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Virale Entzündungen des ZNS F8 Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen. von Maschke, M. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.11.2013
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Virale Entzündungen des ZNS

Dieses Buch enthält den Artikel: Virale Entzündungen des ZNS aus dem Sammelband: Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen. Das große Referenz- und Facharztbuch zur klinischen Neurologie liegt hiermit unter der Federführung der international renommierten Herausgeber und der Mitarbeit von über 140 Fachexperten als eine vollständig überarbeitete und erweiterte Neuauflage vor. Durch die thematische Neuausrichtung einzelner Beiträge, z. B. zur transienten globalen Amnesie oder zu Tropenkrankheiten, und acht zusätzliche Kapitel, nämlich zu Antikörper-assoziierten Enzephalopathien, mitochondrialen Erkrankungen, atypischem Gesichtsschmerz, craniomandibulärer Dysfunktion, Hypophysentumoren, Tic/Tourette und ADS, Apraxie sowie ethischen und rechtlichen Aspekten in der Neurologie, hat die 6. Auflage viel Neues zu bieten. In bewährter Form werden systematisch die aktuellen Erkenntnisse zum Stand von Klinik, Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen zusammengefasst und für die pragmatische Anwendung gewichtet.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas Brandt, ehem. Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (Klinikum Großhadern), ist Leiter des Deutschen Schwindelzentrums und Inhaber der ersten Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften. Prof. Dr. med. Hans Christoph Diener, Vorsitzender der Kommission Leitlinien der DGN, ist Direktor der Universitätsklinik für Neurologie, des Westdeutschen Kopfschmerzzentrums und des Schwindelzentrums Essen. Prof. Dr. med. Christian Gerloff ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie, ärztlicher Leiter des Kopf- und Neurozentrums am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Sprecher der Hamburger Arbeitsgemeinschaft Schlaganfall.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 19
    Erscheinungsdatum: 18.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170246515
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 1456kBytes
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Virale Entzündungen des ZNS

[570] F 8 Virale Entzündungen des ZNS
von M. Maschke
Bei einer Vielzahl möglicher viraler Infektionen ist das ZNS glücklicherweise selten beteiligt. Epidemiologische Studien schätzen die Inzidenz der viralen Enzephalitis auf 0,07 bis 12,6/100 000 Einwohner pro Jahr ( Granerod et al. 2010 ). Trotz der relativ geringen Inzidenz verursachen erregerbedingte Enzephalitiden beträchtliche Kosten. Allein in den USA werden die jährlich verursachten Kosten auf 640 Millionen Dollar geschätzt (Khetsiurani et al. 2002). Kommt es zu einer Infektion der Meningen und/oder des Hirnparenchyms, so hängt das Ausmaß der viralen ZNS-Infektion von der Art des Virus und der Immunkompetenz des Patienten ab. Die Viren, die nach einer größeren finnischen Studie am häufigsten bei immunkompetenten Patienten zu einer Enzephalitis führen, sind Herpes-simplex-Virus (HSV) Typ I, Varizella-zoster-Virus (VZV), Epstein-Barr-Virus (EBV), Mumps, Masern und Enteroviren wie Coxsackie A und B und ECHO-Virus ( Koskiniemi et al. 2001 ). Ähnliche Ergebnisse fanden sich in einer gerade abgeschlossenen französischen Multicenter-Studie, wobei Mumps und Masern im letzten Jahrzehnt seltener geworden sind ( Mailles et al. 2009 ). Dabei muss beachtet werden, dass selbst mit den heutigen sensitiven PCR-Methoden in 50–75 % der Fälle das Virus weder aus dem Liquor noch aus dem Blut identifiziert werden kann.( Koskiniemi et al. 2001, Glaser et al. 2003, Granerod et al. 2010 ).

Um genauere epidemiologische Aussagen zur Inzidenz der viralen Meningitis und Enzephalitis treffen zu können, sind mehrere Register eröffnet worden, die dies untersuchen. Im Meningitis- und Enzephalitis Register in Niedersachsen (MERIN) werden seit dem Jahr 2003 Fälle mit einer viralen Meningitis registriert ( 92 % der im Jahr 2010 registrierten Patienten stammten aus pädiatrischen Abteilungen, wobei am häufigsten Picorna- und Enteroviren (v. a. ECHO-Virus Typ 30) sowie Adenoviren als Erreger identifiziert werden konnten. Bestimmte genetische Mutationen scheinen das Risiko für eine virale Enzephalitis deutlich zu erhöhen ( Casrouge et al. 2006 ). Bei immuninkompetenten Patienten finden sich zudem Viren als Auslöser einer Enzephalitis, die sonst nicht oder nur selten humanpathogen sind. Dazu gehören die Polyomaviren JC-Virus und SV40-Virus, das humane Herpesvirus (HHV) Typ 6 sowie das Zytomegalievirus (CMV). Eine ganze Reihe von Studien und Reviews hat in der letzten Zeit auf das Spektrum eher exotischer Viren und neu beschriebener Viren aufmerksam gemacht ( Solomon 2003, Sejvar 2006, Wong 2010 ). Zu diesen sogenannten "emerging viruses" gehören z. B. das West-Nil-Virus , das Nipah-Virus und das Enterovirus 71. Weltweit gesehen ist die durch einen Flavivirus verursachte Japan Enzephalitis die häufigste virale Enzephalitis mit den meisten Todesfällen (jährliche Anzahl erkrankter Patienten 50 000, 15 000 Todesfälle pro Jahr) ( Misra und Kalita 2010 ).
Die Viren gelangen dabei entweder über den Blutstrom oder entlang peripherer Nerven in das ZNS. Zu den typischen Vertretern mit hämatogener Ausbreitung zählen beispielsweise Togaviren, die für einen Großteil epidemischer Enzephalitiden verantwortlich sind, sowie CMV und EBV. Dagegen ist bei der Herpes-simplex-Enzephalitis, der Tollwut und wahrscheinlich auch der Poliomyelitis die neurale Ausbreitung der entscheidende Pathomechanismus der ZNS-Invasion.
Dieses Kapitel beschreibt die akuten viralen Infektionen des

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