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Qigong - Heilung mit Energie Das Wissen der Traditionellen Chinesischen Medizin von Bölts, Johann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.04.2015
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Qigong - Heilung mit Energie

In China wird es seit Jahrtausenden praktiziert, denn: Qigong stärkt die Lebensenergie. Immermehr Menschen entdecken die stabilisierende Kraft, die von den leicht erlernbaren Bewegungsfolgen ausgeht - Wohlbefinden für Leib, Seele und Geist, mit zahlreichen Fotos.

Dr. phil. Johann Bölts, geb. 1951, Diplom-Pädagoge, leitet seit 1991 das PTCH Projekt traditionelle chinesische Heilmethoden und Heilkonzepte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 15.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451803970
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 11669 kBytes
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Qigong - Heilung mit Energie

Kapitel 2
Grundlagen der Qigong-Theorie

1. Qi, Gong und Qigong

Die Phänomene der Natur und die Erscheinung des Menschen sind im chinesischen Denken seit jeher Gestaltwerdung von Energien. Die "Zehntausend Dinge", damit meint das Daodeking alle Dinge im Kosmos, sind weder rein materiell noch rein geistig. Energie und Materie bedingen einander und sind lediglich unterschiedliche Aspekte eines Dinges. Aus unserer westlichen Betrachtungsweise sind wir es gewohnt, die Materie zu untersuchen. Die chinesische Kultur widmet sich gleichwohl auch den energetischen Konstellationen. Wie der Kosmos aus Energie und Materie besteht, so besteht auch der Mikrokosmos Mensch aus Energie und Materie. In den daoistischen Praktiken zur Pflege des Lebens wurde über die Materie die Energie kultiviert. Nach Ansicht der Daoisten beherbergt der menschliche Körper drei Schätze, die durch achtsame Lebensführung zu pflegen und zu entwickeln sind: Jing, Shen und Qi.

Jing bezeichnet die grundlegende Möglichkeit der Entwicklung des Organismus von der Empfängnis über die Reifung bis zum Tod. Mit dem Wort "Essenz" ist die Bedeutung von Jing am besten beschrieben. Da Jing die Wachstumsprozesse nährt, wird es unaufhörlich verzehrt und das angeborene Jing verringert sich ständig. Der Verschleiß des angeborenen Jing kann durch ein exzessives Sexualleben beschleunigt werden, da Jing auch die sexuelle Reifung und die Fortpflanzung gewährleistet. Deshalb wird Jing manchmal auch als "sexuelle Energie" bezeichnet. Das sich im Leben nach und nach erschöpfende, angeborene Jing kann durch das erworbene Jing, das mit der Nahrung aufgenommen wird, teilweise ergänzt werden. Exzessives Aufzehren von Jing führt zu vorzeitigem Altern, achtsamer Umgang und Nähren des Jing dagegen verlangsamt den Alterungsprozess.

Shen bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, planend zu handeln, zu differenzieren und zu gliedern. Alle intellektuellen Aktionen des Menschen werden mit Shen umschrieben. In dieser Bedeutung ist das Wort am besten mit "Geist" zu übersetzen. Shen drückt sich in der Persönlichkeit eines Menschen aus, in den Ideen, Zielen, Wünschen und Visionen und in der Vitalität, mit denen sie verwirklicht werden. Es umfasst ebenso die seelischen Regungen, das Denken, Fühlen, Erleben, Wollen und Erspüren. Shen wird in der TCM dem Herzen zugeordnet, weil Shen die Führung im Lebensvollzug übernimmt, währenddessen das Herz die Lebensprozesse im Körper anführt. Beeinträchtigungen von Shen drücken sich in der Mattheit der Augen aus, das Denken wird unklar und die Person wird träge im Denken und Handeln. Stärkere Formen der Shen-Schwäche äußern sich in Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit.

"Ich hatte kein Qi", sagte mir ein Teilnehmer einer Übungsgruppe, als ich ihn fragte, warum er angefangen hat, Qigong zu üben. Für ihn als Chinesen ist die Existenz von Qi selbstverständlich. In jeder Übung des Qigong werden Jing und Shen gestärkt und die Bedingungen für die Aufnahme, Sammlung, Umwandlung und die Ausbreitung von Qi im Körper verbessert.
Qi

Der Begriff "Qi", der sehr allgemein häufig mit "Energie" oder "Energie des Lebens" übersetzt wird, ist eine seit alters her bekannte Kategorie des chinesischen Denkens. Das Schriftzeichen für Qi in seiner heutigen Verwendung enthält zwei Teile 1 (siehe Abb. 1).

Der erste Teil, das Radikal, versinnbildlicht Dunst, Gas und Dampf. Vom Boden steigt Dampf auf und bildet Wolken. Der zweite Teil, das Phonetikum, das die Aussprache angibt, bedeutet Reis, das Reiskorn wird gedroschen, das Essbare wird freigelegt.

Abb. 1: Das Schriftzeichen für Qi mit dem Radikal (1) und dem Phonetikum (2)

Das gesamte Schriftzeichen 1a enthält in seiner Bildhaftigkeit die Bedeutung: Dampf steigt auf von heiß gekochtem Reis, und beschreibt damit den nährenden Aspekt von Qi. Es enthält auch den spirituellen Aspekt "anflehen", der sich aus der ur

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