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Der Arzneimittelkult Und die Politik mach lustig mit. von Virapen, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2016
  • Verlag: Jim Humble Verlag
eBook (ePUB)
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Der Arzneimittelkult

Der Arzneimittelkult

... und die Politik macht lustig mit

Die Pharmariesen haben ein gewaltiges Instrumentarium entwickelt, wodurch sie imstande sind über politische Einflüsse die Weltbevölkerung zu ihrem Absatzmarkt umzuwandeln, hierbei werden ältere Menschen und kleine Kinder nicht mehr geschont.

Die Politik macht lustig mit. Wer kennt Sie nicht: Prozac, Cialis, Cymbalta. Jeder der regelmäßig seinen Arzt besucht, oder die Schlagzeilen in der Zeitung liest, kennt diese Medikamente.
Es war unter den Pharmariesen ein gut gehütetes Geheimnis, aber nun müssen die Großkonzerne ab 2012 in den USA offen legen, wieviel sie jährlich an Werbung ausgeben. So zahlte Eli Lilly im vergangenen Jahr 200 Millionen Dollar an Ärzte und andere Personen im Gesundheitssektor um ihre Medikamente an den "Mann" zu bringen.

John Virapen hat als Verkaufsmanager die Praktiken in der Pharmabranche hautnah erlebt. Über Jahre hat er selbst Strategien entwickelt, um die Umsätze seiner Mitarbeiter jährlich zu erhöhen. Hierbei hat er sich nicht gescheut, Ärzte und andere "Meinungsträger" zu kaufen. Ein berühmter Satz von ihm ist: "Wenn Sie nun meinen, dass das nur mit viel Geld ginge, dann täuschen Sie sich. Sie müssen nur wissen, wie man die Menschen "richtig" anspricht".

In dem Buch "der Arzneimittelkult" packt John Virapen erneut aus und zeigt auf wie die Politik indoktriniert ist. Politiker werden systematisch mundtot gemacht. Damals, als Geschäftsführer bei Eli Lilly in Schweden, fing er damit an, Karteikarten von Ärzten in ganz Schweden anzulegen, auf denen genau vermerkt wurde, in welchem Bereich die Bestechungsmöglichkeiten eines jeden Arztes lagen. Heute sind es nicht mehr die Mediziner die kategorisiert werden, sondern eine Gruppe von Menschen, die noch viel wichtiger ist als die Ärzte, nämlich die Politiker.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 177
    Erscheinungsdatum: 04.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9789088790423
    Verlag: Jim Humble Verlag
    Größe: 355kBytes
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Der Arzneimittelkult

3. Momente, an die wir uns erinnern müssen

Ich kann noch genau sagen, wann ich mir das erste Mal einen Maßanzug machen ließ. Es dauerte eine Woche und ich hatte mehrere Anproben. Ich war nach Rom zu einem Kurs für Managementtrainer geschickt worden. Ich liebte diese ewige Stadt, denn dort konnte ich bekommen, was ich schon immer haben wollte: einen handgeschneiderten Anzug. Das war in den Zeiten meines hochfliegenden Erfolgs, in den Tagen, als ich Manager von Eli Lilly in Schweden war.

In den 80er Jahren kam ein Medikament mit dem Wirkstoff Benoxaprofen heraus. In England wurde es unter Opren ® vertrieben.

Dieses Medikament sollte der erste Blockbuster werden. Das war das neue Modewort, das man von Hollywood aufgegriffen hatte und sich auf die hohen Einspielzahlen von Kinofilmen bezieht. Sie waren mit ihren Umsätzen von 100.000 oder einer halben Million US-Dollar nicht zufrieden. Sie wollten das große Geld. Das war übrigens zur gleichen Zeit, als die auf Erfolg getrimmten Führungskräfte an der Wall Street auftauchten.

In Erwartung des einen großen Fangs setzten sie all ihr Geld auf dieses neue Medikament, welches ein Mittel gegen Entzündungen war, um Arthritis, rheumatische Arthritis, Arthrose und all diese Krankheitsbilder zu behandeln. Bis dahin gab es nichts, was den betroffenen Menschen wirklich half. Benoxaprofen sollte "das" Medikament werden.

Wie ich schon sagte, war ich zu dieser Zeit ihr Generalmanager in Schweden und ich sollte das Vormarketing des Medikaments vorbereiten.

Ich war sehr erfolgreich in meinem Job in Schweden. Die Vorbereitung einer Marketingstrategie für ein Medikament wie dieses bedeutete, dass ich mehr Geld brauchte. Ich sagte der Firma also, dass das kosten würde.

Sie antworteten: "Das macht nichts, gib aus, was du brauchst."

Also gab ich Geld aus, sehr viel Geld sogar. Verglichen mit dem Budget meiner Tochtergesellschaft war es wirklich eine wahnsinnige Summe.

Das meiste davon wurde für Meinungsmacher in Schweden ausgegeben, hochrangige Physiker und Spezialisten, vor allem Schmerzspezialisten. Ich hatte eine Menge hochwertiger Geschenke vorrätig, die die Ärzte auf den verschiedenen großen Konferenzen erhielten, die wir für sie abhielten. Ich engagierte sogar berühmte Künstler, die zu den Abendessen ihre Vorstellungen gaben. Alles war so exklusiv, dass sogar die Franzosen aufmerksam wurden.

In der Zwischenzeit machten sich auch verschiedene andere Länder für die Einführung bereit, England zum Beispiel. Sie hatten sogar die Zulassung für Deutschland und fingen an, das Medikament dort zu verkaufen. Wir machten klinische Evaluationen in Dänemark. Dann wurde ich nach Rom geschickt, wo ich mir meine Anzüge machen ließ.

Nach dem Kurs, der am Freitag beendet war, flog ich über Kopenhagen zurück nach Stockholm. Als mein Flug an diesem Nachmittag in Kopenhagen landete, stiegen zwei Angestellte der Fluglinie ein und eskortierten mich in die VIP-Lounge.

Als ich dort ankam, erhielt ich eine Nachricht von Lilly Headquarters in den USA, die mich dazu aufforderten, mit niemandem über Benoxaprofen zu sprechen, nicht mit der Presse, nicht mit den Fernsehreportern oder mit sonst jemandem.

Ich war etwas besorgt, denn das war mir noch nie passiert, in keiner Firma, in der ich bisher gearbeitet hatte. Ich dachte also, ich hätte etwas Falsches gesagt oder getan und fürchtete um meinen Job. Ich war wie erstarrt.

Von Kopenhagen flog ich dann nach Stockholm und sagte zu niemandem ein Wort. Am Montagmorgen, als ich ins Büro kam, waren dort jede Menge Reporter und andere Leute, die auf mich warteten. Ich war ziemlich erschrocken; es war eine einzigartige Situation für mich. Schließlich verließ ich mein Büro durch die Hintertür, ging in die Tiefgarage, wo mein Auto stand, und fuhr nach Hause.

Später fand ich heraus - nicht sofort, denn dies alles geschah noch bevor es das

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