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Schlafstörungen im Alter Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige von Staedt, Jürgen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.10.2008
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Schlafstörungen im Alter

Schlafstörungen treten im Alter häufig auf und sind für Betroffene eine starke Belastung. Der Ratgeber vermittelt Betroffenen und deren Angehörigen allgemeinverständliche Fachinformationen. Erläutert werden die Formen und Ursachen von Schlafstörungen im Alter, verschiedene Einflussfaktoren und mögliche Auswirkungen. Neben leicht verständlichen Erklärungen zum besseren Verständnis von Schlafstörungen bietet der Ratgeber konkrete Anleitungen, die zu einer Verbesserung des Schlafes beitragen können. Informationen zu professionellen Hilfsangeboten runden das Werk ab.

Prof. Dr. Jürgen Staedt ist Schlafmediziner und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Memory Clinic des Vivantes Klinikum Berlin Spandau. Dipl.-Psych. Yehonala Gudlwoski und Dipl.-Psych. Marta Hauser sind Psychologinnen an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Universitätsmedizin Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 134
    Erscheinungsdatum: 16.10.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170273788
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 8378 kBytes
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Schlafstörungen im Alter

2 Wer behandelt in der Regel Schlafstörungen?

Herr C., 68 Jahre alt, klagt seit Jahren über unerholsamen Schlaf und Müdigkeit am Tage, die mittlerweile dazu geführt hat, dass er öfters nachmittags beim Fernsehen einschläft und laut schnarcht. Er schiebt das auf die Bluthochdruckmedikation, die ihm sein Hausarzt vor mehreren Jahren verordnet hat. Seine Frau klagt auch über Müdigkeit am Tage, hat jedoch einen ganz anderen Grund für ihre Müdigkeit: Sie wird vom Schnarchen Ihres Mannes Nacht für Nacht geweckt. Oft ist Frau C. beunruhigt, da sie bei den Atempausen Ihres Mannes mitzählt, bis die Atmung wieder einsetzt, was ihr das Wiedereinschlafen nicht gerade erleichtert. Erst als Frau C. damit droht, aus dem gemeinsamen Schlafzimmer auszuziehen, erklärt sich Herr C. bereit, mit ihr zusammen beim Hausarzt über das Schnarchen und die von ihr beobachteten nächtlichen Atempausen zu sprechen. Mithilfe einer Überweisung zum Internisten kann dann eine ambulante Untersuchung mit einem kleinen Messgerät stattfinden, welches Frau C. ihrem Mann vor dem Schlafengehen hilft anzulegen. Bei der anschließenden Auswertung kommt heraus, dass Herr C. durch die Atempausen nachts nicht genug Sauerstoff bekommt. Es wird die Diagnose Schlaf-Apnoe-Syndrom gestellt und Herr C. bekommt eine spezielle Atemmaske angepasst. Diese sorgt dafür, dass die Atemwege in der Nacht offen bleiben, sodass Herr C. nicht mehr schnarcht und keine Atempausen mehr entstehen. Schon nach kurzer Zeit fühlt er sich am Morgen viel erholter und schläft nicht mehr vor dem Fernseher ein. Auch der Blutdruck normalisiert sich zunehmend wieder. Der Internist hat ihm erklärt, dass der Bluthochdruck ebenfalls durch das Apnoe-Syndrom hervorgerufen wurde.

Wie Sie an obigem Beispiel sehen, ist Schlafstörung nämlich nicht gleich Schlafstörung, so können verschiedene Erkrankungen, wie Bluthochdruck und Schlaf-Apnoe-Syndrom mit einer Störung des Schlafes zusammenhängen. Deshalb sind immer ein eingehendes Abfragen der Schlafgewohnheiten und eine gründliche ärztliche Diagnostik notwendig. In den folgenden Kapiteln werden wir auf verschiedene Ursachen und Faktoren eingehen, die Schlafstörungen begünstigen bzw. (mit-) verursachen können. Zu diesem Zwecke ist es sinnvoll, zunächst Ihren Hausarzt zu konsultieren, da dieser Sie am besten kennt. Wichtig ist, dass Sie auch offen mit Ihrem Hausarzt über Ihre Schlafprobleme sprechen (wir wissen, dass es viele nicht tun!). Als Hilfestellung könnten Sie eine Woche vor dem Arztbesuch regelmäßig das im Anhang abgebildete Schlaftagebuch ausfüllen. Mit dem Schlaftagebuch wird es ihrem Hausarzt leichter fallen, wichtige Informationen über die Ursachen Ihrer Schlafstörung zu gewinnen. Zum Beispiel kann er Hinweise darauf bekommen,

wie häufig Sie schlecht schlafen,

welche freiverkäuflichen Medikamente sie einnehmen.

Mithilfe dieser Informationen und der Kenntnis Ihrer Krankengeschichte kann der Hausarzt nun entscheiden, ob bzw. welche körperlichen und/oder seelischen Probleme an der Verursachung Ihrer Schlafstörung beteiligt sind. Möglicherweise stellt sich im Gespräch heraus, dass es sich bei der Schlafstörung wahrscheinlich um eine vorübergehende Reaktion auf ein belastendes Ereignis handelt, was Sie vielleicht selbst gar nicht in Beziehung mit der Schlafstörung bringen. Besteht die Schlafstörung jedoch über längere Zeit, also länger als einen Monat, und führt zu Leistungseinbußen oder vermindert Ihr Wohlergehen, sollten die seelischen und körperlichen Ursachen genauer untersucht werden. Die Untersuchung wird je nach Krankengeschichte individuell unterschiedlich ausfallen. Schwerwiegendere Erkrankungen kann der Hausarzt oft schon mit einer eingehenden Blutuntersuchung ausschließen. Der Internist kann z. B. bei Übergewichtigen ambulant mit einem kleinen Messgerät eine nächtliche Störung der Atmung ausschließen. In anderen Fällen kann eine

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