text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik Ein einführendes Lehrbuch auf psychodynamischer Grundlage

  • Verlag: Georg Thieme Verlag KG
eBook (PDF)
59,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik

Komplexe Inhalte praxisnah und verständlich dargestellt: - Moderne Krankheitslehre auf der Grundlage der seelischen Grundkonflikte - Systematische Beschreibung der Krankheitsbilder und ihrer Therapie - Starke psychodynamische Ausrichtung der Persönlichkeits-, Krankheits- und Psychotherapiekonzeption - Das komplette Fachwissen der psychotherapeutischen Medizin und Psychosomatik Ideal zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung. Aus dem Inhalt: - Konzepte von Persönlichkeit und Krankheit - Krankheitsbegriff - Krankheitsbilder und Felder der Psychosomatischen Medizin - Diagnostik - Psychotherapie - Institutionalisierung und Forschung Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht Ihnen ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform eRef zur Verfügung (Zugangscode im Buch). Mit der kostenlosen eRef App haben Sie zahlreiche Inhalte auch offline immer griffbereit.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 424
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783132415546
    Verlag: Georg Thieme Verlag KG
    Größe: 8996 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik

1 Konzepte von Persönlichkeit und Krankheit

1.1 Psychosomatische Perspektiven

G. Rudolf und P. Henningsen
1.1.1 Einleitung

In den Zeugnissen aus allen Epochen der abendländischen Geschichte begegnen uns Überlegungen zum Verhältnis von Körper und Seele, Geist und Natur im Zusammenhang mit Krankheit und Gesundheit. Derartige psychosomatische Gedanken waren bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts selbstverständlich in die Medizin integriert; mit dem Aufkommen einer streng naturwissenschaftlichen Medizin traten sie in den Hintergrund und tauchten Anfang des 20. Jahrhunderts als Gegenbewegung wieder auf. Am bekanntesten wurden psycho-analytische Ansätze, wie sie von Freud initiiert und von seinen Schülern weiterentwickelt wurden, ferner philosophisch-anthropologische Entwürfe, wie sie Viktor von Weizsäcker entwickelt hat, oder psychophysiologische Ansätze, wie wir sie seit Pawlow oder Cannon im Vorfeld der Stressforschung finden. In Deutschland nahmen Psychosomatische Medizin und Psychotherapie nach dem Zweiten Weltkrieg eine besonders intensive Entwicklung: Es entstanden zahlreiche Kliniken für stationäre Psychotherapie, und ambulante psychoanalytische Behandlung wurde als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen anerkannt (1967). Seit der Approbationsordnung von 1970 wurden Psychosomatische Medizin und Psychotherapie als scheinpflichtiges Unterrichtsfach im medizinischen Unterricht verankert und in neu gegründeten Universitätsabteilungen gelehrt. Als erste universitäre Einrichtung war bereits 1950 die Psychosomatische Klinik Heidelberg unter Leitung Alexander Mitscherlichs eingerichtet worden. Den Versuch einer Integration internistischer und psychosomatischer Ansätze in der universitären Medizin verfolgten vor allem Thure von Uexküll und seine Schüler.

1992 wurde nach langer berufspolitischer Diskussion vom Deutschen Ärztetag die Einführung eines Facharztes beschlossen, dem die Bezeichnung "Arzt für Psychotherapeutische Medizin" gegeben wurde. Im gleichen Jahr veröffentlichte der Wissenschaftsrat seine Leitlinien für die Reform des Medizinstudiums. Darin heißt es: "Gesundheit und Krankheit müssen als ein komplexes, vielfach verwobenes Gefüge verstanden werden, in dem biologische, psychologische und soziale Elemente von Gesundheit und Krankheit als gleichwertige Bedingungen der menschlichen Existenz zu begreifen sind."

Jede medizinische Disziplin hat es im Umgang mit Krankheit und Gesundheit mit diesen Ebenen des biologischen, psychologischen und sozialen Geschehens zu tun, doch richten die einzelnen Fächer den Fokus ihrer wissenschaftlichen Aufmerksamkeit und den Akzent ihres praktischen Handelns mehr auf die eine oder die andere Ebene. Im Folgenden soll eine vergleichende Betrachtung der Ebenen - die freilich engstens verwoben sind und nur künstlich auseinander gehalten werden - deutlich machen, wo Psychosomatik ihre Akzente setzt und worin sich ihre Sichtweise von der eines typisch organmedizinischen Faches unterscheidet.
1.1.2 Biologischnaturwissenschaftliche Ebene

Organsystem im Mittelpunkt Sie erfasst die Krankheit im traditionellen medizinischen Sinne. Im Mittelpunkt des Interesses steht das erkrankte Organ oder Organsystem, an ihm wird die Krankheit objektiviert. Die Befunde beziehen sich auf die Morphologie der Organe, auf mikroskopisch sichtbare Gewebestrukturen und auf Funktionsstörungen, die technisch oder laborklinisch erfasst werden.

Das zugehörige Modell von Krankheit sieht den Körper als ein vernetztes, zelluläres, neuronales, endokrines System, dessen Gleichgewicht entweder durch Defekte oder durch äußere oder innere Reize gestört werden kann; beides führt zu vielfältigen Dysregulationen, die Prozesse der Gegenregulation und Bewältigung in Gang setzen (Beispiel: die Entzündung eines Gewebes als Folge einer gestörten Autoimmunregulation oder als Ant

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen