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Training in der Neuroreha Medizinische Trainingstherapie, Sport und Übungen von Lamprecht, Sabine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.01.2016
  • Verlag: Georg Thieme Verlag KG
eBook (ePUB)
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Training in der Neuroreha

Training in der Neuroreha Das Buch zeigt die wichtigsten Geräte und die dafür möglichen Übungen für Patienten mit neurologischen Krankheitsbildern. Ideal für Physiotherapeuten, die ein optimal dosiertes und individuell zugeschnittenes Training an Geräten durchführen wollen. Alle Trainingssequenzen werden mit zahlreichen Bildern anschaulich beschrieben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 27.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783132019911
    Verlag: Georg Thieme Verlag KG
    Größe: 11848 kBytes
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Training in der Neuroreha

1 Medizinische Trainingstherapie

"Wissen was gut ist und es nicht in die Praxis umsetzen, ist gleichbedeutend mit Mangel an Mut." (Konfuzius)
1.1 Vom Altertum zur Moderne

Schon in der Antike galt die Anleitung zum Selbstüben als ein sehr wichtiger Bestandteil der Therapie. Soranus von Ephesus (1.-2. Jahrhundert n. Chr.), dessen verlorene Schriften über akute und chronische Krankheiten durch den Arzt Caelius Aurelianus (um 400 n. Chr.) überliefert wurden, erklärte, dass bei Lähmungen der Patient die ersten Aufstehversuche aus einem Barbierstuhl (sella tonsoria) unternehmen soll und danach an einer Art Gehwägelchen das Gehen üben soll. Um die Gangsicherheit zu verbessern, soll der Patient auf einer Art Parcours üben, der aus unterschiedlichen Untergrundbeschaffenheiten und Hindernissen besteht ( [138] ).

Von den Römern gelangten die Erkenntnisse vom Zusammenhang von Bewegung und Gesundheit über Byzanz zu arabischen und persischen Ärzten. Wir haben es der arabischen Kultur zu verdanken, dass das medizinische Wissen der griechischen und römischen Ärzte erhalten geblieben und von den arabischen Gelehrten weiterentwickelt worden ist. Abu Ali Sina (ca. 980-1037), der in Europa als Avicenna bekannt wurde, schrieb über 150 Werke. Er war eine der bekanntesten Persönlichkeiten seiner Zeit. Als persischer Universalgelehrter beschäftigte er sich neben der Medizin auch mit Physik, Philosophie, Astronomie, Alchemie und Musik. Sein bekanntestes Werk "Qanun" (Canon Medicinae) war bis ins 17. Jahrhundert hinein eines der wichtigsten Lehrbücher der Medizin in Europa ( [138] ). Die arabische Medizin wurde in erster Linie durch jüdische Ärzte aus Spanien und Portugal im mittelalterlichen Europa verbreitet. Danach beeinflusste die Kloster- oder Mönchsmedizin die Medizin im Mittelalter in Mitteleuropa. Diese Mönchsmedizin begriff die Hilfeleistung für Kranke als göttlichen Auftrag und in dieser Medizinphilosophie war ein gezielter Einsatz von Gymnastik oder Bewegung nicht vorgesehen. Erst die Renaissance brachte im 16./17. Jahrhundert wieder die Rückbesinnung auf die positiven Wirkungen von Bewegung auf die Gesundheit. Der italienische Arzt Hieronymus (Geronimo) Mercurialis (1530-1606) veröffentlichte 1569 sein Werk "De arte gymnastica", in dem er die Bedeutung der antiken Gymnastik für die Erhaltung der Gesundheit in den Vordergrund stellte.

Pehr Henrik Ling (1776-1839), schwedischer Dichter und Autor, gilt als Erfinder der schwedischen Gymnastik und als einer der Väter der Massagetherapie. Ling zeigte nach seiner Reise durch Europa und seinem Dienst in der Armee Symptome von Rheuma und hatte Paralysen. Durch ein Training im Fechten erfuhr er eine körperliche Verbesserung der Symptome und schließlich wurde er vollständig rehabilitiert. Ling gründete danach 1814 das gymnastische Central-Institut in Stockholm. Das Institut wurde später dem Kultusministerium unterstellt. Ling leitete das Institut bis zu seinem Tod im Jahr 1839. Er entwickelte ein ganzes System von genau definierten Übungen, die in einer ganz bestimmten Abfolge durchgeführt werden mussten. Die "schwedische Gymnastik" nach Ling beeinflusste über viele Jahre die Geschichte der Krankengymnastik ( [364] ).

Der schwedische Arzt Gustav Zander (1835-1920) ließ in den Jahren nach 1850 ein System heilgymnastischer Geräte bauen und entwickelte die medico-mechanische Therapie. In den Jahren nach 1870 gründete Gustav Zander weltweit seine Zander-Institute, Deutschland wurde mit fast 80 Zander-Instituten führend. Der Gerätepark erreichte 1905 mehr als 70 Apparate. Ganz zu Recht kann Zander als der Protagonist und Erfinder der Fitnessstudios und des Franchise-Systems genannt werden. Ebenso war er ein Pionier und Wegbereiter der heutigen apparategestützten Trainingstherapie. Aus einem Zander-Institut, das vom Kieler Arzt Johann Hermann Lubinus als medico-mechanisches In

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