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Der ischämische Schlaganfall Eine praxisorientierte Darstellung von Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie von Ringelstein, Erich B. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.05.2007
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Der ischämische Schlaganfall

Der Schlaganfall stellt die dritthäufigste Todesursache in westlichen Ländern dar. Dieses praxisorientierte Werk vermittelt dem Leser in verständlicher Weise den neuesten Wissensstand im Hinblick auf Vorbeugung, Ursachen, Diagnostik und Therapie des Schlaganfalls. Durch die Fülle an Tabellen und Abbildungen ist es auch für den viel beschäftigten Leser geeignet, der sich in aller Kürze informieren möchte. Zusätzlich enthält das Buch einen Ratgeber für Nichtmediziner, der in Frage-und-Antwort-Form die entscheidenden Aspekte auch aus Sicht der Betroffenen und Angehörigen darlegt.

Professor Dr. med. E. Bernd Ringelstein ist 2. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Münster. Professor Dr. med. Darius G. Nabavi ist Direktor der Klinik für Neurologie 'Stroke Unit' am Klinikum Neukölln, Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 342
    Erscheinungsdatum: 10.05.2007
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170273283
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 22038 kBytes
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Der ischämische Schlaganfall

2 Definition und Differentialdiagnose

2.1 Der "Schlaganfall"

Der Schlaganfall ist ein klinisch definiertes Syndrom, das durch ein plötzlich einsetzendes, fokal-neurologisches Defizit mutmaßlich vaskulärer Ursache gekennzeichnet ist. Synonym werden die Begriffe "Hirninsult" oder "Stroke" verwendet. Der veraltete Terminus "Apoplex" (= "niedergestreckt werden") reduziert die Krankheit auf schwerste motorische Defizite und sollte heutzutage vermieden werden. Die Diagnose eines Schlaganfalls wird primär anhand des klinischen Syndroms gestellt, daraus können jedoch keine sicheren Anhaltspunkte im Hinblick auf Ätiologie und Pathogenese gewonnen werden. Vielmehr liegt dem Schlaganfall ein vielfältiges differentialdiagnostisches Spektrum zugrunde, das durch gezielte Zusatzdiagnostik aufgeschlüsselt werden muss (s. Tab. 2.1).
2.2 Klassifikation von Schlaganfallsyndromen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Schlaganfall zu klassifizieren. Im Wesentlichen erfolgt dies nach 1. dem Pathomechanismus des Insultes, 2. dem zeitlichen Verlauf, 3. der Schwere des Defizits, 4. der Ätiologie des Insultes, 5. dem betroffenen arteriellen Stromgebiet und 6. dem Infarktmuster in der Bildgebung. Diese wesentlichen Aspekte sollen im Folgenden kurz dargelegt werden.
1. Pathomechanismus des Insultes

Man unterscheidet nach dem zugrunde liegenden Pathomechanismus 1. ischämische Insulte von 2. hämorrhagischen Insulten (= Hirnblutungen). Dabei machen ischämische Insulte etwa 80-85 %, Hirnblutungen etwa 15 % aller Schlaganfälle aus. Es gibt keine verlässlichen Kriterien, diese beiden Insultformen klinisch zu differenzieren (Weir 1994). Dies ist nur durch eine zerebrale Bildgebung mittels CT oder MRT möglich. Vor dem Hintergrund gegensätzlicher Therapiestrategien ist diese Differenzierung höchst bedeutsam. Eine spezifische Schlaganfalltherapie ist erst nach erfolgter Bildgebung - und im Gegensatz zum Myokardinfarkt nicht bereits im Notarztwagen - möglich. Darüber hinaus sind sowohl ischämische als auch hämorrhagische Insulte in sich ätiologisch heterogen (s. Tab. 2.1).

Tab. 2.1: Ätiologische Subgruppen des Schlaganfalls.

1 Ischämischer Insult

1.1 Arterielle Makroangiopathie

Atherosklerotische Gefäßkrankheiten

Aortenbogen

Extrakranielle hirnversorgende Arterien

Intrakranielle hirnversorgende Arterien

Gefäßdissektionen

Spontan (meistens)

Traumatisch

Vaskulitiden

Generalisierte Form (meistens)

Isoliert am ZNS

Vasospasmen nach SAB

Andere Vaskulopathien ungeklärter Dignität

Fibromuskuläre Dysplasie

Moyamoya-Syndrom

1.2 Arterielle Mikroangiopathie

Erworbene Lipohyalinose penetrierender Arterien und Arteriolen

Hereditäre Syndrome

CADASIL: Cerebrale autosomal dominante Arteriopathie mit subkortikalen Infarkten und Leukenzephalopathie

HERNS: Hereditäre Endotheliopathie mit Retinopathie, Nephropathie und Schlaganfall

Susac-Syndrom: Mikroangiopathie von Gehirn, Retina und Cochlea

M. Fabry

Toxämische Leukenzephalopathie (= Posteriore Enzephalopathie)

Peripartale Vaskulopathie

Andere

1.3 Kardiogene Embolien

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