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Endometriose - Mehr als nur Regelschmerzen Die unerkannte Frauenkrankheit verstehen und behandeln von Seckin, Tamer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.04.2019
  • Verlag: mvg Verlag
eBook (ePUB)
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Endometriose - Mehr als nur Regelschmerzen

Krämpfe, starke Blutungen oder Bauch- und Rückenschmerzen - die Symptome von Endometriose sind vielseitig und werden oft nicht sofort erkannt. Denn Endometriose ist mehr als nur Regelschmerz, es ist eine der häufigsten Frauenkrankheiten, mit teils gravierenden Folgen wie beispielsweise Unfruchtbarkeit. Der Endometriose-Experte Tamer Seckin hilft erkrankten Frauen nicht nur dabei, zu erkennen, dass ihre massiven Beschwerden nicht eingebildet, sondern real sind und es einen Namen dafür gibt, sondern stellt auch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten vor. Mit einem Ausblick auf zukünftige Therapien wird sogar klar: Eine Heilung ist möglich! Dr. Tamer Seckin ist renommierter Gynäkologe und Endometriose-Experte. 2009 gründete er gemeinsam mit der US-amerikanischen Filmschauspielerin und dem Model Padma Lakshmi die Stiftung 'Endometriosis Foundation of America'. Lakshmi litt jahrelang an Endometriose. Tamer Seckin praktiziert in New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 15.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961213849
    Verlag: mvg Verlag
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Endometriose - Mehr als nur Regelschmerzen

1

Sie sind nicht verrückt

Als Lauren ihre erste Periode bekam, waren die Schmerzen in ihrer Beckenregion sehr stark. Sie war 13 Jahre alt. Ihre Freundinnen machten dieselben körperlichen Veränderungen durch wie alle Mädchen in diesem Alter, aber sie schienen nicht so starke Schmerzen zu haben. Lauren konnte kaum aus dem Bett aufstehen. Und wenn sie es schaffte, war es nicht sicher, dass sie bis in den nächsten Raum gehen konnte. Aber sie war eine hervorragende Schülerin und ging in der Woche, in der sie zum ersten Mal ihre Periode bekam, doch wieder in die Schule. Dort ging es ihr so schlecht, dass sie schließlich die Schulkrankenschwester um Hilfe bitten musste.

Die Krankenschwester riet Lauren, anständig zu frühstücken, dann werde ihr Leiden schon aufhören. Lauren wusste, dass das nicht der Fall sein würde. Sie erklärte der Krankenschwester, dass sie morgens nichts esse, weil ihr schlecht sei und sie ab dem Zeitpunkt, an dem sie aufwache, schlimme Schmerzen habe. Wenn sie etwas äße, müsste sie sich sofort übergeben. Lauren war klar, dass der Aufruhr in ihrem Körper nicht entstand, weil ihm Toast oder Müsli fehlten. Dennoch wurde Laurens Einwand abgewiesen.

"Sie sagte mir, ich solle auf sie hören und einfach mehr essen", erzählte Lauren. "Und das war's."

Ich hätte nicht erwartet, dass im Jahr 1990, als Lauren dies widerfuhr, eine sich entwickelnde Endometriose bei einem Mädchen diagnostiziert worden wäre, das bei ihrer ersten Periode solche Schmerzen hatte. In Anbetracht der Tatsache, dass die weltweit renommiertesten Gynäkologen bis in die 1980er-Jahre wenig über die Krankheit wussten, kann man der Schulkrankenschwester nicht vorhalten, noch nie von dieser Krankheit gehört zu haben. Aber ich kann Ihnen versichern, dass sogar heute, mehr als ein Vierteljahrhundert nachdem Lauren geraten wurde, "mehr zu essen", nur sehr wenige Menschen bei starken Menstruationsbeschwerden an die Entstehung einer Endometriose denken. Kaum jemand würde nach anderen Symptomen der Krankheit suchen, die sich womöglich bereits zeigen. Und viele Frauen wissen immer noch nicht, was Endometriose ist. Männern ist sie quasi gänzlich unbekannt, genau wie alles, was im Körper einer Frau vor sich geht. Ob Sie es glauben oder nicht, sogar einige Mediziner sind mit dieser schrecklichen Krankheit nicht vertraut oder wissen nicht, wie sie richtig behandelt wird. Dass die Wissenslücke rund um das Thema Endometriose so viele Jahre später noch so groß ist, ist erstaunlich, aber wahr.

Als Laurens Kranksein, obwohl sie mehr aß, nicht verging und immer mehr Symptome hinzukamen, einschließlich starker Schmerzen in den Knochen und Beinmuskeln, brachte ihre Mutter sie zum Kinderarzt. Und als ob die Empfehlung der Schulkrankenschwester nicht bereits lächerlich genug gewesen wäre ...

"Der Kinderarzt sagte mir, ich müsse mehr spielen", berichtete Lauren. Ja, mehr spielen. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein verletzliches Kind mit unglaublichen Schmerzen, die von der Bauch- und Beckenregion hinunter in die Beine ausstrahlen, und Ihr Arzt sagt Ihnen so etwas. "Ich konnte es kaum glauben", fuhr Lauren fort. "Ich war ein sehr aktives Mädchen. Ich schwamm und fuhr ständig Fahrrad. Meine Mutter musste mich jeden Abend suchen kommen, weil ich so viel draußen unterwegs war. Und ich sollte mehr spielen?"

Wie wunderbar wäre das Leben, wenn zusätzliches Essen und Spielen all unsere Leiden heilen könnten.

Als Lauren älter wurde, verstärkten sich die Schmerzen. Zurückblickend ist klar, dass sich die Endometriose manifestiert hatte, aber weder Lauren noch jemand sonst wusste, dass das die Ursache für ihr Leid war. Und traurigerweise nahm das wenige Mitgefühl, das sie erfahren hatte, immer mehr ab. Die letzten Schuljahre und das Studium hielt sie durch, indem sie an den Tagen, an denen sie ihre Periode hatte, nicht zum Unterricht ging oder sich mit Schmerzmitteln vollstopfte. Als sie aber nac

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