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Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms von Fischer, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.01.2014
  • Verlag: Georg Thieme Verlag KG
eBook (ePUB)
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Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms

- Grundlagen, Diagnostik und Therapie in einem Band - konzentriertes Wissen zum Mammakarzinom - Detaillierte Anleitungen für die Durchführung der Untersuchungen, Interventionen und operativen Eingriffe - Zum raschen Nachschlagen: Leitlinien (S3), Klassifikationen (BI-RADS), Qualitätssicherung - Alle Therapiestandards anschaulich aufbereitet: operative, medikamentöse und radioonkologische Behandlung - Mit praktischen Tipps für die Gesprächsführung, die Logistik in Brustzentren, verwendete Materialien und Instrumente - Maximale Autorenkompetenz: interdisziplinäres Expertenteam aus Radiologie und gynäkologischer Onkologie Alles, was für den Praktiker in der Mammakarzinom-Behandlung wichtig ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 292
    Erscheinungsdatum: 29.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783131774613
    Verlag: Georg Thieme Verlag KG
    Größe: 12417 kBytes
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Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms

2 Tumorentstehung

F. Baum
2.1 Mutation, Karzinogenese und Angiogenese

Das Leben auf unserem Planeten basiert auf der Vermittlung des Erbguts von einer Generation zur nächsten. Dieses Erbgut findet sich in Form der DNA (Desoxyribonukleinsäure) in den Chromosomen des Zellkerns. Bei jeder Zellteilung muss es verdoppelt und dazu vollständig kopiert werden. Fehler, die beim Kopieren der genetischen Information unterlaufen, werden Mutationen genannt. Diese Fehler sind in Anbetracht der Größe des Erbguts unausweichlich. Häufig haben sie keinerlei Konsequenzen, weil die entsprechende Veränderung des Erbguts keine physiologische Bedeutung hat. In anderen Fällen ist die Veränderung mit dem Leben nicht vereinbar. In seltenen Fällen verändert eine Mutation jedoch die Eigenschaften einer Zelle mit einem Überlebensvorteil gegenüber der ursprünglichen Zelle. Über viele Millionen Jahre hatte dieses Phänomen von Generation zu Generation die Entwicklung einer Artenvielfalt zur Folge.

Bedeutet Mutation generationsübergreifend Evolution, so stellt sie für das Individuum selbst eine Bedrohung der Gesundheit dar. Wenn eine Mutation in einem Lebewesen zu Veränderungen der physiologischen Eigenschaften führt, können diese Veränderungen unterschiedliche Auswirkungen haben. Hält sich eine veränderte Zelle weiterhin an die Spielregeln des Gesamtorganismus, stellt diese Veränderung für den Organismus meist keine Bedrohung des Gleichgewichts dar.

Verliert eine Zelle jedoch die grundlegende Eigenschaft, in der Zellgemeinschaft zu leben, wird von einer Krebszelle gesprochen. Hierzu ist üblicherweise eine Folge von ca. 6–8 Mutationen notwendig. Diesen Krebszellen ist die Eigenschaft der Kontaktinhibition verlorengegangen ( ? Abb. 2.1 ). Diese führt zu einer Lähmung des Zellwachstums, sobald ein Kontakt mit anderen Zellen besteht. Durch die Kontaktinhibition werden die Hoheitsgebiete in mehrzelligen Organismen geregelt. Sie verhindert, dass sich fremde Zellen in einem anderen Organ ausbreiten.

Tumorentstehung.

Abb. 2.1

Abb. 2.1a Im Epithel des Milchgangs ist ein mutierter Zellklon (schwarz) entstanden.

Abb. 2.1b Im Laufe der Zeit ereignen sich eine 2. (grün) und eine 3. Mutation (orange).

Abb. 2.1c Im Verlauf kann es zu weiteren Mutationen kommen, bis hin zu einer z.B. 6. Mutation (rot).

Abb. 2.1d Dieser Zellklon hat die Kontaktinhibition verloren und verdrängt in der Folge die anderen umgebenden Zellen.

Abb. 2.1e Mit der Zeit hat der Zellklon auch die anatomischen Strukturen überschritten und ist zum invasiven Tumor geworden.

Durch den Verlust der Kontaktinhibition wird es einer Krebszelle möglich, fremde Gewebe zu infiltrieren. Dabei helfen diesen Zellen Enzyme, die Bindegewebe und andere Strukturen auflösen. Darüber hinaus können Krebszellen ihren Ursprungsort über Lymph- und Blutgefäße verlassen. In diesen Fällen wird von lymphogener und hämatogener Streuung gesprochen, deren Folge die Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) sein kann.

Krebszellen werden durch einen beschleunigten Metabolismus und einen besonders schnellen Zellzyklus charakterisiert. Diese Eigenschaften setzen einen außergewöhnlich hohen Versorgungsbedarf voraus. Um diesen Bedarf zu decken, sondern diese Zellen Enzyme ab, die das Umgebungsgewebe zur zügigen Ausbildung eines Blutgefäßsystems anregen (Angiogenese, Tumorneoangiogenese). Das auf diese Weise angiogenetisch

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