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Demenzen Untersuchung und Behandlung in der Facharztpraxis und Gedächtnissprechstunde von Schmidtke, Klaus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.11.2005
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Demenzen

Die Prävalenz von Demenzerkrankungen und geistigen Leistungsstörungen in der alternden Bevölkerung nimmt stetig zu. Dieses praxisorientierte Werk behandelt klinische Beurteilung, neuropsychologische Untersuchung, Differenzialdiagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen, nicht-organischen und unklaren geistigen Leistungsstörungen. In jedem Abschnitt werden vermeidbare Fehler und Problemlösungsstrategien beschrieben.

Prof. Dr. Klaus Schmidtke, Neurologe am Zentrum für Geriatrie und Gerontologie der Universitätsklinik Freiburg, Leiter der Neurogeriatrie- und Memory-Ambulanz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 294
    Erscheinungsdatum: 24.11.2005
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170272903
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 14307 kBytes
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Demenzen

1 Einleitung

1.1 Definition von Demenz und verwandten Begriffen

Als Demenz im Sinne von ICD-10 wird eine erworbene Erkrankung des Gehirns bezeichnet, die zu einer Störung des Gedächtnisses und mindestens einer weiteren geistigen Leistung führen (zum Beispiel Sprache, Denk- und Urteilsvermögen, räumlich/konstruktive Leistungen). Das Ausmaß der Störung zeigt sich darin, dass die Betroffenen im beruflichen und/oder privaten Alltagsleben behindert sind. Neben der kognitiven Störung kommt es meist auch zu einer Veränderung der Persönlichkeit und des Verhaltens. Die Störung muss seit mindestens sechs Monaten bestehen und nicht nur im Rahmen eines Delirs bestehen.

Doch diese Definition hat einige Mängel:

bei manchen Demenzkrankheiten steht anfangs nicht eine kognitive Störung, sondern eine Wesensänderung im Vordergrund

eine Gedächtnisstörung ist ein sehr häufiges, dem Wesen nach aber kein unabdingbares Symptom von Demenzen. Sie kann bei manchen Erkrankungen, zumindest im frühen Stadium, ganz im Hintergrund stehen

eine Demenz kann sofort nach einmaliger Schädigung auftreten

eine Demenz kann ausnahmsweise schon vor dem Ablauf von sechs Monaten zum Tod führen

Eine Demenz kann prinzipiell von jeder ausgeprägten Hirnschädigung, gleich welcher Ursache, hervorgerufen werden. Ursache können diffuse oder umschriebene Läsionen sein, die sich akut, subakut oder über Jahre entwickeln. Eine symptomatische Demenz nach einer einmaligen Schädigung kann, im Sinne eines Defektsyndroms, stabil bleiben (zum Beispiel nach Wernicke-Enzephalopathie, Trauma, Insult oder Herpesenzephalitis) oder sich bessern (zum Beispiel nach Behandlung eines Tumors, einer Hirnblutung, eines Normaldruckhydrozephalus oder einer metabolischen Störung). Demenzerkrankungen sind progrediente, prozesshaft verlaufende Gehirnerkrankungen und in vielen Fällen letal. Es sind in erster Linie degenerative und metabolische Erkrankungen des Nervengewebes, im weiteren Sinne auch progrediente Erkrankungen der zerebralen Blutgefäße und metabolische Erkrankungen des Gehirns im Kindesalter.

Leichtere Defizite, die nach einer umschriebenen Schädigung des Gehirns auftreten, werden als "kognitive Störung", "Hirnleistungsstörung" oder "geistige Leistungsstörung" bezeichnet. Das Zwischenstadium zwischen Normalität und Demenz wird als "Leichte Kognitive Störung" bezeichnet, wenn es sich wahrscheinlich um eine prozesshafte Leistungsabnahme handelt. "Oligophrenie" bezeichnet das Nicht-Erreichen eines normalen geistigen Niveaus. Oligophrene Menschen können aber zusätzlich eine Demenz erleiden; insbesondere erleiden Menschen mit M. Down typischerweise eine Alzheimer-Demenz.

Von einer familiären Demenzerkrankung kann gesprochen werden, wenn mindestens drei Fälle in zwei oder drei Generationen betroffen sind. Der Begriff ist nicht genau definiert. Familär ist nicht gleichbedeutend mit "erblich", "bekannter Erbgang" oder "Genmutation". Von einer "familiären Erkrankung mit autosomal-dominantem Vererbungsmuster" kann auch gesprochen werden, wenn die zugrundeliegende Mutation unbekannt ist (Beispiel: familäre Frontotemporale Demenz ohne Tau-Mutation). Sporadische Demenzerkrankungen sind "nicht-erblich". Viele sporadische Fälle zeigen aber eine familiäre Belastung, treten also in der Familie gehäuft auf, ohne dass ein definierter Erbgang bestünde. Bei solchen familär gehäuften sporadischen Erkrankungen liegen unbekannte oder auch bekannte, das individuelle Risiko modifizierende genetische Merkmale vor, zum Beispiel ein oder zwei Apolipoprotein- 4-Allele bei M. Alzheimer.

Eine "Leichte Kognitive Störung" oder Mild Cognitive Impairment (ICD 10: F06.7) ist eine erworbene, progrediente, vermutlich organische kognitive Störung, die nicht oder nur in gering

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