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Gerontologie - Einführung und Geschichte von Wahl, Hans-Werner (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2015
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
23,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Gerontologie - Einführung und Geschichte

Gerontologie ist ein stark interdisziplinär orientiertes Wissenschaftsfeld - Altern kann wohl nur in einer synergiereichen Verknüpfung unterschiedlicher Disziplinen verstanden werden. Dieses erstmals 2004 erschienene Werk stellt in seiner völlig neu bearbeiteten zweiten Auflage den interdisziplinären Charakter der Gerontologie ganz in den Mittelpunkt. Psychologische, soziologische, biologische, geriatrische, gerontopsychiatrische sowie weitere disziplinäre Aspekte werden eingebunden in die Darstellung grundlegender theoretischer, empirischer und methodischer Fragen der Gerontologie. Ferner werden die gesellschaftliche Bedeutung der Gerontologie sowie ihre Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart herausgearbeitet, bevor es im letzten Kapitel 'Quo vadis Gerontologie?' heißt. Das Buch bietet insgesamt ein kompaktes Ordnungsschema für die heute existierende Flut an Konzepten, Theorien, Befunden und Interventionsmöglichkeiten der Gerontologie an.

Prof. Dr. Hans-Werner Wahl leitet die Abteilung für Psychologische Alternsforschung am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg. Prof. Dr. Vera Heyl lehrt und forscht an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Institut für Sonderpädagogik.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 14.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170261266
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 4806 kBytes
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Gerontologie - Einführung und Geschichte

2 Zur Geschichte des Alters und der Alternsforschung

"Perhaps the most constructive ways of adapting to an aging society will emerge by focusing, not on age at all, but on more relevant dimensions of human needs, human competencies, and human diversity." (Neugarten, zitiert nach Achenbaum & Albert, 1995, S. 261).
2.1 Einführung

Sich mit der Geschichte des eigenen Fachs oder Wissenschaftsfeldes zu beschäftigen, ist keine reine Nabelschau. Die Notwendigkeit auch geschichtlicher Perspektiven ist vielmehr allgemein anerkannt. So finden sich viele Abhandlungen etwa zur Geschichte der Medizin, Physik oder Chemie, und Wissenschaftsgeschichte ist ein anerkanntes Gebiet der Geschichtswissenschaft. Allerdings besitzen solch geschichtliche Abhandlungen bisweilen eher einleitenden Charakter, um dann zu dem Eigentlichen zu kommen, und sie sind willkommen für Jubiläen, Festvorträge oder Nekrologe.

Ansatz dieses Kapitels, das bewusst nicht an den Anfang des Buches gestellt wurde, ist es, geschichtlichen Perspektiven der Alternsforschung eine zentrale Rolle zu geben. Dies führt zu der Frage, warum wissenschaftsgeschichtliche Perspektiven (auch) in der Alternsforschung hilfreich, vielleicht sogar essentiell sind. Hier einige Antworten auf diese Fragen: Erstens erscheint Geschichtsschreibung oder gar Geschichtsforschung in der Gerontologie besonders interessant, weil sich hier zwei Entwicklungsdynamiken in komplexer Weise kreuzen: Auf der einen Seite steht die Entwicklung und wechselseitige Beeinflussung von Disziplinen wie beispielsweise der Alternsbiologie, Alternsmedizin, Alternssoziologie und Alternspsychologie innerhalb der Gerontologie als einem stark interdisziplinären Unterfangen; auf der anderen Seite steht - wie es manchmal heißt - die "Gerontologisierung" der jeweiligen Heimatdisziplinen. Die Gerontologie dürfte in neuerer Zeit im Kontext unterschiedlicher Wissenschaftsfelder als relativ einzigartig dastehen, wenn es um dieses auch wissenschaftsgeschichtlich interessante Wechselspiel geht.

Zweitens kann das Verstehen dessen, was in der Gerontologie theoretisch, methodisch und empirisch heute der Fall ist, auch von einer historischen Perspektive profitieren. So erscheint es, und dies zu betonen ist uns für das vorliegende Buch ein besonderes Anliegen, auch ausbildungsbezogen für angehende Gerontologinnen und Gerontologen wichtig, geschichtliche Einordnungen vorzunehmen, um die Bedeutung von Lehrinhalten umfassend bewerten zu können. Warum, beispielsweise, hat die "Disengagement-Theorie des Alterns" einst in den 1960er- und 1970er-Jahren die gerontologischen Gemüter so erregen können und welche Konsequenzen hatte die sog. Disengagement-/Aktivitätsdebatte im Hinblick auf aktuelle Theorien in der verhaltens- und sozialwissenschaftlichen Gerontologie und heutige Altersbilder? Welche Vorzüge bieten die heutigen komplexen statistischen Auswertungsmethoden, wenn wir sie mit den einfachen von vor 50 Jahren genutzten Methoden vergleichen (darauf werden wir auch in Kapitel 3 zurückkommen)? In welcher Weise können wir in den vorliegenden empirischen Ergebniskörpern der heutigen Alternsforschung tatsächlich einen Wissensfortschritt gegenüber der Gerontologie von gestern oder vorgestern erkennen? Freilich sind Antworten auf solche Fragen nicht nur ausbildungsbezogen bedeutsam, sondern auch im Sinne einer "Meta-Gerontologie", also einer systematischen Reflexion über das Feld der Gerontologie im Sinne der systematischen Bilanzierung ihres gegenwärtigen Zustands. Dazu wollen wir Sie herzlich ermutigen: Übernehmen Sie nicht einfach, was aus gewichtigen Mündern oder von gewichtigen Orten (Cambridge, Harvard oder Stanford lassen grüßen ...) kommt, sondern fragen Sie kritisch nach, auch in der Gerontologie!

Drittens sind geschichtliche Perspektiven

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