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Lehrbuch der Kinder- und Jugendpsychiatrie Band 1: Grundlagen. Band 2: Störungsbilder

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2013
  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (PDF)
119,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Lehrbuch der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Wie entstehen psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter? Welche Faktoren erhalten die Störungen aufrecht? Welche Verlaufsformen gibt es? Das Wissen um pathogenetische Hintergründe von psychischen Störungen hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Diagnostische und therapeutische Ansätze wurden immer mehr ausdifferenziert und mündeten in evidenzbasierten Leitlinien. Das Lehrbuch stellt aktuelle und umfassende Informationen zur Kinder- und Jugendpsychiatrie dar und arbeitet wichtige Perspektiven und Entwicklungstendenzen des Fachgebietes heraus. Ein Team aus deutschsprachigen und amerikanischen Autoren gibt in diesem Lehrbuch einen Überblick über die theoretischen Grundlagen und pathogenetischen Konzepte der Kinder- und Jugendpsychiatrie, stellt die diagnostischen Methoden dar und informiert über Klassifikation und Dokumentationssysteme sowie über Versorgungsstrategien. Ausführlich werden relevante psychiatrische Störungsbilder, umschriebene Entwicklungsstörungen sowie spezifische Symptome behandelt. Dazu werden jeweils die Ursachen, Diagnostik und die therapeutischen Strategien bei den einzelnen Erkrankungen dargestellt. Das Lehrbuch wendet sich an Mediziner in der Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychiater, an Studierende der Medizin und Psychologie sowie an alle Berufsgruppen, die sich mit der Diagnostik und Therapie von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen beschäftigen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 1532
    Erscheinungsdatum: 01.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840918711
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Serie: Lehrbuch
    Größe: 10058 kBytes
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Lehrbuch der Kinder- und Jugendpsychiatrie

. Kapitel 1 Zentralnervöse Entwicklungsprozesse
Lars Wöckel, Luis Puelles und John L.R. Rubenstein

In den letzten Jahren konnte eindrücklich gezeigt werden, dass molekulargenetische und biochemische Prozesse schon in den ersten Entwicklungsmonaten die Grundlage für die Entstehung psychiatrischer Krankheitsprozesse oder Störungen kognitiver Funktionen bilden können. Dieses Kapitel soll zum Verständnis der Entwicklung des Zentralnervösen Nervensystems (ZNS) und ableitbarer Störungen beitragen.

Begriffsklärung Um die Zusammenhänge von Struktur und Funktion des menschlichen Nervensystems zu verstehen und um daraus Störungen oder Verzögerungen in der Entwicklung des ZNS ableiten zu können, ist es zunächst von vorrangiger Bedeutung, die Entwicklung des ZNS vom Zellverband bis zum differenzierten Organ in seinen wesentlichen Stadien zu beschreiben und einen Überblick über die verschiedenen Einflussgrößen zu geben, die für eine gesunde Entwicklung und Funktion dieses hochkomplexen Systems essenziell sind.

1 Morphologische Entwicklung des ZNS

Bereits wenige Tage nach der Befruchtung der Eizelle differenzieren sich aus den Zellen zwei Keimblätter, das innere Keimblatt (Entoderm) und das äußere Keimblatt (Ektoderm). Das Nervengewebe wird aus dem Ektoderm gebildet. In der dritten Entwicklungswoche wandern aus dem Ektoderm Zellen aus und bilden das dritte Keimblatt (Mesoderm), das zwischen dem inneren und äußeren Keimblatt liegt.

Die medialen Anteile des Ektoderms verdicken sich zur Neuralplatte. Diese faltet sich immer stärker nach innen und bildet so die Neuralrinne. In der Übergangszone der Neuralrinne zum Hautektoderm bildet sich die Neuralleiste oder Ganglienleiste, aus welcher später die Zellen des peripheren Nervensystems hervorgehen. Mit zunehmendem Einsinken der Neuralrinne beginnt ihre Verschmelzung am offenen Pol, so dass sich schließlich die Neuralrinne zum Neuralrohr schließt. Das Neuralrohr ist die Anlage von Gehirn und Rückenmark. Defekte beim Schluss des Neuralrohres führen zu Spaltbildungen wie Anenzephalie und Spina bifida. Mit Beginn des Neuralrohrschlusses erfolgt die Differenzierung des Vorder-, Mittelund Rautenhirns (Pros-, Mesund Rhombenzephalon), was als DreiBläschen-Stadium bezeichnet wird. In der fünften Entwicklungswoche differenziert sich das ZNS weiter zum Fünf-Bläschen-Stadium. Aus dem Prosenzephalon bilden sich jetzt das Endund Zwischenhirn (Telund Dienzephalon) und aus dem Rhombenzephalon das Nachund Markhirn (Metund Myelenzephalon). Aus dem Dienzephalon entwickeln sich später der Thalamus und der Hypothalamus, aus dem Myelenzephalon die Medulla oblongata und aus dem Metenzephalon der Pons und das Kleinhirn. Mit Beginn der sechsten Woche ist die Unterteilung des Telenzephalons in zwei Hemisphären - den späteren Hirnhemisphären - zu erkennen. Aus dem Telenzephalon entstehen die kortikalen Strukturen wie z.B. der Neokortex und die Hippokampusformation, aber auch die Anlage der Ganglienhügel. Die Ganglienhügel sind Zellverdichtungen am Rand der Seitenventrikel - sie liegen in der Proliferationszone der Matrixzellen (s. u.). Aus den Ganglienhügeln entwickeln sich später die Basalganglien. Die Volumenzunahme des fetalen Gehirns ist in den ersten Monaten beträchtlich. Ab der 14. Gestationswoche beginnt die Ausbildung der Primärfurchen - zunächst der Fissura Sylvii, die das Frontoparietalhirn und das Temporalhirn voneinander trennt, dann des Sulcus parietooccipitalis und des Sulcus centralis. Nach und nach bilden sich immer mehr Furchen. Zum Ende des 8. Monats sind alle konstant auftretenden Furchen vorhanden, die sich schließlich durch Sekundärund Tertiärfurchen miteinander verbinden. Durch die Ausbildung der Furchen und Windungen vergrößert sich die Oberfläche der Großhirnhemisphären erheblich. Eine ausführliche Darstellung der Entwicklung des ZNS und der anatomischen Verhältnisse findet sich bei Zenker (1985).

2 Molekulare Genetik der Hi

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