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Nicht-medikamentöse Hilfen für Menschen mit Demenz Leitfaden für die Unterstützung und Beratung von Patienten und ihre Angehörigen von Adler, Georg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.07.2011
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (PDF)
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Nicht-medikamentöse Hilfen für Menschen mit Demenz

Derzeit sind in Deutschland über eine Million Menschen an Demenz erkrankt. Eine Heilung ist bislang nicht möglich, der Erkrankungsverlauf kann durch Medikamente lediglich verzögert werden. Besonders wichtig sind daher nicht-medikamentöse Verfahren, die Patienten und Angehörigen das Leben mit der Erkrankung erleichtern. Dieser kompakte und praxisorientierte Leitfaden bietet einen Überblick über nicht-medikamentöse Hilfen und Therapien, z. B. bei der Bewältigung der Diagnose, im Umgang mit Verhaltensstörungen, zum Gedächtnistraining und zur Entlastung der Angehörigen. Zu jedem Themenbereich wird der Stand der Forschung zusammengefasst und ein klarer Praxisbezug hergestellt. Ärzte sowie Pflegepersonal erhalten viele Anregungen für die Beratung von Patienten und deren Angehörigen.

Prof. Dr. med. Georg Adler, Psychiater und Psychotherapeut, Leiter des Instituts für Studien zur Psychischen Gesundheit (ISPG) Mannheim sowie niedergelassen in eigener Praxis. Mitglied des Vorstands der DGGPP und der DAGPP.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 184
    Erscheinungsdatum: 07.07.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170266308
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 9022kBytes
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Nicht-medikamentöse Hilfen für Menschen mit Demenz

Einleitung

Über eine Million Menschen in Deutschland sind an einer Demenz erkrankt. Mehrere Millionen sind, vor allem als Angehörige, zusätzlich betroffen. Die häufigste Ursache einer Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Sie ist nach dem derzeitigen Stand des medizinischen Wissens nicht heilbar, d.h. es besteht keine Möglichkeit, die Ursache der Erkrankung zu beheben. Mit den derzeit verfügbaren medikamentösen Therapien, die im Folgenden kurz dargestellt werden, kann allerdings eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs und eine Milderung der Symptomatik erreicht werden. Nicht-medikamentöse Verfahren und Therapien können während des gesamten Krankheitsverlaufs eine große Hilfe bei der Bewältigung der jeweils anstehenden Aufgaben sein, von der Früherkennung der Erkrankung bis hin zum Umgang mit schweren Verhaltensstörungen in ihren fortgeschrittenen Stadien. Ihnen kommt daher eine besondere Bedeutung zu, weshalb sie in den folgenden Buchkapiteln umfassend dargestellt werden. Zunächst sollen jedoch die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten der Alzheimer-Demenz kurz angesprochen werden.

Bei leichten bis mittelschweren Stadien der Erkrankung sind Cholinesterasehemmer die Mittel der Wahl. Das sind Medikamente, die den Stoffwechsel der Überträgersubstanzen (Neurotransmitter) im Gehirn, insbesondere den von Azetylcholin, beeinflussen. Zur Verfügung stehen hierbei die Wirkstoffe Donepezil, Rivastigmin und Galantamin, die sich in kontrollierten Studien als wirksam im Sinne einer Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit und der Alltagskompetenzen der Patienten erwiesen haben. Auch Begleitsymptome der Demenz wie Ängste, Depressionen und Agitiertheit können durch diese Medikamente gemildert werden (z. B. Bullock und Dengiz 2005). Sofern Durchblutungsstörungen eine wesentliche Rolle spielen, wie bei der Alzheimer-Demenz vom gemischten Typ, lässt sich der Krankheitsverlauf auch durch eine zusätzliche Behandlung mit einem Gerinnungshemmer verzögern.

Durch diese therapeutischen Möglichkeiten stellt sich der zu erwartende Krankheitsverlauf der Alzheimer-Demenz deutlich günstiger dar als noch vor einigen Jahren. Allerdings profitieren nicht alle Patienten von der Behandlung, außerdem sind die krankheitsbedingten Leistungsminderungen letztlich nur hinauszögerbar, nicht jedoch aufzuhalten. Darüber hinaus können die Cholinesterasehemmer zu Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führen.

In mittelschweren und schweren Stadien der Erkrankung ist eine Behandlung mit Memantin möglich, einem Glutamatmodulator, der ebenfalls auf den Neurotransmitterhaushalt einwirkt. In Studien zeigen sich positive Effekte von Memantin auf die geistige Leistungsfähigkeit, die Alltagsfunktionen und das Verhalten (McShane et al. 2006). Beide Wirkstoffe, Memantin und Cholinesterasehemmer, können in mittelschweren und schweren Krankheitsstadien auch in Kombination verabreicht werden. Es gibt Hinweise, dass eine Kombinationstherapie der Monotherapie überlegen ist, d.h., dass dem Abbau sowohl der geistigen Leistungsfähigkeit als auch der Alltagsfunktionen durch die gleichzeitige Gabe von Cholinesterasehemmern und Memantin effektiver entgegengewirkt werden kann (Atri et al. 2008; Tariot et al. 2004).

Die Verabreichung von Cholinesterasehemmern und Memantin wird jedoch immer wieder kritisiert; so weisen viele Wirksamkeitsstudien methodische Mängel auf, wodurch die Zuverlässigkeit ihrer Ergebnisse in Frage gestellt werden kann. Außerdem gibt es bislang keine zuverlässige Möglichkeit, im Vorfeld Patienten, die von der Medikation profitieren, von jenen, die nicht profitieren, zu unterscheiden. Darüber hinaus können Nebenwirkungen auftreten, die die Lebensqualität des Patienten deutlich beeinträchtigen (zusammengefasst von Vollmar et al. 2008). Trotzdem sind Cholinesterasehemmer und Memantine nach wie vor Mittel der Wahl, da es bislang keine effektiveren Wirkstoffe gibt, um eine Demenz pharm

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