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Kursbuch Apotheke Hintergr nde und Perspektiven von M ller-Bohn, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.03.2016
  • Verlag: Deutscher Apotheker Verlag
eBook (ePUB)
14,80 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kursbuch Apotheke

Wohin steuern die Apotheken?

Apotheken stellen die Arzneimittelversorgung sicher und bieten qualifizierte Beratung. Eine st"rker patientenorientierte Pharmazie macht allerdings noch mehr und wertvollere Leistungen m"glich - aber im Alltag werden Apotheken zwischen ausufernder B rokratie und unzureichender Honorierung aufgerieben

Der Autor zeigt als intimer Kenner der Berufspolitik Zusammenh"nge auf, und er liefert Argumentationslinien zu Zukunftsfragen rund um die Apotheke. Gleichzeitig vertieft er in diesem E-Book die Inhalte des ebenfalls von ihm verfassten und beim Hirzel Verlag erschienenen Manifests 'Das Prinzip Apotheke', liefert Hintergr nde und entwickelt Perspektiven.

Dr. Thomas M ller-Bohn Studium der Pharmazie an der Philipps-Universit"t Marburg. 1987 Approbation als Apotheker. Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universit"t Bielefeld. 1993 Diplom-Kaufmann. 2005 Promotion zum Dr. rer. nat. an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universit"t Bonn. M ller-Bohn war von 1987 bis 1994 in der "ffentlichen Apotheke t"tig und ist seit 1995 Wissenschaftsjournalist in S sel. Seit 1997 begleitet er als ausw"rtiges Mitglied der Redaktion der Deutschen Apotheker Zeitung die fachliche und berufspolitische Entwicklung der Apotheken. Auáerdem h"lt er Vortr"ge und Seminare, insbesondere zu apothekenspezifischen Qualit"tsmanagementsystemen und zur Pharmako"konomie. 2001 bis 2007 Lehrauftrag f r Pharmako"konomie an der Universit"t Hamburg, seit 2003 Lehrauftrag f r Pharmako"konomie an der Christian-Albrechts-Universit"t Kiel.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 16.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783769267082
    Verlag: Deutscher Apotheker Verlag
    Größe: 767 kBytes
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Kursbuch Apotheke

2 Patientensicherheit - eine internationale Idee

Das renommierte US-amerikanische Institute of Medicine veröffentlichte im November 1999 einen Bericht unter dem Titel " To Err is Human: Building a Safer Health System " 4 . Darin verwiesen die Autoren auf Studien, nach denen mindestens 44 000, wahrscheinlich sogar 98 000 Menschen pro Jahr in den USA aufgrund eines Behandlungsfehlers sterben. Die Fehler sind damit in der Statistik der Todesursachen auf einem Niveau mit Verkehrsunfällen und Brustkrebs 5 . Solche Fehler können falsch ausgewählte Behandlungsmaßnahmen, Fehler in der Durchführung von Behandlungen oder Missverständnisse sein. Gelegenheiten dafür bestehen reichlich. Beispiele sind verwechselte Patienten, Verzögerungen in der Behandlung, technische Fehler bei Operationen oder vorhersehbare unerwünschte Wirkungen von Arzneimitteln. Die Folgen solcher Fehler müssen nicht immer tödlich sein. Doch wenn schon viele Patienten an solchen Fehlern sterben, liegt es nahe, dass noch viel mehr Patienten an etwas weniger schwer wiegenden Fehlern zu leiden haben. Die Veröffentlichung des Institute of Medicine kann im Nachhinein als Start einer Bewegung betrachtet werden, die das ganze Gesundheitswesen weltweit verändert. Es war eine Idee, deren Zeit gekommen war - und eine solche ist im Sinn eines berühmten Zitats von Victor Hugo nicht aufzuhalten.
Fehlerkultur in der Medizin

Ein zentraler Gedanke der so entstandenen Bewegung ist, auch in der Medizin eine Fehlerkultur zu schaffen, wie sie in anderen Lebensbereichen schon länger bekannt ist. Ärzte - "Halbgötter in Weiß" - umgeben oder umgaben sich zumindest lange Zeit gerne mit dem Nimbus der Unfehlbarkeit. Wenn doch ein Fehler passierte, musste dieser verschwiegen oder beschönigt werden, um das Image zu wahren. In der Luftfahrt, in der ein kleiner Fehler ebenfalls tödlich - sogar für viele Menschen - sein kann, hat sich dagegen schon eher der Gedanke ausgeprägt, Fehler offensiv anzugehen. Diese Fehlerkultur setzt sich inzwischen langsam auch in der Medizin durch. Fehler sollen angesprochen werden, damit alle Beteiligten eines Systems daraus lernen können. Das gilt auch für Beinahe-Fehler, also Situationen, in denen ein gefährliches Problem zwar noch rechtzeitig entdeckt wurde, aber doch gefährlich spät - also beispielsweise das Erkennen einer Patientenverwechslung unmittelbar vor Beginn der Operation. Fehler beruhen vielfach nicht auf dem Versagen von Personen, sondern auf unangemessenen Strukturen. Gerade in dem sehr komplexen Gesundheitswesen mit zahlreichen Beteiligten und dementsprechend vielen Schnittstellen für die Informationsübermittlung gibt es besonders viele Fehlermöglichkeiten. Zur Fehlerkultur gehört auch, sachlich über Fehler zu sprechen, die Ursache zu suchen und diese mit Blick auf die Zukunft zu beheben. Weil die meisten Fehler im System begründet sind, müssen sie angesprochen werden, denn sie können beim nächsten ähnlichen Fall wieder auftreten. Die Bereitschaft zu solchen Betrachtungen setzt einen großen Sinneswandel voraus, denn lange Zeit wurden Fehler als persönliches Versagen betrachtet. Daher war es nicht verwunderlich, wenn niemand über Fehler sprechen wollte. Doch dies schadet dem System und künftigen Betroffenen, im Fall des Gesundheitswesens den künftigen Patienten. Ein weiterer Aspekt ist die juristische Sicht. Wenn die Beteiligten bei der offenen Kommunikation über Fehler juristische Konsequenzen, z. B. Schadensersatzforderungen, befürchten müssen, ist die Bereitschaft zur Aussprache gering. Daher ist die technische Untersuchung von Flugunfällen in Deutschland strikt von der juristischen Aufarbeitung getrennt. Dort gilt: "Juristen müssen draußen bleiben" - und das ist gut so. Denn die Beteiligten müssen ohne Furcht vor juristischen Folgen über mögliche Fehler berichten können, weil das Leben künftiger Fluggäste davon abhängen kann. Das ist wic

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