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ADHS und komorbide Erkrankungen

  • Erschienen: 27.09.2007
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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ADHS und komorbide Erkrankungen

Mit Beiträgen von Christine M. Freitag, Alexander von Gontard, Sabine C. Herpertz, Wolfgang Retz, Aribert Rothenberger, Andreas Warnke u.a. Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen. Auch im Erwachsenenalter leiden noch bis zu 50 Prozent der Betroffenen unter dem charakteristischen Symptomkomplex aus Unaufmerksamkeit, motorischer Unruhe und Impulsivität. Die differentialdiagnostische Abklärung des Krankheitsbildes ist wegen der geringen Spezifität der einzelnen Symptome und der hohen Komorbidität mit weiteren psychiatrischen Leiden oftmals schwierig. In diesem Buch nehmen namhafte Fachleute zu wichtigen Differentialdiagnosen und Begleiterkrankungen bei ADHS Stellung. Der enge Bezug von Diagnostik und Therapie macht das Werk zu einem wertvollen Hilfsmittel für alle Berufsgruppen, die an der Behandlung von ADHS-Patienten jeden Alters beteiligt sind.

PD Dr. Christine M. Freitag ist Oberärztin und Wissenschaftliche Assistentin an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Hamburg, Prof. Dr. Wolfgang Retz ist Oberarzt, Psychiater und Psychotherapeut am Neurozentrum des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg.

Produktinformationen

    Größe: 8773kBytes
    Herausgeber: Kohlhammer
    Untertitel: Neurobiologische Grundlagen und diagnostisch-therapeutische Praxis bei Kindern und Erwachsenen
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 172
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783170273221
    Erschienen: 27.09.2007
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ADHS und komorbide Erkrankungen

4 ADHS und Ausscheidungsstörungen

Alexander von Gontard

Einleitung

4.1 Kinder mit ADHS/HKS

4.2 Kinder mit Enuresis

4.3 Mögliche Zusammenhänge

Zusammenfassung

Literatur
Einleitung

Ausscheidungsstörungen gehören zu den häufigsten Störungen des Kindesalters. 7-jährige Kinder nässen zu 10 % nachts und 2-3 % tags ein, weitere 2-3 % koten ein (überwiegend tags). Die Prävalenzraten für eine Hyperkinetische Störung (HKS) liegen nach den strengeren ICD-10 Kriterien bei 1-2 %, für ein ADHS nach den weicheren Vorgaben der DSM-IV bei 5-10 %. Selbst unter Annahme der maximalen Häufigkeiten müsste das gleichzeitige, zufällige Zusammentreffen der beiden Störungen bei 1,5 % liegen (15 % Ausscheidungsstörungen x 10 % ADHS = 1,5 % für beide). Tatsächlich liegt die Komorbidität sehr viel, d. h. überzufällig höher. Es scheint eine spezifische Assoziation, möglicherweise aufgrund gemeinsamer neurobiologischer Faktoren, vorzuliegen.

Dieses Kapitel wird auf die Komorbidität von nächtlichem Einnässen (Enuresis nocturna) und ADHS/HKS fokussieren, obwohl auch tags einnässende Kinder betroffen sind. Die Assoziationen wurden seltener bei Kindern mit ADHS untersucht. Die meisten Studien stammen aus der Enuresisforschung, die getrennt dargestellt werden sollen. Zuletzt sollen mögliche gemeinsame Pathomechanismen diskutiert werden.
4.1 Kinder mit ADHS/HKS

In aktuellen Lehrbüchern der Kinder- und Jugendpsychiatrie werden als wichtige komorbide Störungen des ADHS genannt: Störungen des Sozialverhaltens, affektive, Angst-, Tic- und Teilleistungsstörungen. Dagegen wird die häufige komorbide Assoziation zwischen ADHS und Enuresis ignoriert (Lehmkuhl und Döpfner 2003; Schachar und Tannock 2002). Zwei wichtige Untersuchungen zu Kindern mit ADHS sollen deshalb näher besprochen werden.

Biederman et al. (1995) verglichen 140 6-bis 17-jährige Jungen mit ADHS und 120 Kontrollen (ohne ADHS). Signifikant mehr Kinder mit ADHS hatten Enuresis (32 %) als Kontrollen (14 %). In beiden Gruppen nässten der überwiegende Teil nachts ein - 78 % (bei ADHS) bzw. 77 % (bei den Kontrollen). Wie zu erwarten, waren psychosoziale Risiken häufiger bei Kindern mit ADHS als bei den Kontrollen, dagegen waren sie nicht erhöht bei Kindern mit Enuresis im Vergleich zu nicht-einnässenden Kindern. Interessant ist der Effekt von weiteren Komorbiditäten, auf die das Einnässen (unabhängig ob mit oder ohne ADHS) keinen Einfluss zu haben scheint (s. Tab. 4.1 ). In anderen Worten, Enuresis steigert nicht das allgemeine Risiko für weitere psychopathologischen Auffälligkeiten.

Tab. 4.1 : Komorbiditäten bei vier Gruppen von Kindern jeweils mit/ohne ADHS und Enuresis (nach Biederman et al. 1995)

ADHS (n = 140)

Kontrollen (n = 120)

Enuresis

Keine Enuresis

Enuresis

Keine Enuresis

Jede Komorbidität

56 %

50 %

6 %

8 %

Angststörungen

36 %

24 %

0

5 %

Depressive Störungen

29 %

28 %

6 %

1 %

Störungen des Sozialverhaltens

18 %

23 %

0

4 %

Tab. 4.2: Odds-ratio für Enuresis nocturna und für Einnässen ta

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