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Kinder mit Blutungsneigung in Krippe, Kindergarten und Schule

  • Erscheinungsdatum: 21.03.2013
  • Verlag: Trias
eBook (ePUB)
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Kinder mit Blutungsneigung in Krippe, Kindergarten und Schule

Gut betreut - trotz Hämophilie Kein Kind mit Hämophilie muss in Watte gepackt werden, und doch sind die Ängste von Erziehern und Lehrern meist groß: Dürfen Kinder mit Blutungsneigung genauso spielen und toben wie andere? Wie verhalte ich mich im Notfall? Kann ich bei Unfällen haftbar gemacht werden? Von den Autoren erfahren Sie, dass Blutgerinnungsstörungen heute gut behandelbar sind und kein Hindernis für eine sichere und kompetente Betreuung darstellen. Wie Sie mit typischen Alltagssituationen in Krippe, Kindergarten und Schule umgehen können, lesen Sie in diesem Ratgeber: - Notfallplan: Was tun, wenn sich das Kind verletzt? Hier erfahren Sie alles zur Ersten Hilfe. - Kleine Menschen werden groß: Systematisch gegliedert nach Alter und Betreuungsart lesen Sie alles über typische Gefahrenquellen und Verletzungen. - Das ist Ihr gutes Recht: Informieren Sie sich über den Schwerbehindertenausweis, den Anspruch auf einen Betreuungsplatz und viele weitere rechtliche Themen. Drs. med. Wolfgang Eberl, Carmen Escuriola, Wolfhart Kreuz und Cornelia Wermes sind Fachärzte für Kinder- (und Jugend-)Medizin mit dem Schwerpunkt Hämatologie. Drs. med. Wolfgang Eberl, Carmen Escuriola, Wolfhart Kreuz und Cornelia Wermes sind Fachärzte für Kinder- (und Jugend-)Medizin mit dem Schwerpunkt Hämatologie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 120
    Erscheinungsdatum: 21.03.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783830468080
    Verlag: Trias
    Größe: 7532 kBytes
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Kinder mit Blutungsneigung in Krippe, Kindergarten und Schule

Hämophilie - "von-Willebrand-Syndrom" - seltene Blutungserkrankungen

Wer den Begriff "Bluterkrankheit" zum ersten Mal hört, bei dem werden vielleicht Erinnerungen an den früheren Geschichtsunterricht wach. Die Krankheit, medizinisch korrekt als "Hämophilie" bezeichnet, war unter anderem in europäischen Fürstenhäusern nicht ungewöhnlich und trat im 19. und 20. Jahrhundert gehäuft auf. Der Ursprung für das erbliche Leiden reicht vermutlich weit zurück. Schon vor 200 Jahren wurde die Hämophilie im Talmud beschrieben. Bekannter wurde sie Anfang des 20. Jahrhunderts. Der damalige Herzog von Kent und seine Frau, Prinzessin Marie Luise Victoria von Sachsen-Coburg-Saalfeld, bekamen eine Tochter, die sich später als Überträgerin der Hämophilie entpuppte. Von der späteren englischen Königin Viktoria ausgehend, verbreitete sich die Erbanlage durch die weit verzweigten Fürstenhäuser bis nach Russland. Damals bedeutete die Diagnose Hämophilie eine deutlich reduzierte Lebenserwartung. Noch 1938 lag die durchschnittliche Lebensdauer solcher Patienten bei gerade einmal acht Jahren. Im Jahr 2001 betrug sie etwa 60 Jahre. Dank des wissenschaftlichen Fortschritts, ausgeklügelter pharmazeutischer Wirkstoffe und optimaler ärztlicher Versorgung stellen sich das Krankheitsbild und der Krankheitsverlauf heute glücklicherweise ganz anders dar als noch vor wenigen Jahrzehnten: Kinder können inzwischen ein weitgehend normales Leben führen, wenn sie medikamentös gut eingestellt sind und eine regelmäßige Prophylaxe erhalten. Sie können ohne große Probleme die Krippe, die Kita, den Kiga und die Schule besuchen, mit ihren Freunden spielen und Sport treiben. Ihre Lebenserwartung entspricht jener der Durchschnittsbevölkerung. Und die kleinen Patienten müssen (und sollen) beileibe nicht mehr "in Watte gepackt" werden.
Wie entstehen Blutungsneigungen?

Hämophilie A und B sowie das von-Willebrand-Syndrom, das an späterer Stelle behandelt werden wird, sind angeborene Gerinnungsstörungen des Blutes. Sie haben einige Gemeinsamkeiten, unterscheiden sich aber in wesentlichen Punkten. Beiden gemeinsam ist: Es fehlt im Blut an einem Eiweiß, das für die Blutgerinnung notwendig ist und das der Körper aufgrund einer geschädigten Erbanlage nicht oder nicht ausreichend produzieren kann.

Fall a: Der Vater ist hämophil, die Mutter gesund. Alle Söhne dieser Familie sind gesund, da sie eines der gesunden Gene der Mutter erhalten. Alle Töchter sind Konduktorinnen, da alle von ihrem Vater das veränderte Gen erben. Fall b: Der Vater ist gesund, die Mutter ist Konduktorin. Die Söhne haben ein 50-prozentiges Risiko, an Hämophilie zu erkranken, da sie mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit das defekte Gen der Mutter erben. Aus dem gleichen Grund wird die Hälfte der Töchter zu Konduktorinnen. Fall c: Beide Elternteile sind gesund. Durch eine Spontanmutation entwickelt dennoch ein Sohn eine Hämophilie. Fall d: Der Vater ist hämophil, die Mutter Konduktorin. Die Töchter erkranken an Hämophilie oder werden Überträgerinnen. Die Söhne haben ein 50-prozentiges Risiko. Dieser Fall tritt äußerst selten auf.

Bei der Hämophilie ist dies der Gerinnungsfaktor VIII (Hämophilie A), seltener der Faktor IX (Hämophilie B). Die Konsequenz: Wunden heilen nur sehr langsam ab oder brechen immer wieder auf. Und es kann ohne richtige Behandlung zu spontanen inneren Blutungen der Organe sowie zu Blutungen der Muskeln und der Gelenke kommen. Die Erbkrankheit Hämophilie trifft in der Regel aufgrund ihres Vererbungsweges fast ausschließlich Männer. Nur in extrem seltenen Fällen sind Frauen betroffen. Die meisten Menschen mit einer Hämophilie erhalten in der westlichen Hemisphäre eine regelmäßige Prophylaxe, die den ihnen fehlenden Faktor ersetzt.

Beim zweiten Komplex der Blutungsstörungen handelt es sich um das von-Willebrand-Syndrom (vWS). Betroffene Patienten haben von Geburt an keinen oder nicht ausreichend

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