text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Klartext kompakt Frühkindlicher Autismus: Verstehen = Helfen von Ganz, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.08.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Klartext kompakt

Auch frühkindliche Autisten können sich, entgegen landläufiger Meinung, normal entwickeln. Sie wollen und können kommunizieren und interagieren, und brauchen genauso wie alle anderen Kinder die soziale Interaktion zu ihrer Entwicklung. Kommt es zu einer Störung der sozialen Interaktion, dann kommt es in Folge auch zu einer Störung der Entwicklung. Wie und warum es zu Störungen der sozialen Interaktion kommen kann, und welche Folgen diese haben, wird mit einem - Autisten bisher verweigerten - entwicklungsdynamischen Ansatz dargestellt. Zugleich werden hierzulande weitgehend unbekannte Förderprogramme vorgestellt, die auf eine Wiederherstellung der sozialen Interaktion zwischen Eltern und autistischen Kindern abzielen. Und: "Es ist nie zu spät." geb. 1973 in Karlsruhe, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 132
    Erscheinungsdatum: 31.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741270116
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 628 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Klartext kompakt

II. EINFÜHRUNG

Erhält ein Kind die Diagnose "Frühkindlicher Autismus", so bedeutet das bisher die Abkehr von der Idee jeglicher Entwicklungsmöglichkeit und die Hinwendung zu einem statischen "Urteil". Eltern und Angehörigen wird durch die Diagnose und die zugrunde liegenden falschen Annahmen, die als Gewissheiten verkauft werden, jede Hoffnung auf eine deutliche Besserung von Problemen des autistischen Kindes und auf eine weitgehend normale Entwicklung genommen. Vertreten wird von Psychiatern, Psychologen und "Fachkräften" eine statische Sicht mit dem daraus abgeleiteten Rat, die autistischer Kinder doch am Besten in ein Pflegeheim zu geben [siehe z.B. Poustka et al. (2009) ].

Die hier von uns vertretene Sicht ist das genaue Gegenteil! Jedes Kind durchläuft eine Entwicklung, jedes Kind hat die Chance - bei entsprechender Förderung - seine Grenzen zu erweitern, sein Leben zu gestalten. Wenn auch in unterschiedlichem Umfang in Abhängigkeit vom Grad der Behinderung.

Doch gerade frühkindlicher Autismus als "tiefgreifende ENTWICKLUNGS-Störung" bietet viele einfache Möglichkeiten zur Förderung des Kindes - wenn man das autistische Kind und seine besondere Wahrnehmung versteht. Der hier dargelegte entwicklungsdynamische Ansatz wird schon seit Jahrzehnten von einigen Förderprogrammen intuitiv angewendet (siehe Kapitel V: Praxis ).

Nun werden diese intuitiven Anwendungen durch ein entsprechendes theoretisches Fundament gestützt.

" Jede Stufe der Entwicklung bietet eine Chance, Erfahrungen für Kinder zu schaffen, die ihnen dabei helfen frühe Stufen zu meistern, die vielleicht nicht beim ersten Mal gemeistert wurden. Es ist niemals zu spät . "

[Greenspan, Stanley I.; Wieder, Serena (2006)]
1 Wie ist diese positive Sicht möglich?

Die Frage sollte eigentlich eher lauten, warum diese positive Sicht bei frühkindlichem Autismus bisher ausgeblendet wurde?!

Denn im Bereich von Kindern mit geistiger Behinderung existiert diese schon lange. Ersetzt man im folgenden Zitat die Worte "intellektuelle Behinderung" durch "frühkindlichen Autismus" (ohne diese gleichzusetzen!), so sind wir bei der entwicklungsdynamischen Perspektive:

" Es konnte gezeigt werden, dass durch eine rechtzeitige Unterstützung verschiedener Entwicklungsaspekte eine Verbesserung des globalen Funktionsniveaus dieser Menschen zu erreichen ist (Greenspan & Wieder, 1998;

Guralnick, 1997). Die Erkenntnisse von Spitz (1946), Mahler et al. (1975) und Bowlby (1951) über die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern gelten auch für behinderte Kinder.

Ein Kind mit einer intellektuellen Behinderung ist an erster Stelle ein Kind, das trotz seiner Einschränkungen Entwicklungsmöglichkeiten hat. Diese optimistische Perspektive hat heute die alten Auffassungen von einem unveränderlichen Zustand ersetzt.

Menolascino (1977) und Wolfensberger (1972) gehen davon aus, dass Entwicklung bei allen Menschen, so auch bei geistig behinderten Menschen, ein lebenslanger Prozess ist, selbstverständlich mit jeweils individueller Intensität, Geschwindigkeit und Ausprägung . "

[Dosen, A. (2010)]

Dosen nennt sogar als Referenz die bereits zitierten Autoren Greenspan & Wieder, geht jedoch nicht den Schritt, deren und auch seinen eigenen entwicklungsdynamischen Ansatz auch auf frühkindlichen Autismus anzuwenden.

Bereits Jahre vorher findet sich bei Lingg; Theunissen (2000) ein entwicklungsdynamischer Ansatz für Kinder mit geistiger Behinderung - aber bis heute (!) nicht für Autisten.

Sowohl bei Dosen (2010) als auch Lingg; Theunissen (2000) ist der Perspektivenwechsel innerhalb des jeweiligen Buches massiv. Über alle Formen möglicher geistiger Behinderung hinweg wird ein dynamischer Ansatz im Hinblick auf

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen