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Vademecum für die Onkologie Von der Therapie bis zur Pflege

  • Erscheinungsdatum: 20.03.2015
  • Verlag: Zuckschwerdt
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Vademecum für die Onkologie

Das Vademecum für die Onkologie ist ein kompakter, übersichtlicher und dennoch umfassender Begleiter für die onkologische Fachkrankenpflege, für Medizinische Fachangestellte und für viele andere, die in der Onkologie tätig sind. Die Grundlagen und Behandlungsverfahren werden verständlich und ausführlich dargestellt, ebenso wie die Wirk- und Resistenzmechanismen von Antitumor-Therapeutika und deren verschiedenen Applikationsformen. Der schnelle Wissenszuwachs und die zunehmende Komplexität in der Onkologie stellen alle Beteiligten vor die Herausforderung, ständig auf dem Laufenden zu bleiben. Das handliche Vademecum vermittelt alles Wichtige zur onkologischen Therapie und Pflege: - Grundlagen und aktuelle Behandlungsverfahren - Durchführung der Chemotherapie - tumorassoziierte Komplikationen - Nebenwirkungen, Organtoxizitäten und pflegerische Maßnahmen - und vieles Wichtige mehr Dem Thema Schmerz ist ein eigenes Kapitel gewidmet, ebenso der Ernährungstherapie. Des Weiteren beschäftigen sich Spezialisten mit den Themen Kommunikation, Psychoonkologie, Ethik, Palliative Care und Hospizarbeit, Spiritualität und Trauer und Bestattung. Im Anhang finden sich viele hilfreiche Tabellen und Zusammenstellungen zum schnellen Nachschlagen.

Die Herausgeber Dr. med. Norbert Schleucher praktiziert als Facharzt für Hämatologie und Internistische Onkologie am Katholischen Marienkrankenhaus in Hamburg. Jürgen Barth ist Apotheker für Klinische Pharmazie und onkologische Pharmazie an der Universitätsklinik in Gießen. Prof. Dr. rer. nat. Irene Krämer ist Fachapothekerin für Klinische Pharmazie und Direktorin der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz. Ulrike Ritterbusch ist stellvertretende Vorstandssprecherin der KOK und arbeitet als Diplom-Pflegewirtin am Universitätsklinikum Essen Westdeutsches Tumorzentrum auf der Palliativstation.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 20.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863711719
    Verlag: Zuckschwerdt
    Größe: 21580 kBytes
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Vademecum für die Onkologie

Sehr häufig verwendete Präparate sind die sogenannten Mistellektine. Bei Einsatz solcher Präparate handelt es sich um eine Adoption aus dem anthroposophischen in den medizinischen Bereich. So wird der Mistel eine Schwächung der physischen Fremdbildung, des Tumors, durch Entzug seines Wucheräthers und seiner Lebenskraft zugeschrieben. Es wird postuliert, dass die Mistel eine antitumorale Symbiose mit dem Patienten gegen seinen Tumor eingeht. Eine genaue biochemische oder pharmakologische Definition des Wirkmechanismus ist jedoch nicht bekannt. Positive In-vitro-Daten und auch positive randomisierte Studien (verglichen gegen Placebo oder konventionelle Zytostatika) fehlen. Trotzdem werden Mistelpräparate sehr häufig bei Patienten mit kolorektalem Karzinom eingesetzt. Auch hier vermag die Mistel allein den Spontanverlauf der Erkrankung nicht zu beeinflussen. Immerhin ist auch keine Antagonisierung einer klassischen 5-FU-haltigen zytostatischen Chemotherapie bekannt. Manche Patienten beschreiben allerdings eine nicht objektivierbare Verbesserung ihres Allgemeinzustandes unter Mistelinjektionen.

Von Anwendern alternativer Therapieverfahren wird häufig in Medien und Zeitschriftenanzeigen damit geworben, dass einerseits pflanzliche Präparate verwendet werden und dass diese andererseits keine Nebenwirkungen auslösen. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass auch die klassischen Zytostatika zu über 50 % pflanzlicher Herkunft sind. So stammen hochwirksame Zytostatika aus Baumblättern, Baumrinden oder niederen Gewächsen. Als sehr modernes Beispiel sei das Zytostatikum Paclitaxel (Taxol®) angeführt, das aus der Rinde der südpazifischen Eibe (Taxus brevifolia) gewonnen wurde und das mittlerweile semisynthetisch hergestellt werden kann.

Alternativmedizinische Präparate sind nicht nebenwirkungsfrei! Entzündungen und Verhärtungen an Mistel-Injektionsstellen gibt es genauso wie schwere allergische Reaktionen nach Einsatz von Thymuspräparaten. Mit der Behandlung dieser Nebenwirkung ist dann der Nicht-Mediziner in aller Regel überfordert.

J. Barth
1.3 Wirkungs- und Resistenzmechanismen von Antitumortherapeutika

Wirkungsmechanismen von Antitumortherapeutika

Zytostatika sind Zellgifte mit unterschiedlichen Angriffspunkten innerhalb der Zellen. Die Selektivität auf Tumorzellen ist eine relative, aufgrund der insbesondere bei hoher Tumorlast deutlich höheren Stoffwechselrate der entarteten Zellen. Weiterhin bestimmen auch die physiko-chemischen Eigenschaften die Gewebeverteilung der einzelnen Substanzen. So können beispielsweise nur besonders lipophile Stoffe in therapeutisch relevanten Mengen eine intakte Blut-Hirn-Schranke überwinden. Viele der (klassischen) Zytostatika greifen innerhalb der Zelle in diverse Stoffwechselvorgänge während des Zellzyklus ein. Die diesbezüglich wesentlichen Grundlagen werden hier in aller Kürze zusammengefasst.

Der Zellzyklus - der Lebenszyklus der Zelle mit der Abfolge der Zellreifung und -teilung - kann in die fünf Phasen G1, S, G2, G0 und M eingeteilt werden (G steht für "gap" = Lücke, zeitliche Lücken zwischen der DNS-Verdopplung; S steht entsprechend für Synthese der DNS). Vorgänge innerhalb dieser Phasen sind:

G1:

RNS-Synthese

S:

DNS-Verdoppelung

G2:

Intervall zwischen Mitose und DNS-Verdoppelung

G0:

Ruhephase von ansonsten teilungsaktiven Zellen. Der eigentliche Zellzyklus ist durchlaufen ("schlafende Zellen"). Chemo

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