text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) im Kindes- und Erwachsenenalter Defizite, Diagnostik, Therapiekonzepte, Fallbeschreibungen von Böhme, Gerhard (eBook)

  • Verlag: Verlag Hans Huber
eBook (PDF)
39,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) im Kindes- und Erwachsenenalter

Erste umfassende Darstellung einer neuen Gruppe von Störungen: Defizite, Diagnostik, Therapiekonzepte, Fallbeschreibungen Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) sind Gegenstand interdisziplinärer Forschungen, praktischer Erfahrungen und aktueller Diskussionen. Dieses Buch beschreibt umfassend die Differenzialdiagnostik einer AVWS und die Therapiekonzepte.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 294
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456946283
    Verlag: Verlag Hans Huber
    Größe: 4148 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) im Kindes- und Erwachsenenalter

2. Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen im Kindesalter (S. 39-40)

2.1 Definition, Klassifikation, Prävalenz

2.1.1 Definitionen

Der gesamte Ablauf der Verarbeitung, Wahrnehmung und Kognition ist ein eng ineinander verwobener Prozess. Der Begriff Verarbeitung wird im Sinne einer Weiterleitung sowie Vorverarbeitung und Filterung von auditiven Signalen beziehungsweise Informationen auf verschiedenen Ebenen (Hörnerv, Hirnstamm, Kortex) verwendet. Die Wahrnehmung (Perzeption) wird als ein Teil der Kognition im Sinne einer zu höheren Zentren hin zunehmenden bewussten Analyse auditiver Informationen verstanden. Dabei handelt es sich um Bottom-up- und Top-down- Prozesse. Die Kognition beruht auf einer Zusammenfassung mehrerer Moda litäten, wie zum Beispiel der Intelligenz (siehe auch unten, Konsensus- Statement 2007, Nickisch et al.).

Die auditorische Informationsverarbeitung wird nicht nur über den Bottom- up-Weg von der Cochlea zum Hörkortex gewährleistet, sondern auch über höher geordnete kortikale Zentren. Die Top-down-Verarbeitung beeinfl usst die audito rische Informationsverarbeitung. Es ist auch möglich, dass diese Topdown- Verarbeitung ausschließlich durch übergeordnete Zentren kontrolliert wird, was dann zu auditorischen Vorstellungen, Illusionen oder Halluzinationen führen kann (Jäncke, 2004).

Es besteht ein Defizit in der auditorischen Verarbeitung und Wahrnehmung auditorischer Informationen. Diese Modalitätsstörung kann exazerbieren bei einer ungünstigen akustischen Umgebung. Auditorische Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen können assoziiert sein mit Schwierigkeiten beim Hören, Sprachverständnis, in der Sprachentwicklung und beim Lernen. In seiner reinen Verlaufsform kann es sich als isoliertes Defizit in der Verarbeitung eines auditorischen Inputs äußern. Im Unterschied zu den komplexen Störungsbilder sind die isolierten Verlaufsformen seltener. 1996: Die American Speech-Language-Hearing Association (ASHA) (1996) schlägt den Begriff "Central Auditory Processing Disorders" (CAPD) vor und zählt dazu mehrere unterschiedliche psychoakustische Leistungen. Defi zite folgender audi torischer Merkmale sind möglich.

Dabei können ein oder mehrere Bereiche betroff en sein: Schalllokalisation und -lateralisation (Richtungshören) auditive Diskrimination (Lautunterscheidung) auditive Mustererkennung (Rhythmus, Tonhöhe) zeitliche Aspekte des Hörens wie zeitliche Aufl ösung (Erkennung kurzer Signal pausen), zeitliche Maskierung (Erkennung verdeckter Signale), zeitliche Inte gration (gedehntes oder komprimiertes Wort erkennen), zeitliche Ordnung (zeitliche Reihenfolge) auditive Leistung bei konkurrierenden Signalen (Störschall-Nutzschall) auditive Leistung bei unvollständigen, veränderten oder abgeschwächten akustischen Signalen.

2000: Diese Aussagen wurden im Hinblick auf die Diagnostik bei Schulkindern in einer Consensus Conference von einer 14-köpfigen Expertengruppe in Dallas (2000) weiterentwickelt. Aufgrund der Interaktionen zwischen peripheren und zentralen Läsionen wurde der Begriff "Auditory Processing Disorders" (APD) anstelle von "Central Auditory Processing Disorders" (CAPD) vorgeschlagen (Jerger/Musiek, 2000). Im Konsensus-Statement der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (Ptok et al., 2000, S. 357) wird der Begriff "auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung" (AVWS) empfohlen. Als Defi nition wird vorgeschlagen: Eine Auditive Verarbeitungs- und/oder Wahrnehmungsstörung (AVWS) liegt vor, wenn zentrale Prozesse des Hörens gestört sind.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen