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Notfallpsychiatrie und psychotherapeutische Krisenintervention von Heinemann, Arndt (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2015
  • Verlag: Georg Thieme Verlag KG
eBook (PDF)
19,99 €
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Notfallpsychiatrie und psychotherapeutische Krisenintervention

Richtig handeln in seelischen Notfallsituationen! Dieses Buch ist ein Leitfaden zum Umgang mit Menschen in seelischer Not: von der Orientierung im Notfallgeschehen, über eine Zusammenstellung der häufigsten Krankheitsbilder, die Vorstellung spezieller Techniken zur Krisenintervention bis hin zu rechtlichen Aspekten. Gegliedert nach dem zeitlichen Ablauf einer Notfallintervention: - Grundlagen - Wissenswertes VOR dem ersten Kontakt - Erstkontakt - mögliche Krisensituationen - Akute Krisenintervention - Techniken in verschiedenen Krisensituationen - Zusatzwissen - ausgewählte psychotherapeutische Techniken Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht Ihnen ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform eRef zur Verfügung (Zugangscode im Buch). Mit der kostenlosen eRef App haben Sie zahlreiche Inhalte auch offline immer griffbereit.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 168
    Erscheinungsdatum: 16.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783132052314
    Verlag: Georg Thieme Verlag KG
    Größe: 1000 kBytes
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Notfallpsychiatrie und psychotherapeutische Krisenintervention

2 Notfallintervention - Der Erstkontakt

W. Jordan
2.1 Syndromlehre - Der diagnostische Blick

2.1.1 Diagnosestellung

Das psychiatrisch-psychotherapeutische Erstgespräch dient der Erhebung der Anamnese, der Erfassung des psychopathologischen Befundes sowie dem Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung. Es besteht aus einem eher offen geführten Eingangsteil, bei dem der Patient die Ausprägung und Entstehung der aktuellen Beschwerden, Symptome beschreibt und dabei seine persönliche Sicht hinsichtlich Gewichtung und innerer Zusammenhänge einbringen soll. Der zweite Teil wird strukturierter durchgeführt und stellt eine Exploration im eigentlichen Sinne dar (Kap. 1.4 ). In diesem Teil wird versucht, mögliche Auslösefaktoren am Geschehen zu erkennen, inhaltlich werden wichtige persönliche Bindungen, gegenwärtige Beziehungen, die familiäre, soziale und berufliche Konstellation einschließlich möglicher Probleme sowie bisherige Vorbehandlungen, psychiatrische und somatische Vorerkrankungen und psychiatrische Erkrankungen in der Familie beleuchtet. In Abhängigkeit von der psychiatrischen Notfallsituation oder dem Störungsbild ist die Anamnese auf die aktuellen Hauptbeschwerden und die Fremdanamnese zu beschränken. Für die Diagnosestellung sind sämtlich beobachtbare Auffälligkeiten im Verhalten und Erleben des Betreffenden gleichwertig dem gesprochenen Wort. Das eigene Erleben, die Reaktion des Behandlers auf den Patienten, ist als ergänzendes diagnostisches Instrument bewusst zu nutzen (Kap. 1.4 ). Die genaue Erfassung und exakte Beschreibung des psychopathologischen Befundes kann als Kernstück der psychiatrischen Diagnostik angesehen werden, da einzelne Symptome oft pathognomisch auf die zugrundeliegende Erkrankung, das übergeordnete Syndrom hinweisen. Mit einer sorgfältigen klinisch-neurologischen Untersuchung werden organische Verursachungen einer psychischen Auffälligkeit ausgeschlossen, ggf. wird diese von einer laborchemischen und apparatetechnischen Diagnostik ergänzt. Eine weitergehende Psychometrie kann im psychotherapeutischen Setting, v.a. stationär oder teilstationär, zur Objektivierung psychischer Symptome oder besonderer Persönlichkeitsakzentuierungen durchgeführt werden ( Abb. 2.1 ).

Merke

Die Diagnosestellung geht vom einzelnen (Haupt-)Symptom über einen Symptomenkomplex zum Zielsyndrom unter Beachtung von Verhalten, Erleben, Übertragung und Gegenübertragung.

Abb. 2.1 Diagnosestellung.

In der weiterführenden Therapie sollte versucht werden, die eingangs formulierte Arbeitshypothese zu widerlegen, um einen offenen diagnostischen Blick zu behalten.
2.1.2 Pathognomische Psychopathologie

Zu einer sorgfältigen psychopathologischen Untersuchung gehört die Erfassung der Bewusstseinslage, der Orientierung, der kognitiven Funktionen, des formalen und inhaltlichen Denkens, der Wahrnehmung, der Ich-Funktionen, der Affektivität, der Psychomotorik und vegetativer Funktionen, einschließlich circadianer Besonderheiten. Mit einem genauen diagnostischen Blick und einer differenzierten Zuordnung eines auffälligen Merkmals zur richtigen Terminologie im psychopathologischen Befund ist die Unterscheidung auch schwer abgrenzbarer Störungsbilder möglich ( Tab. 2.1 ):

Bei der Ideenflucht ist der inhaltliche Zusammenhang der sprachlichen Ausführungen gelockert, aber für den Untersucher noch nachvollziehbar. Der Gedankengang wird durch dazwischenkommende Assoziationen unterbrochen, wobei der rote Faden erkennbar bleibt. Zerfahrenes oder inkohärentes Denken hingegen lässt zunächst für den Untersucher keinen logischen oder emotional verständlichen Zusammenhang erkennen [Je besser der Untersucher den Patienten kennt, umso mehr wird er seine Äußerungen nach

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