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Logopädie in der Geriatrie Kommunikations- und Schluckstörungen von Corsten, Sabine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.06.2017
  • Verlag: Georg Thieme Verlag KG
eBook (ePUB)
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Logopädie in der Geriatrie

''Alle wollen alt werden, aber keiner will es sein'', so Gustav Knuth, ein deutscher Schauspieler. Tatsächlich werden die Menschen immer älter, allerdings nehmen im Alter auch chronische Erkrankungen, Multimorbidität, Altersdemenz und Gebrechlichkeit zu. Dieser Band aus der Reihe Forum Logopädie befasst sich mit den physiologischen Veränderungsprozessen von Kommunikation und Schlucken und der Psychologie und Krankheitsverarbeitung im Alter. Er informiert über die logopädische Diagnostik und Therapie bei alten Menschen, aktuelle Versorgungsmöglichkeiten, Prävention und soziale Unterstützungssysteme. Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht Ihnen ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform eRef zur Verfügung (Zugangscode im Buch). Mit der kostenlosen eRef App haben Sie zahlreiche Inhalte auch offline immer griffbereit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 296
    Erscheinungsdatum: 14.06.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783131754219
    Verlag: Georg Thieme Verlag KG
    Größe: 5945 kBytes
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Logopädie in der Geriatrie

2 Psychologie des Alters

Sabine Corsten
2.1 Überblick

Im folgenden Kapitel soll herausgearbeitet werden, wie vor dem Hintergrund der in Kap. 1 dargestellten Veränderungen im Alter ein stimmiges Identitätsbild entstehen kann. Zur genaueren Betrachtung der Identität im Alter ist eine Auseinandersetzung mit der sozialwissenschaftlichen Altersforschung erforderlich. Wie über die gesamte Lebensspanne hinweg wird hier davon ausgegangen, dass Identität auch im Alter ein flexibles Konstrukt darstellt, das im intersubjektiven Austausch mit anderen immer wieder neu ausgehandelt wird (vgl. [572] ). Damit ist das Konzept der narrativen Identität angesprochen. Die Definition dieses Konstrukts soll in diesem Kapitel noch weiter geschärft werden.

Untersuchungen zeigen weiterhin, dass im Alter die Identitätskomponente "Eigenständigkeit und Individualität", welche im Erwachsenenalter dominiert, zugunsten von "Gemeinschaftlichkeit und Sozialität" abnimmt (s. [343] ). Die Herausforderung von Identitätsbildung im Alter besteht folglich insbesondere in der Akzeptanz altersspezifischer Veränderungen, die beisielspweise durch Krankheiten entstehen und mit einem Autonomieverlust einhergehen. Daher wird in diesem Kapitel beleuchtet, worauf Menschen höheren Lebensalters zurückgreifen, um eine gelingende Identitätsbildung leisten zu können, welche in enger Verbindung mit der empfundenen Lebensqualität steht [77] . In diesem Zusammenhang wird auch das komplexe Konstrukt der Lebensqualität näher betrachtet.

Schließlich wird abschließend auf die Auseinandersetzung mit Krankheit im Alter eingegangen. Hieraus können Ansatzpunkte für den therapeutischen Umgang mit älteren Menschen abgeleitet werden.
2.2 Identitätsbild im Alter

Entsprechend der aktuellen Definition im Lexikon für Psychologie meint Altersidentität die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Altersgruppe. Alter fungiert laut dieser Begriffsbestimmung als soziale Kategorie, d.h., die Zuordnung erfolgt auf der Basis eines sozial geteilten Verständnisses von Alter. Das Alter stellt dabei eine relevante Größe zur Selbstdefinition dar (vgl. [1193] ). Anders als andere soziale Kategorien, wie z.B. das Geschlecht oder die Nationalität, bedeutet das Alter jedoch eine sich über die Lebensspanne kontinuierlich verändernde Gruppenzugehörigkeit. Dabei werden die charakteristischen Zuschreibungen zu verschiedenen Altersstufen über die Bestimmung durch biologische Prozesse hinaus sozial ausgehandelt und bestimmt. Diese interaktionelle Aushandlung von Alterszuschreibungen kommt auch in der Beschreibung des Altersprozesses als "Doing Age" [639] zum Ausdruck. Damit schließt die Definition an den sozialkonstruktivistischen Diskurs an. Hiernach finden Identitätsentwicklungsprozesse altersphasenabhängig im Zusammenspiel zwischen gesellschaftlichen und individuellen Deutungsmustern statt (vgl. [25] ). In diesem Wechselspiel wird die Identität konstruiert. Darüber hinaus zeigt die Definition, dass Identität flexibel ist und sich über die Lebensspanne verändert. Diese Begriffsbestimmung bezieht sich zunächst allgemein auf die identitätsstiftende Wirkung von Alter.

Merke

Identität entwickelt sich altersphasenabhängig durch individuelle und interaktionale Konstruktionen.

Der Begriff der Altersidentität wird aber auch enger gefasst und genutzt, um die besonderen biologischen wie auch sozialen Anforderungen im höheren Lebensalter und die damit verbundenen Identitätsentwicklungsprozesse darzustellen. Häufig findet sich hier auch der Begriff der "Alternsidentität". Während Alter auf die spezifischen Bedingungen referiert, die sich für das Verhalten und Erleben aus dem Alter heraus ergeben, verweist der Begriff des Alterns auf die Bedingungen für den Prozess des Älterwerdens selber

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