art auf der Erde macht, hätten wir es ohne die tiefer liegenden Teile des Gehirns nicht weit gebracht. Der Teil, der am tiefsten sitzt und grundlegend für unsere Existenz ist, ist das Reptiliengehirn. Es besteht aus Hirnstamm und Kleinhirn. Der Hirnstamm ist der perfekte Hausmeister; er sorgt dafür, dass alles funktioniert, ohne dass wir uns darüber Gedanken machen müssen. Die Nervenzellen im Hirnstamm regulieren Atmung, Herzrhythmus und Schlaf. Sie ruhen nie, ganz gleich, ob wir schlafen oder wach sind. An der Rückseite des Hirnstamms sitzt das Kleinhirn. Das Kleinhirn reguliert unsere Bewegungen, und wenn es durch Alkohol beeinflusst wird, bewegen wir uns unkoordiniert und schwankend.

Das Gehirn besteht aus grauer und weißer Substanz. In der grauen Substanz (die tatsächlich nicht grau, sondern rosa ist), liegen die Nervenzellkörper und die Synapsen, an denen die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen stattfindet. Die weiße Substanz ist die Schnellstraße für die elektrischen Signale, die durch lange Nervenzellfortsätze geleitet werden. Wie jede elektrische Leitung brauchen auch die Leitungen im Gehirn eine Isolierung. Das Isoliermaterial im Gehirn bewirkt eine schnellere Übertragung der Signale. Es heißt Myelin und hat einen so hohen Fettgehalt, dass es weiß aussieht. Die graue Substanz finden wir in der Hirnrinde, also sowohl um das Großhirn als auch um das Kleinhirn herum, aber es gibt auch Inseln von grauer Substanz in der Mitte, in den Kernen.

Abbildung 2. Die Hirnrinde besteht aus grauer Substanz. Hier finden wir auch alle Nervenzellkörper und die Kontaktpunkte zwischen den Nervenzellen, also die Synapsen. Unterhalb der grauen Substanz befindet sich die weiße Substanz, die aus isolierten Nervenzellfortsätzen besteht.

DAS SÄUGETIERGEHIRN

Im menschlichen Gehirn sitzen immer noch die Strukturen des frühesten Säugetiergehirns. Dies entwickelte sich vor 250 Millionen J

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen